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	<title>Kultur &#8211; reisen damals</title>
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	<description>Die goldene Zeit des Reisens</description>
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	<title>Kultur &#8211; reisen damals</title>
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		<title>César Ritz, der „größte Hotelier aller Zeiten“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Es sind die Geschichten, die die legendären Grandhotels von den normalen Luxushäusern unterscheiden – Geschichten, die Gefühle wecken und Bilder entstehen lassen, von denen manche bis in die Gegenwart fortwirken. Dazu gehört außerdem eine Liste illustrer Gäste, am besten verbunden mit wahren oder gut erfundenen Skandalen und Histörchen. So, wie in den Annalen des „Hotel [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Es sind die Geschichten, die die legendären Grandhotels von den normalen Luxushäusern unterscheiden – Geschichten, die Gefühle wecken und Bilder entstehen lassen, von denen manche bis in die Gegenwart fortwirken. Dazu gehört außerdem eine Liste illustrer Gäste, am besten verbunden mit wahren oder gut erfundenen Skandalen und Histörchen. So, wie in den Annalen des „Hotel Ritz“ am Pariser Place Vendôme der 25. August 1944 für immer verewigt sein wird.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Ritz2-e1733219395885.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="427" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Ritz2-e1733219395885.jpg" alt="Elegantes historisches Gebäude mit symmetrischen Fenstern und Mansardendach am Place Vendôme in Paris, bei strahlend blauem Himmel." class="wp-image-2970"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Außenansicht des Ritz hat sich seit seiner Gründung kaum verändert</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für Ernest Hemingway war das Ritz das absolute Lieblingshotel in Paris. Es gab für ihn nur einen Grund, nicht im Ritz zu wohnen, nämlich „dass man es sich nicht leisten kann“. In einem Brief an seinen Sohn Patrick beschrieb Hemingway, wie er am 25. August 1944, mehrere Tage vor dem triumphalen Einzug von General de Gaulle in Paris, das Ritz „von den Deutschen befreit“ hätte. Im Laufe der Zeit und insbesondere nach mehreren Drinks wurde dann seine Erzählung über die Heldentat immer martialischer. Tatsache ist, dass sich der „Handstreich“ wohl in der Hotelbar abspielte und es keine Pistolenschüsse waren, die dabei knallten, sondern Champagnerkorken. Sofort nach dem Einmarsch der Alliierten hatte sich Hemingway in Begleitung einiger Widerstandskämpfer mit einer Maschinenpistole in der Hand durch den Bois de Bologne zum Ritz durchgeschlagen, das von den Deutschen aber bereits geräumt worden war. Hier feierte Hemingway zusammen mit Gefährten und Besuchern mehrere Tage die „Befreiungsaktion“ mit Unmengen von Champagner und Cognac. Und damit dieses Geschehnis nicht in Vergessenheit gerät, trägt die Hotelbar seit 1994 den Namen des späteren Nobelpreisträgers. Es ist nicht allein exzellenter Service und bester Komfort – erst durch „Storytelling“ steigt ein Hotelpalast in die Liga der legendären Grandhotels auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Ein Kavalier vom Scheitel bis zur Zehe“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die goldene Ära der Grand Hotels war die Zeit der Belle Époque um die Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg. Zum ungekrönten „König der Hoteliers“ (und laut dem Prince of Wales und späteren König Edward VII. zum „Hotelier der Könige“) wurde dank seines Ehrgeizes und seines Perfektionismus‘ César Ritz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ersten Lehrjahren in kleinen Schweizer Hotels ging Ritz 1876 nach Paris und stieg dort schnell vom Kellner zum Ma<em><strong>î</strong></em>tre d’hotel mehrerer Luxushotels auf. Er hatte gelernt, worauf es im Hotelgeschäft ankommt: Die Reichen sind oft einsam, und Ritz verstand es zuzuhören. Er merkte sich, welche Weine die Millionäre J.P. Morgan oder Vanderbilt bevorzugten, wie ein Menü für den Prince of Wales komponiert sein musste und wie Lady Furness ihr Entrecôte mochte. In der Gegenwart von Cesar Ritz fühlten sich auch die scheuen Herrschaften wohl. Er war für sie nicht mehr der Oberkellner oder Direktor, sondern „mon cher Ritz“.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Ritz3.jpg"><img decoding="async" width="311" height="214" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Ritz3.jpg" alt="Gemälde einer eleganten Gartenszene im Belle-Époque-Stil, mit festlich gekleideten Menschen, dekorierten Tischen, Lichtern und Blumen in einem lebhaften Ambiente." class="wp-image-2971" style="width:465px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Ritz3.jpg 311w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Ritz3-300x206.jpg 300w" sizes="(max-width: 311px) 100vw, 311px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Auf der Gartenterrasse des Pariser Ritz, ca. 1908. Gemälde von Georges Jeanniot</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">César Ritz führte anschließend sehr erfolgreich Grandhotels in San Remo, Luzern und Monte Carlo. Mit einer hervorragenden Küche, tadellosem Service und Events wie Bootspartien, Bällen und Konzerten machte er aus den Häusern gesellschaftliche Zentren der Aristokratie und des Geldadels. In London managte er sehr erfolgreich das Savoy, in Frankfurt den Frankfurter Hof und in Rom das St. Regis – Hotels, die noch heute einen legendären Ruf genießen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1886, da war Ritz Hoteldirektor des Grand Hotel National in Luzern, lobte ihn das „Wiener Salonblatt“ in höchsten Tönen: „Herr Cäsar Ritz macht den Eindruck eines Kavaliers vom Scheitel bis zur Zehe – von den denkbar feinsten gesellschaftlichen Formen, die Sprachen aller Kulturnationen vollkommen beherrschend, so dass er den französischen, englischen, russischen, italienischen Gästen wie ein Landsmann erscheint, übt er auf jedermann einen wahrhaft bestrickenden Eindruck.“ &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Krönung seines Lebenswerks wurde 1898 schließlich das erste nach ihm benannte Hotel in einem umgebauten Palais an der Place Vendôme in Paris – das Hotel Ritz. Hier führte er Neuerungen durch, die für Grandhotels zur ultimativen Messlatte werden sollten. In den Mittelpunkt der Gastlichkeit rückten Restaurant und Koch. So sorgte in Paris der beste Küchenchef seiner Zeit, Auguste Escoffier, für das leibliche Wohl der verwöhnten Gäste. Außerdem ließ Ritz alle Zimmer mit Marmorbädern, elektrischem Licht und Telefonen ausstatten, damals für Grandhotels keine Selbstverständlichkeit. Der renommierte Dekorateur Charles <em>Mewès</em> entwarf für das Hotel die Inneneinrichtung – rosa gedämpftes Licht, Musselin und helle Wandfarben statt schwerer Brokatvorhänge –, deren dezenter Stil auch für die späteren Ritz-Häuser typisch war. Mit dem überladenen barocken Pomp damaliger Grandhotels hatte <em>Mewès</em> rigoros Schluss gemacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Puttin‘ on the Ritz“ – Wirf dich in Schale!</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der ersten Stammgäste war der Dichter Marcel Proust, der fast täglich im Ritz speiste. Über Scott Fitzgerald, den Autor vom „Großen Gatsby“ heißt es, er habe sich nachts wie ein Schimpanse an Kronleuchtern durch den Saal geschwungen. Legende oder Wahrheit? „Egal“, hätte vielleicht das PR-Genie César Ritz geantwortet, „Hauptsache, man spricht über uns.“ Ein paar exzentrische Gäste unter den Prominenten konnten dem Nimbus des Ritz nicht schaden. Im Gegenteil. Das Hotel entwickelte sich so erfolgreich, dass der nächste Schritt vorprogrammiert war: die Gründung der „Ritz Development Co.“, die weltweit Lizenzabkommen mit Luxushotels schloss. Viele Hotels tragen noch heute den Namen „Ritz“, aber nicht alle würden den Ansprüchen des „größten Hoteliers aller Zeiten“ genügen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Ritz4.jpg"><img decoding="async" width="254" height="310" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Ritz4.jpg" alt="Historisches Schwarz-Weiß-Foto eines prunkvollen Innenraums mit Säulen, gläserner Decke, Kronleuchtern und eleganten Möbeln, vermutlich aus der Belle-Époque." class="wp-image-2972" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Ritz4.jpg 254w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Ritz4-246x300.jpg 246w" sizes="(max-width: 254px) 100vw, 254px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Palmenhof im Londoner Ritz (ca. 1907)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1929 inspirierte das New Yorker Ritz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Irving_Berlin" target="_blank" rel="noopener">Irving Berlin</a>&nbsp;zu dem Evergreen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Puttin%E2%80%99_on_the_Ritz" target="_blank" rel="noopener"><em>Puttin’ on the Ritz</em></a> (was in etwa mit „sich fürs Ritz in Schale werfen“ übersetzt werden kann).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Ritz in Paris konnte das hohe Qualitätsniveau nicht halten. 1976 wurde das mittlerweile verlustbringende Hotel verkauft. Trotz millionenschwerer Investitionen zählt das Fünf-Sterne-Haus nicht mehr zu den Top-Hotels in Paris der neu gebildeten Kategorie „Palace Hotel“. Nach wie vor gehört es aber zur Allianz der „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/The_Leading_Hotels_of_the_World" target="_blank" rel="noopener">Leading Hotels of the World</a>“. Und sein Ruf ist dank berühmter Gäste wie Rudolph Valentino, Orson Welles, Coco Chanel und Audrey Hepburn im wahrsten Sinne des Wortes legendär. Dazu gehören auch die Tragödien: Am 31. August 1997 verbrachte Lady Diana im Ritz die letzten Stunden ihres Lebens.</p>
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		<title>Abbazia an der „Österreichischen Riviera“: Refugium der Habsburger feinen Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Nov 2023 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Abbazia]]></category>
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		<category><![CDATA[Hotel Kvarner]]></category>
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					<description><![CDATA[In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts entwickelten sich im Nordwesten Kroatiens verträumte Fischerdörfer und Hafenstädtchen innerhalb weniger Jahre zu mondänen Seebädern und Kurorten der Habsburger Doppelmonarchie. Unter diesen Juwelen auf der Halbinsel Istrien war Abbazia an der Kvarner Bucht wohl der nobelste Ort. Mit seinen prachtvollen Villen, edlen Restaurants und Kaffeehäusern, Kureinrichtungen und Grandhotels, [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts entwickelten sich im Nordwesten Kroatiens verträumte Fischerdörfer und Hafenstädtchen innerhalb weniger Jahre zu mondänen Seebädern und Kurorten der Habsburger Doppelmonarchie. Unter diesen Juwelen auf der Halbinsel Istrien war<em> Abbazia</em> an der Kvarner Bucht wohl der nobelste Ort. Mit seinen prachtvollen Villen, edlen Restaurants und Kaffeehäusern, Kureinrichtungen und Grandhotels, den Gartenanlagen, verträumten Buchten und der palmengesäumten Promenade brauchte Abbazia den Vergleich selbst mit Nizza oder Cannes nicht zu scheuen. Und so wurde der idyllische Küstenstreifen an der Adria fortan folgerichtig auch „Österreichische Riviera“ genannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Aufstieg Abbazias zum Seebad hatte die <em>Südbahn</em>, die Wien mit der Handelsmetropole Triest verband, entscheidend beigetragen: Ab 1873 war die Hautevolee Wiens mit der Bahn in weniger als zwölf Stunden am Meer, in der damaligen Zeit nicht mehr als ein Katzensprung. Die Gäste aus Budapest, Prag oder anderen Städten des Kaiserreichs brauchten länger, aber Zeit hatte für Reisende eine andere Bedeutung als heute. Später gab es auch eine Verbindung von München aus. Die Erholungsuchenden verließen am Bahnhof von Matulji den Zug und fuhren mit einer Straßenbahn direkt zu ihren Hotels im sieben Kilometer entfernten Abbazia. Der weitsichtige Direktor der Südbahngesellschaft, Friedrich Schüler, hatte bereits ab Anfang der Achtzigerjahre des 19. Jahrhunderts das erste einer Reihe luxuriöser Hotels errichten lassen und damit frühzeitig dafür gesorgt, dass sich Abbazia zum Treffpunkt der Reichen und Mächtigen nicht nur aus Österreich-Ungarn entwickeln konnte. Abbazia, das heutige Opatija, wurde zum Sehnsuchtsziel für Europas wohlhabende Elite aus Aristokratie und Bürgertum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1884 eröffnete die Südbahn das „Hotel Kvarner“ und katapultierte Abbazia damit endgültig in die Erste Liga der internationalen Kur- und Seebäder Europas. Das „Kvarner“ war nicht nur ein Grandhotel, das seine Gäste mit jedem erdenklichen Komfort verwöhnte, sondern gleichzeitig auch Sanatorium. Den Kurgästen wurde mehr geboten als nur die bis dahin üblichen Massagen und Wannenbäder (in Milch, Wein oder Meerwasser), nämlich ein eigens entwickeltes gesundheitliches Gesamtkonzept, für das ein interdisziplinär zusammengesetztes Ärzteteam verantwortlich zeichnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch kaiserliches Dekret vom 4. März 1889 wurde Abbazia zum ersten heilklimatischen Kurort an der österreichischen&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Adriatisches_Meer" target="_blank" rel="noopener">Adriaküste</a>&nbsp;erhoben. Viele gekrönte Häupter aus ganz&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Europa" target="_blank" rel="noopener">Europa</a>&nbsp;und das Großbürgertum machten es zu einem auch international bekannten Seebad.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia2-e1700085412851.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="695" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia2-1024x695.jpg" alt="Hotel am Meer" class="wp-image-2582"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Hotel Kvarner (Quarnero) mit den Bädern (um 1900) </figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia3-scaled-e1700085579796.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="858" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia3-1024x858.jpg" alt="Menschen an einer Brüstung" class="wp-image-2583"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Auf der Terrasse des Hotels Kvarner, 1913</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Immer mehr Hotels und Pensionen entstanden danach, auch preiswerte für die weniger wohlhabenden Schichten. Allein bis 1890 waren es fünfundachtzig neue Häuser. 1885 nahm die zweite legendäre Luxusherberge Abbazias, das „Hotel Kronprinzessin Stephanie“ (heute Hotel Imperial), ihren Betrieb auf. Die Prinzessin kurte auch selbst regelmäßig in diesem Hotel. Nicht nur der gesundheitliche Aspekt eines Kuraufenthalts lockte Gäste aus ganz Europa ganzjährig nach Abbazia. Der Ort hatte noch viel mehr zu aufzuweisen: Varietés, Theater und Musikbühnen boten Unterhaltungsmöglichkeiten, wie man sie auch aus Wien kannte. Darüber hinaus sorgten Fecht- und Tennisturniere, Wettkämpfe im Rudern und Schwimmen, Schießwettbewerbe, Ausflugsfahrten mit Dampfern und&nbsp;Segelregatten für Kurzweil. Mit am wichtigsten war das Sehen und Gesehen werden. Der Spaziergang auf dem zwölf Kilometer langen „Lungomare Franz Joseph“ entlang des Meeres gehörte zum täglichen Pflichtprogramm der Kurgäste.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="371" height="565" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia4.jpg" alt="Historisches Werbeplakat" class="wp-image-2584" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia4.jpg 371w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia4-197x300.jpg 197w" sizes="auto, (max-width: 371px) 100vw, 371px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Werbeplakat von 1911</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">55 Kilometer von Abbazia entfernt, an der sogenannten ungarischen Riviera, hatte sich gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein weiteres Fischerdorf zu einem Heilkurort mit dem Flair der k.u.k. Monarchie entwickelt: <em>Crikveniza</em>. Dass das 1895 eröffnete „Grandhotel Erzherzog Joseph“ direkt an einem Sandstrand lag erwies sich als großer Vorteil, denn ungefähr ab der Jahrhundertwende wurde das Baden im Meer immer beliebter. Anders als im österreichischen Seebad Grado an der italienischen Adria durften Männer und Frauen in den Badeanstalten Abbazias und Crikveniza das Meerwasser gemeinsam genießen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="454" height="312" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia5.jpg" alt="Fotol von historischem Hotel" class="wp-image-2585" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia5.jpg 454w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia5-300x206.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 454px) 100vw, 454px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Grandhotel Erzherzog Joseph (heute Grandhotel Kvarner Palace) in Crikveniza (um 1900)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia6-e1700086107423.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="346" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia6-e1700086107423.jpg" alt="Umkleidekabinen am Strand" class="wp-image-2586"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Crikveniza, ca. 1910 </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum Ersten Weltkrieg gehörten Abbazia und Crikveniza ebenso wie Lovran, Losinj, Rijeka oder Portoroz an der Küste Istriens zu den elegantesten Seebädern Europas. Ohne die Anbindung der Adria an den Donauraum durch die Südbahn wäre dies sicher nicht möglich gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem ersten Weltkrieg verfielen die meisten Hotelbauten. Und heute? Mit der Aufnahme Kroatiens in die EU begann wieder ein rasanter Aufschwung. Wer sich auf die Suche nach dem k.u.k. Charme und dem Lifestyle der damaligen Zeit begibt, wird nicht enttäuscht. Das Flair jener Ära ist noch überall zu spüren. „Saher torta“ (Sachertorte) und Kaiserschmarrn schmecken in den zahlreichen Cafés jedenfalls noch genauso gut wie damals.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="377" height="288" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia7.jpg" alt="Foto von einem Hotel" class="wp-image-2587" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia7.jpg 377w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia7-300x229.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 377px) 100vw, 377px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Grandhotel Kvarner Palace / Hotel Therapia in Crikvenica</figcaption></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Besichtigungstipps</strong><br>Das 4-Sterne <em>Hotel Kvarner</em> in Opatija war das erste Hotel an der Adriaküste.&nbsp;Sein historisches Gebäude wird häufig als Messlatte für Eleganz und Kultiviertheit aller&nbsp;Hotels in Opatija angesehen. Wenn sie dort nicht übernachten, sollten Sie sich zumindest auf der Terrasse einen Mokka oder eine Wiener Melange gönnen.<br>Im Tourismusmuseum, das in der prächtigen <em>Villa Angiolina</em> untergebracht ist, können Sie sich mit der Geschichte von Opatija vertraut machen und erfahren, warum diese Stadt mit ihrem mediterranen Charme seit vielen Jahrzehnten zahlreiche Gäste anlockt. Die Villa Angiolina ist eine ehemalige Sommerresidenz, in der im 19. Jahrhundert zahlreiche Prominente aus Adel, Wissenschaft und Wirtschaft wohnten.<br><a href="http://www.visitopatija.com" target="_blank" rel="noopener">www.visitopatija.com</a></pre>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia8-e1700086430402.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="569" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/11/Abbazia8-e1700086430402.jpg" alt="Foto von einem Hotel mit Swimmingpool" class="wp-image-2580"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Hotel Kvarner</figcaption></figure>
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		<title>Mit dem Baedeker auf der Jagd nach Sehenswürdigkeiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Nov 2023 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Personen]]></category>
		<category><![CDATA[Baedeker-Reiseführer]]></category>
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		<category><![CDATA[Karl Bädeker]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit dem Siegeszug von Dampfschiff und Eisenbahn änderten sich auch die Wünsche und Bedürfnisse der Bildungsreisenden aus dem wohlhabenden Bürgertum. Die Devise lautete jetzt, in möglichst kurzer Zeit viele Ziele und Sehenswürdigkeit, nun ja, „abzuhaken“ (und dabei unnötige Geldausgaben zu vermeiden). Gefragt waren praktische Informationen über Bahnhöfe, Verkehrsverbindungen, Hotels und Museen, Kaffeehäuser, Preise, Trinkgelder usw. [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Siegeszug von Dampfschiff und Eisenbahn änderten sich auch die Wünsche und Bedürfnisse der Bildungsreisenden aus dem wohlhabenden Bürgertum. Die Devise lautete jetzt, in möglichst kurzer Zeit viele Ziele und Sehenswürdigkeit, nun ja, „abzuhaken“ (und dabei unnötige Geldausgaben zu vermeiden). Gefragt waren praktische Informationen über Bahnhöfe, Verkehrsverbindungen, Hotels und Museen, Kaffeehäuser, Preise, Trinkgelder usw. und über Gefahren, die in fremden Gestaden auf unerfahrene Touristen lauerten. Der Buchhändler Karl Bädeker erkannte die Marktlücke und gab 1832 in seiner Koblenzer Verlagsbuchhandlung seinen ersten Reiseführer heraus („Rhein­rei­se von Mainz bis Köln. Hand­buch für Schnell­rei­sen­de&#8220;), der zum Vor­läu­fer einer Vielzahl von Rei­se­hand­bü­chern mit dem charakteristischen roten Bucheinband wer­den soll­te. Zunächst widmeten sich die Reiseführer seines Verlags nur Mitteleuropa, nach dem Tod von Karl Bädeker kamen fernere Länder hinzu.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/10/Baedecker2-e1698230040828.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="482" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/10/Baedecker2-e1698230040828.jpg" alt="Seiten aus altem Reiseführer" class="wp-image-2559"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Baedeker „Italien“, 1908)  (Privatarchiv Kleinert</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Karl Bädeker, der auch selbst für die Reiseführer recherchierte, war ein Genauigkeitsfanatiker oder, wie man im wahrsten Sinne des Wortes auch sagen könnte, ein Erbsenzähler. So wurde er 1847 auf den Treppen zum Turm des Mailänder Doms dabei beobachtet, wie er alle zwanzig Stufen eine Erbse aus seiner Weste holte und sie in die Hosentasche steckte. Oben angekommen zählte er die Erbsen, multiplizierte sie mit zwanzig und addierte die restlichen Stufen hinzu: „194 Stufen im Innern des Gebäudes, 300 am Äußern, davon 150 für den Turm.“ So steht‘s dann auch in „Baedeker&#8217;s Ober-Italien“ von 1855. Akribie, Zuverlässigkeit und die sachlich-knappe Sprache wurden zum Markenzeichen der Baedeker-Reisehandbücher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Umzug des Verlags in die Buchmetropole Leipzig im Jahr 1872 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs umfasste die Baedeker-Palette über fünfzig Titel, darunter englisch- und französischsprachige Ausgaben und Klassiker wie „Palästina und Syrien“, „Ägypten“, „Russland“, „Nordamerika“ und „Indien“. Regelmäßig wurden die Bücher aktualisiert und ergänzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur das Bürgertum nutzte den Baedeker für Reisen im In- und Ausland. Auch Autoren wie Jules Verne und Karl May ließen sich beim Schreiben ihrer Romane vom Baedeker inspirieren. Karl May folgte auf seiner großen Orientreise 1899/1900 darüber hinaus selbst dessen Empfehlungen. Er machte sich zwar über die Leute, die „krampfhaft den roten Führer“ in der Hand hielten lustig, ließ aber kaum eine der beschriebenen Sehenswürdigkeiten aus. Mark Twain und der britische Kämpfer für die arabische Unabhängigkeit, Lawrence von Arabien, sind weitere Beispiele für prominente Reisende, die sich am Baedeker orientierten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/10/Baedecker3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="405" height="304" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/10/Baedecker3.jpg" alt="Altes Gemälde mit Reisenden" class="wp-image-2560" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/10/Baedecker3.jpg 405w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/10/Baedecker3-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 405px) 100vw, 405px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Reisende um 1900, bewaffnet mit Feldstecher und „Baedeker“ (hinten links). Gemälde von Alfred Menzel (1892)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Den Ersten Weltkrieg überstand der Verlag noch relativ unbeschadet, in ernsthafte Schwierigkeiten kam er erst in der Zeit der Weltwirtschaftskrise. Ein staatlicher Kredit rettete den Verlag, machte ihn aber von den neuen Machthabern in Deutschland abhängig. In die Reiseführer floss zunehmend NS-Propaganda. So nennt zum Beispiel der Band „Berlin“ von 1936 als wichtigen Besuchsort das Sterbezimmer des „Märtyrers der Bewegung“, des SA-Sturmführers Horst Wessel. 1943 erschien der Band&nbsp;<em>Das Generalgouvernement</em>.&nbsp;Der Band beschrieb in klassischer Baedeker-Manier die besetzten polnischen Gebiete als von germanischer Kolonisation geprägtes urdeutsches Kulturland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Zweiten Weltkrieg führte ein Großneffe Karl Bädekers das Unternehmen weiter. Heute gehört der Verlag zu MairDumont bei Stuttgart und gibt unter der Dachmarke „Baedeker-Allianz-Reiseführer“ über 160 Reiseführer heraus. Trotz der Konkurrenz von Handy oder Tablet schätzen unzählige Touristen den Baedeker wegen seiner Fülle praktischer Informationen und der nüchternen Sprache nach wie vor – auch wenn manche Bände kaum mehr in eine Jacken- oder Manteltasche passen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/10/Baedecker4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="537" height="432" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/10/Baedecker4.jpg" alt="Holzstich einer Ruinenstadt" class="wp-image-2561" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/10/Baedecker4.jpg 537w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/10/Baedecker4-300x241.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 537px) 100vw, 537px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Holzstich des Hadriantors in Palmyra. Aus dem Baedeker „Palästina und Syrien“ (1882). 2015 wurde die Ruinenstadt fast vollständig von der IS-Miliz zerstört</figcaption></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Lesetipp (1): Die Welt des Baedeker: Eine Medienkulturgeschichte des Reiseführers 1830-1945</strong>
Der Verfasserin Susanne Müller erzählt am Beispiel des populärsten europäischen Reiseführers die Geschichte des modernen Tourismus von den Anfängen um 1830 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie ist eng verwoben mit der Aufklärung und dem Aufstieg des Bürgertums, der Entstehung von Dampfschifflinien, der Eisenbahn sowie der modernen Fotografie.&nbsp;
<em>354 Seiten, Paperback, 34,95 €, Campus Verlag, Frankfurt a. M., 2012</em>
<a href="https://amzn.to/3FxenGi" target="_blank" rel="noopener">Link zu Amazon: Susanne Müller: Die Welt des Baedeker (Anzeige) </a>

<strong><em>Reisen damals</em>-Lesetipp (2): Baedeker's Handbuch für Schnellreisende</strong>
Christian Koch und drei weitere Autoren haben skurrile Anekdoten aus den ersten 100 Jahren der Baedeker-Reiseführer zusammengetragen und unterhaltsam kommentiert. Eine interessante Lesereise in die Anfänge des heutigen Tourismus.
<em>384 Seiten, Hardcover, 17,95 €, DuMont Reiseverlag / Karl Baedeker Verlag, Ostfildern, 2020</em>
<a href="https://amzn.to/3tM8q5M" target="_blank" rel="noopener">Link zu Amazon: Christian Koch: Baedeker's Handbuch für Schnellreisende</a></pre>
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		<title>Berlin-Fasanenstraße. Ein Spaziergang durch 100 Jahre Geschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Sep 2023 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin-Fasanenstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Delphi Palais]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturhaus Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Nelson-Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Zwanziger Jahre]]></category>
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					<description><![CDATA[Über den Kurfürstendamm „mit seinen stattlichen Privatbauten, zahlreichen Cafés und den eleganten Automobilen“ zu flanieren, gehörte in den Zwanzigern zu den Empfehlungen des „Baedekers“. Das gilt natürlich auch noch heute. Und wie die Gäste der Reichshauptstadt damals versäumen es auch viele der heutigen Touristen, dabei einen lohnenden Abstecher durch die Fasanenstraße zu machen. Diese edle [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Über den Kurfürstendamm „mit seinen stattlichen Privatbauten, zahlreichen Cafés und den eleganten Automobilen“ zu flanieren, gehörte in den Zwanzigern zu den Empfehlungen des „Baedekers“. Das gilt natürlich auch noch heute. Und wie die Gäste der Reichshauptstadt damals versäumen es auch viele der heutigen Touristen, dabei einen lohnenden Abstecher durch die Fasanenstraße zu machen. Diese edle Kunst- und Galeriemeile im Ortsteil Charlottenburg ist den Berlinern natürlich nicht unbekannt, sie fristet aber in den Reiseführern ein Schattendasein. Die Straße kreuzt den Kurfürstendamm an seiner wohl schönsten Ecke und beeindruckt die Besucher durch viele unversehrt gebliebene oder aufwändig restaurierte Gründerzeithäuser, in denen berühmte Literaten und Künstler residierten. Der Gang über die Fasanenstraße ist so etwas wie eine Reise in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts – was man übrigens von der weitaus berühmteren Friedrichstraße im Berliner Osten nicht behaupten kann. Vom Vorkriegsglanz dieser einstigen weltbekannten Einkaufs- und Amüsiermeile Berlins ist durch den Krieg und die mehrfachen „Neugestaltungen“ nach der Wiedervereinigung so gut wie nichts übriggeblieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><em>Reisen damals</em>-Tipp Nr. 1: Machen Sie eine Zeitreise zu Fuß</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beginnen Sie den Spaziergang an der Hardenbergstraße, und laufen Sie dann die Fasanenstraße in Richtung Süden bis zur Pariser Straße (ca. 1,5 km). Achten Sie auf die folgenden Highlights:</p>



<h3 class="wp-block-heading">Von der Hardenbergstraße bis zur Kantstraße</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das <em>Savoy Hotel</em> an der Ecke Kantstraße wurde 1930 eröffnet. Thomas Mann pflegte hier in der Havanna-Bar des Öfteren eine Zigarre zu genießen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr2-e1693863412416.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="429" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr2-e1693863412416.jpg" alt="Foto vom Theater des Westens" class="wp-image-2495"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Theater des Westens mit dem Sankt-Lukas-Haus im Hintergrund </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im <em>Theater des Westens </em>(Bj. 1895/96), schräg gegenüber vom <em>Savoy</em>, wurden in den zwanziger Jahren opulent ausgestattete Revuen und Operetten aufgeführt. Gleich nebenan befindet sich der <em>Delphi Filmpalast (1927/28). </em>Hollywoodstars wie Ava Gardner, Gary Cooper und James Stewart&nbsp;feierten im Nachkriegsberlin hier glanzvolle Premieren. Das&nbsp;<em>Delphi-Palais</em>, wie es früher hieß, war ursprünglich ein Tanzlokal. Das <em>Sankt-Lukas-Haus</em> in der Fasanenstraße 13 ist ein burgartiges Gebäude mit Erkern, Zinnen, Türmchen und Balkonen Das Haus beherbergte Ateliers für Bildhauer und Maler. Noch heute werden einige Ateliers und Wohnungen von Künstlern genutzt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr3-e1693863626119.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr3-e1693863626119.jpg" alt="Foto eines Hauses in Berlin" class="wp-image-2486" style="width:390px;height:450px" width="390" height="450"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Sankt-Lukas-Haus</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Oktoberrevolution&nbsp;im Jahr 1917 wohnten hier im Charlottenburger Kiez um Kantstraße und Kurfürstendamm zahlreiche russische Intellektuelle, weshalb das Gebiet von den Berlinern auch „Charlottengrad“ genannt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Fasanenstraße 79/80 wurde am Ort der 1912 eingeweihten Synagoge 1958/59 der Neubau des <em>Jüdischen Gemeindehauses </em>errichtet. Die Synagoge war in der Pogromnacht im November 1938&nbsp;in Brand gesteckt worden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Von der Kantstraße bis zum Kurfürstendamm</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das heutige<em> Hotel Bristol Berlin</em>&nbsp;an der Ecke zum Kurfürstendamm&nbsp;war als Hotel Kempinski<em> </em>(Bj. 1951/52)<em> </em>bis in die 1970er Jahre das einzige Luxushotel Berlins. Zu den Gästen zählten Sophia Loren, Gregory Peck, Gary Grant, der Dalai Lama und Michael Gorbatschow. Der ursprüngliche Name&nbsp;<em>Kempinski</em>&nbsp;geht auf die unter den Nazis enteigneten jüdischen&nbsp;Besitzer zurück, der ab 1926 an dieser Stelle ein Edel-Restaurant betrieb.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="448" height="250" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr4.jpg" alt="Foto vom Bristol Hotel in Berlin" class="wp-image-2487" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr4.jpg 448w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr4-300x167.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Hotel Bristol (ehemals Kempinski)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Eckhaus (Bj. 1895/96) mit dem spitzen Giebel schräg gegenüber vom Bristol betrieb von 1921 bis 1928 der Komponist und Pianist <em>Rudolf Nelson</em> das bekannte&nbsp;<em>Nelson-Theater</em>. Nelsons Revuen und Operetten mit Stars wie Marlene Dietrich, Hans Albers und Claire Waldoff trugen in den Zwanziger Jahren zum legendären Ruf von Berlin als Zentrum der Unterhaltung entscheidend bei. Auch Josephine Baker&nbsp;trat hier mit ihrem berühmten „Bananenröckchen“ auf und ließ sich vom Publikum begeistert feiern. 1934 wurde das&nbsp;<em>Nelson-Theater</em>&nbsp;zum Kino&nbsp;<em>Astor</em>&nbsp;umgebaut. Seit der Schließung im Jahr 2002 befindet sich dort ein Modegeschäft, in dessen Gestaltung Teile der Kinoarchitektur einbezogen wurden.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="308" height="220" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr5.jpg" alt="Foto vom Kurfürstendamm in Berlin" class="wp-image-2488" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr5.jpg 308w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr5-300x214.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 308px) 100vw, 308px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Ehemaliger Standort des Nelson-Theaters </figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="487" height="611" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr6.jpg" alt="Foto von Josephine Baker" class="wp-image-2489" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr6.jpg 487w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr6-239x300.jpg 239w" sizes="auto, (max-width: 487px) 100vw, 487px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Josephine Baker   </figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Kurfürstendamm bis zur Lietzenburger Straße</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen dem Kurfürstendamm und der Lietzenburger Straße beeindruckt die Fasanenstraße durch die vielen hochherrschaftlichen Häuser aus der Gründerzeit. Dazwischen, in einem grünen Stadtgarten mit altem Baumbestand, liegt das <em>Wintergartenensemble</em>&nbsp;mit dem <em>Literaturhaus Berlin</em> und dem Auktionshaus <em>Villa Griesebach</em>.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr7-e1693864571321.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr7-e1693864571321.jpg" alt="Foto eines Hauses in Berlin" class="wp-image-2490" style="width:498px;height:374px" width="498" height="374"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Wintergartenensemble</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr8.jpg" alt="Foto Haus in Berlin" class="wp-image-2491" style="width:495px;height:660px" width="495" height="660" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr8.jpg 585w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr8-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 495px) 100vw, 495px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Villa Griesebach</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In dem hochherrschaftlichen Wohnhaus (Nr. 24) nebenan befand sich bis Mitte 2022 das <em>Käthe-Kollwitz-Museum</em>, das 2022 in den ehemaligen Theaterbau vom Schloss Charlottenburg verlegt wurde. In die freigewordenen Räume der Stadtvilla zieht Ende 2022 das <em>Exilmuseum Berlin</em> – bis es irgendwann einmal an seinem Wunschstandort am geschichtsträchtigen Anhalter Bahnhof (von dem allerdings nur noch die Portalruine existiert) seinen endgültigen Platz finden wird. Das Exilmuseum würdigt die Menschen, die Deutschland wegen der NS-Herrschaft verlassen mussten. Vom Anhalter Bahnhof fuhren viele der betroffenen Personen, wie zum Beispiel Heinrich Mann oder Bertolt Brecht, ins Exil. Erinnerungstafeln an den Hauswänden und im Straßenpflaster eingelassene Stolpersteine erinnern an das Schicksal Vertriebener oder Deportierter, die ihren Wohnsitz in der Fasanenstraße hatten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr9.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr9.jpg" alt="Foto Haus in Berlin" class="wp-image-2492" style="width:528px;height:396px" width="528" height="396" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr9.jpg 636w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr9-300x225.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 528px) 100vw, 528px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Fasanenstraße 24</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In der Fasanenstraße 69, hier befindet sich heute die <em>Hotel-Pension Funk</em>, wohnte zwischen 1931 und 1937 die Filmschauspielerin <em>Asta Nielsen</em>. Im Nachbarhaus lebte und lehrte ab 1931 die berühmte russische&nbsp;Tanzpädagogin <em>Tatjana Gsovsky</em>.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Umfeld des <em>Wintergartenensembles</em> haben sich Luxusläden, Kanzleien, Verlage, Restaurants und Familienhotels angesiedelt. Mit den überwiegend inhabergeführten Geschäften und der Ansiedlung mehrerer Galerien wird an die Tradition der Fasanenstraße als vornehme Flaniermeile angeknüpft.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><em>Weiter zum Fasanenplatz</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nach der vielbefahrenen Lietzenburger Straße&nbsp;gibt es rund um den Fasanenplatz Restaurants, Galerien, edle Läden und prachtvolle Gründerzeitbauten mit schönen Hausfassaden. Am Fasanenplatz und in den umliegenden Straßen lebten viele Künstler und Schriftsteller. Prominenteste Bewohner am Platz waren die Schriftsteller <em>Gerhart Hauptmann</em> und <em>Heinrich Mann</em>.&nbsp;Hauptmann lebte dort Mitte der 1890er Jahre im heutigen Haus Fasanenstraße 39, Mann wohnte von 1932 bis 1933 im Haus Fasanenstraße 61. Häufig war er Gast in den nahegelegenen Nachtlokalen. In einem der Etablissements lernte er die Animierdame Nelly Kröger&nbsp;kennen, die er 1939 im Exil heiratete.<em></em></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr10.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Fasanenstr10.jpg" alt="Haus in Berlin" class="wp-image-2493" style="width:423px;height:318px" width="423" height="318"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Wohnhaus von Heinrich Mann</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Gedenktafeln am Nachbargebäude erinnern an <em>Bruno Balz</em> und <em>Michael Jary</em>. Zusammen schufen die beiden Künstler Evergreens wie<strong> „</strong>Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“, den Song, den die Sängerin Zarah Leander 1942 zum Hit machte. Im Haus Fasanenstraße 26 wohnte 1920 nach seiner Ernennung der päpstliche Nuntius&nbsp;Eugenio Pacelli, der spätere <em>Papst Pius XII</em>. Im Eckgebäude gegenüber schrieb <em>Robert Musil</em>&nbsp;von 1931 bis 1933 an seinem Hauptwerk „Der Mann ohne Eigenschaften“.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><em>Reisen damals</em>-Tipp Nr. 2<em>: </em><em>Eine Erholungspause im Café des Literaturhauses</em></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Schritte vom turbulenten Kurfürstendamm entfernt liegt in einem kleinen Garten das <em>Café im Literaturhaus Berlin</em>. Zusammen mit der Buchhandlung Kohlhaas &amp; Co und dem Literaturhaus als Ort für Veranstaltungen und Ausstellungen bildet es ein auch architektonisch beeindruckendes Ensemble. Die Gäste des Cafés sitzen im Wintergarten, in den hohen stuckverzierten Räumen, im Garten oder auf der kleinen Terrasse. Frühstücken kann man hier täglich ab 9 Uhr. Von 11.30 an gibt es bis 23 Uhr durchgehend warme Küche mit monatlich wechselnden Gerichten (Fasanenstraße 23, Tel. 030 882 54 14).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.literaturhaus-berlin.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.literaturhaus-berlin.de</a></p>
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		<title>Eden Hotel und Hotel Adlon – die Top-Hotels der Reichshauptstadt </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Sep 2023 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Eden Hotel]]></category>
		<category><![CDATA[Ernest Hemingway]]></category>
		<category><![CDATA[Hotel Adlon]]></category>
		<category><![CDATA[Marlene Dietrich]]></category>
		<category><![CDATA[Reichshauptstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Zwanziger Jahre]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Eden Hotel gegenüber der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dem Zoologischen Garten galt in den 1920er Jahren als das modernste und luxuriöseste Grandhotel im Westen der Stadt. Der Bau von 1912 war mit seiner neobarocken Muschelkalkfassade das erste Berliner Hotel mit einem Dachgarten (sogar mit einem Minigolfplatz). Die Americain Bar in der fünften Etage galt als Treffpunkt [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Das <em>Eden Hotel</em> gegenüber der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dem Zoologischen Garten galt in den 1920er Jahren als das modernste und luxuriöseste Grandhotel im Westen der Stadt. Der Bau von 1912 war mit seiner neobarocken Muschelkalkfassade das erste Berliner Hotel mit einem Dachgarten (sogar mit einem Minigolfplatz). Die <em>Americain Bar</em> in der fünften Etage galt als Treffpunkt der gut betuchten Berliner Gesellschaft und kauf- und vergnügungsfreudiger Touristen. Für die meisten ausländischen Gäste war Deutschland aufgrund der Schwäche der Reichsmark ein ausgesprochen preiswertes Reiseland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Stammgästen der Americain Bar zählten bekannte Künstler und Literaten wie Heinrich Mann, Erich Maria Remarque, Gustav Gründgens und Marlene Dietrich. (Wo war Marlene in den Zwanzigern eigentlich nicht?) Der damals noch unbekannte Neuberliner Billy Wilder verdiente sich hier sein erstes&nbsp;Geld in einer Profession, die es in Deutschland nur in den Zwanzigern gab: Als sogenannter Eintänzer hatte er im Dienst des Hotels beim Tanztee auf dem Dachgarten Damen ohne männliche Begleitung zum Tanz aufzufordern. Das Eden wurde im 2. Weltkrieg zerstört und in den fünfziger Jahren abgerissen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="331" height="232" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon2.jpg" alt="Historische Postkarte Bar des Eden Hotels" class="wp-image-2476" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon2.jpg 331w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon2-300x210.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 331px) 100vw, 331px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Americain Bar des Eden Hotels </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Auch Ernest Hemingway logierte im Eden Hotel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Eindruck vom Flair des Hotels vermittelt der nachstehende Auszug aus der Erzählung „Das Hemingway-Komplott“. Es ist belegt, dass Hemingway sich 1931 anlässlich der Theaterpremiere seines Bestsellers „In einem andern Land“ in Berlin aufhielt und im Eden gewohnt hat. In der (fiktiven) Erzählung trifft er in der Americain Bar den jungen Reporter Frank Hartung, der einer Verschwörung auf der Spur ist.&nbsp; <em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</em></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="346" height="213" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon3.jpg" alt="Historische Postkarte Eden Hotel" class="wp-image-2477" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon3.jpg 346w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon3-300x185.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Dachgarten des Eden Hotels </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Es war schon spät, als ein Engel in Weiß die Bar betrat – Marlene Dietrich. Langsam durchschritt sie den Raum und nahm mit ihrer Entourage in den Ledersesseln am Kamin Platz. Hemingway bemerkte sie sofort und war hingerissen. Sie sah in ihrem weißen Hosenanzug und mit dem Matrosenkäppi auf dem gelockten Haar ungemein attraktiv aus. Marlene Dietrich arbeitete zwar in Hollywood, hielt sich aber häufig in Berlin auf. Hemingway kannte natürlich den „Blauen Engel“, die Filmpremiere war auch in Amerika begeistert gefeiert worden. Er bat mich, den Kontakt zu ihr herzustellen.</em><br><em>„Seien Sie charmant und witzig, Frank. Das darf nicht schiefgehen.“</em><br><em>Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, ging zu ihr hinüber und sprach sie an:</em><br><em>„Madame Dietrich, Hem, äh, Ernest, also Mr. Hemingway würde sich freuen, Ihre Bekanntschaft machen zu dürfen“, stammelte ich aufgeregt.</em><br><em>„Hemingway, Ernest Hemingway? Ich habe ‚Fiesta‘ gelesen. War nicht schlecht. Ist er hier?“, fragte sie mich und zog dabei eine Augenbraue hoch.</em><br><em>„Ja, Frau Dietrich“, antwortete ich. „Er sitzt drüben an der Bar.“</em><br><em>Marlene zog an ihrer Zigarettenspitze, sah kurz hinüber und blickte mich dann intensiv an. So, wie nur Marlene Dietrich blicken konnte. Kein Wunder, dass ihr die Männerwelt zu Füßen lag.</em><br><em>„Na, dann richten Sie dem Cowboy aus, dass er seinen Hintern hierüber schieben soll“, sagte sie mit ihrer rauchigen Stimme.  (…)</em><br><em>Ich hatte mich in eine hintere Ecke verdrückt und beobachtete die beiden. Sie saßen an der Bar und wirkten so vertraut miteinander, als seien sie schon jahrelang befreundet. Ich spürte, dass dies der Beginn einer außergewöhnlichen Beziehung sein würde, der die Zeit nichts anhaben könnte. Ob Hem vergessen hatte, in welcher großen Gefahr er schwebte?</em><br><em>Der Fahrstuhl brachte mich zum großen Palmengarten auf dem Dach; das Tanzorchester spielte hier gerade irgendetwas Melancholisches. Ein elegantes Paar bewegte sich auf der Tanzfläche, eng aneinandergeschmiegt, langsam zur Musik. Ich blickte auf die von unzähligen Glühlampen illuminierte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, auf bunt aufflammenden Lichtreklamen des Kurfürstendamms und auf die endlose Autokarawane auf den breiten Straßen unter mir. Berlin, die geschundene Stadt, war chaotisch und voll falschem Glanz, doch vom Dach des Eden Hotels wirkte sie vital und modern.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aus Horst Kleinert: <a href="https://amzn.to/3ErqwMt" target="_blank" rel="noopener">„Das Hemingway-Komplott“, Thurm-Verlag, Lüneburg 2020</a></em> (Affiliate Link Amazon)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Adlon: das Lieblingshotel des Kaisers</h2>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon4.jpg" alt="Historisches Foto vom Hotel Adlon" class="wp-image-2478" style="width:363px;height:237px" width="363" height="237"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Hotel Adlon 1926</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das in den 1920er Jahren nicht minder prominente Hotel Adlon konnte nur mit Hilfe einer Finanzspritze von Kaiser Wilhelm II. gebaut werden. Der Kaiser wollte ein Hotel, das mit den Grandhotels in Wien, Sankt Petersburg, Paris und London vergleichbar war. Und so unterstützte er tatkräftig das Vorhaben des Weinhändlers Lorenz Adlon, in der Mitte Berlins ein Luxushotel mit Blick aufs Brandenburger Tor zu errichten. Nicht ganz uneigennützig: Er wollte seinen Verwandten aus dem europäischen Hochadel einen Aufenthalt im Stadtschloss nicht zumuten. „Bei mir im Schloss ist es kalt, es zieht, und in den paar Badezimmern läuft das heiße Wasser nicht.“ Auch erhoffte sich Wilhelm im Adlon für sich selbst und seine Entourage mehr „Freiraum“ jenseits der strengen Hofetikette.  (Was das konkret bedeutete, darüber schweigen die Chronisten.) Am 23. Oktober 1907 öffnete das Hotel mit der Top-Adresse „Unter den Linden Nr. 1“ in Anwesenheit des Kaisers feierlich seine Pforten. Von den dreihundert Zimmern verfügte die Hälfte über ein Wannenbad – damals keine Selbstverständlichkeit, genauso wie das fließende Wasser, das elektrische Licht und die regulierbaren Heizungen in allen Zimmern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Prachtbau mit seinem Restaurant, mehreren Salons, Palmengarten und Terrasse fand sofort in der Reihe der führenden internationalen Grandhotels seinen Platz. Der Adel, Wirtschaftsmagnaten, und Staatsmänner schätzten den Komfort und Luxus des Hauses und veranstalteten im Adlon glanzvolle Bankette und Konferenzen. Der russische Zar, Franklin D.&nbsp; Roosevelt, Gustav Stresemann, Henry Ford, John D. Rockefeller und Künstler wie Enrico Caruso zählten in diesen Anfangsjahren zu den illustren Gästen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon5.jpg" alt="Historische Foto Jackie Coogan" class="wp-image-2479" style="width:325px;height:291px" width="325" height="291"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Der kleine Sohn des „King of Pop“ Michael Jacksons war nicht das erste Kind auf der Brüstung des Adlons. 1924 winkte der Hollywood-Kinderfilmstar Jackie Coogan aus ähnlicher, nicht ganz ungefährlicher Position seinen Anhängern vor dem Hotel zu.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon6.jpg" alt="Alte Postkarte vom Adlon" class="wp-image-2480" style="width:451px;height:413px" width="451" height="413" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon6.jpg 899w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon6-300x275.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon6-768x703.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 451px) 100vw, 451px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Auf der Terrasse des Adlon </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ersten Weltkrieg war die Klientel etwas bürgerlicher, aber nicht minder prominent. Neben den Touristen aus dem Ausland machten in den turbulenten Zwanzigern Weltstars wie Josephine Baker, Charly Chaplin, Greta Garbo oder Mary Pickford das Adlon zu der Legende, von der das Haus noch heute profitiert. Die Zeit des Dritten Reichs ging am Adlon nicht spurlos vorbei (zum Beispiel nannte sich das Ragout auf der Speisekarte jetzt Würzfleisch), ein Treffpunkt der Nazis war das kosmopolitische Adlon aber nicht.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon7-e1693753826837.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="483" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon7-e1693753826837.jpg" alt="Foto vom Hotel Adlon" class="wp-image-2481"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Hotel Adlon 2004</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Den Zweiten Weltkrieg überstand das Hotel fast schadlos. Doch kurz nach der Kapitulation brannte das Adlon durch die Unachtsamkeit von im Weinkeller feiernden Soldaten der Roten Armee bis auf die Fassadenmauern aus. 1984 wurde der noch verbliebene hintere Seitenflügel abgerissen. Nach der Wiedervereinigung wurde das Hotel neu errichtet und gehört heute als <em>Hotel Adlon Kempinski</em> wieder mit zur Spitzengruppe der Fünf-Sterne-Hotels in Deutschland. Trotz aller Modernität erinnert noch vieles im Adlon an die glanzvolle Zeit des Hotels in den 1920er Jahren.</p>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Lesetipp: „Das Hotel Adlon“, von Laurenz Demps und Carl. L. Peschke</strong>
Geschichte und Gegenwart des Hotels werden ausführlich dargestellt und mit zahlreichen Bildern des alten wie auch des neuen Adlon illustriert. Die Ausstattung ist des Buchs edel (Leineneinband mit goldgeprägtem Titel und aufgeklebtem Bild). 202 Seiten, erschienen im Nicolai-Verlag, Berlin (2004). Das Buch in der deutschen Version ist gegenwärtig (2023) leider nur im Antiquariat zu erwerben (ab ca. 25 €).</pre>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="182" height="224" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/09/Adlon8.jpg" alt="Buchcover Das Hotel Adlon" class="wp-image-2474"/></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://amzn.to/45xzBPC" target="_blank" rel="noopener">The Hotel Adlon (Englische Ausgabe) bei Amazon</a> (Affiliate Link)</p>
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		<title>Eduard Hildebrandts Reisebilder: schöner als die Wirklichkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Aug 2023 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Eduard Hildebrandt]]></category>
		<category><![CDATA[Reisegemälde]]></category>
		<category><![CDATA[Weltreise]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Maler Eduard Hildebrandt (geb. 1817 in Danzig, gest. 1868 in Berlin) unternahm in seinem nur kurzen Leben innerhalb und außerhalb Europas viele ausgedehnte Reisen. Aus den Skizzen, die er dabei anfertigte, entstanden später im Atelier Aquarelle und, seltener, Ölgemälde. Zu seinen Lebzeiten waren seine Werke höchst populär, heute sind sie fast vergessen. Von 1862 [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Maler Eduard Hildebrandt (geb. 1817 in Danzig, gest. 1868 in Berlin) unternahm in seinem nur kurzen Leben innerhalb und außerhalb Europas viele ausgedehnte Reisen. Aus den Skizzen, die er dabei anfertigte, entstanden später im Atelier Aquarelle und, seltener, Ölgemälde. Zu seinen Lebzeiten waren seine Werke höchst populär, heute sind sie fast vergessen. Von 1862 bis 1864 führte ihn seine letzte große Kunstreise um die ganze Welt. Hildebrandts Bilder trugen wesentlich dazu bei, visuelle Eindrücke von frem­den Län­dern und Völkern nach Europa zu vermitteln, bevor dies zunehmend die Fotografie übernahm.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="471" height="603" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt2.jpg" alt="Zeichnung von Eduard Hildebrandt" class="wp-image-2442" style="width:199px;height:255px" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt2.jpg 471w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt2-234x300.jpg 234w" sizes="auto, (max-width: 471px) 100vw, 471px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Holzschnitt nach Adolf Neumann (1859)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="331" height="210" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt3.jpg" alt="Landschaft bei Theben" class="wp-image-2443" style="width:419px;height:266px" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt3.jpg 331w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt3-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 331px) 100vw, 331px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Memnon-Kolosse bei Theben</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 1862 verließ Hildebrandt Berlin und fuhr von Triest aus nach Ägypten, dann durch das Rote Meer in den Jemen. Von dort segelte er nach Indien, Ceylon, Siam und Thailand, China, Japan. Nachdem er länger als ein Jahr Asien durchwandert hatte, fuhr er von Manila nach Hongkong und trat von dort aus die Rückfahrt über San Francisco, Acapulco und Panama nach Europa an. Rund zwei Jahre nach dem Aufbruch zu seiner Weltreise, im Winter 1864/65, war er wieder in Berlin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die malerische Ausbeute der Reise war beeindruckend: Kairo im milden Abendglanz, Bombay Madras, Kalkutta, majestätische Tempelbauten, goldene Pagoden, indische Paläste, das „asiatische Venedig“ Bangkok, der mit Hunderten von Booten belebte Hafen von Hongkong, Japans grüne Reisterrassen … „Kein anderer Maler übertrifft Hildebrandt an Frische, Reichtum und Durchsichtigkeit der Farben. Seine Bilder offenbaren eine bisher unbekannte Schönheit“, urteilte seinerzeit der Präsident der „Gesellschaft der Schönen Künste“ in Paris.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den über dreihundert Aquarellen ist nicht anzusehen, unter welchen Strapazen sie entstanden sind. Tropische Hitze und Insektenplagen hatten das Malen für Hildebrandt zur Tortur gemacht. Hinzu kamen die Seekrankheit, unter der er auf langen Schiffpassagen litt, schmutzige Dampfschiffe und Unterkünfte und so manche unliebsamen Begegnungen mit Einheimischen. Phasenweise litt Hildebrandt unter Schwermut, aus der ihn nur die großartige Schönheit der tropischen Natur herausriss.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="447" height="295" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt4.jpg" alt="Gemälde historisches Bangkok" class="wp-image-2444" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt4.jpg 447w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt4-300x198.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 447px) 100vw, 447px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Blick auf Bangkok</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="386" height="255" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt5.jpg" alt="Historisches Gebäude in China" class="wp-image-2445" style="width:440px;height:291px" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt5.jpg 386w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt5-300x198.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 386px) 100vw, 386px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Tientsin, China</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hildebrandts Bilder stießen in Deutschland auf ein geteiltes Echo. Manchen Kunstexperten waren die Bilder zu grell, von „zu überkräftigem Kolorit“, wie es hieß. Andere, wie zum Beispiel Theodor Fontane, bewunderten die Werke und nannten sie „genialisch“. Und heute? Ausstellungen der Bilder Hildebrands sind selten, seine Werke fristen in den Depots der Museen ein Schattendasein – vermutlich, weil die Aquarelle eine vorindustrielle Welt zeigen, die es damals, als der Impressionismus dabei war, die Malerei zu revolutionieren, schon nicht mehr gab. Sein naturalistischer Malstil galt und gilt als überholt, er wurde abgelöst und perfektioniert von der Fotografie – und die erinnert heute dank Photoshop wieder an Hildebrandts Kunst: Auch die Abbildungen in heutigen Reisebüchern und Reisekatalogen sind manchmal zu schön, um wahr zu sein. Der einsame weiße Strand, das Blau des Meeres, der malerische Sonnenuntergang – erst die Computerkunst des Fotografen macht’s möglich. &nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hildebrandts Zeitgenossen aus dem Bürgertum gefielen die Bilder gerade wegen ihrer romantisch überhöhten Schönheit. Als hochwertige Chromolithographien waren seine Aquarelle heiß begehrt. Durch sie kam die große ferne Welt ins Wohnzimmer.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt6-e1692654256963.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="470" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt6-e1692654256963.jpg" alt="Pfahlbauten in Manila" class="wp-image-2446" style="width:462px;height:339px"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Manila</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="512" height="339" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt7.jpg" alt="Historisches China" class="wp-image-2439" style="width:462px;height:306px" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt7.jpg 512w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt7-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Yokohama</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="511" height="308" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt8.jpg" alt="Küste von Macao" class="wp-image-2440" style="width:471px;height:284px" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt8.jpg 511w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Hildebrandt8-300x181.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 511px) 100vw, 511px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Pearl River, Macao </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eduard Hildebrandt starb am 25. Oktober 1868 im Alter von nur 51 Jahren in Berlin. Die Strapazen der Weltreise hatten seine Gesundheit ruiniert. Seine Rastlosigkeit, die ihn auch nach seiner Rückkehr nicht ruhen ließ, verhinderte die Genesung. Bis spät in die Nacht, oft bis zum Morgen arbeitete er, gegen den Rat der Ärzte, an der Staffelei. Seine Kräfte schwanden immer mehr, bis er das Krankenlager nicht mehr verlassen konnte.</p>
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		<title>Der Golden Mountain Pullman Express: Luxus wie im Orient-Express</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jul 2023 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Golden Mountain Pullman Express]]></category>
		<category><![CDATA[Goldenpass Belle Époque]]></category>
		<category><![CDATA[Orient Express]]></category>
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					<description><![CDATA[In den 1930er-Jahren verkehrte auf einer Zweigstrecke von Montreux nach Interlaken der Golden Mountain Pullman Express, ein Luxuszug mit dem Ambiente des legendären Orient-Express. Schon damals gehörten Fahrten mit der Eisenbahn zu den unvergesslichen touristischen Attraktionen, die die Schweiz zu bieten hat. Und wer heute im Bahnhof von Montreux am Ufer des Genfer Sees in [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">In den 1930er-Jahren verkehrte auf einer Zweigstrecke von Montreux nach Interlaken der <em>Golden Mountain Pullman Express, </em>ein Luxuszug mit dem Ambiente des legendären Orient-Express. Schon damals gehörten Fahrten mit der Eisenbahn zu den unvergesslichen touristischen Attraktionen, die die Schweiz zu bieten hat. Und wer heute im Bahnhof von Montreux am Ufer des Genfer Sees in den <em>Goldenpass Belle Époque</em> umsteigt, den erwartet ein nostalgisches Erlebnis: Der <em>Goldenpass Belle Époque</em> ist ein (nicht ganz) authentischer Nachbau des<em> Golden Mountain Pullman Express.</em> Das ist es aber nicht allein.Der <em>Belle Époque</em> schlängelt sich durch eine Bilderbuchlandschaft mit Wiesen, Hügeln und Chalets, die zu den schönsten Bahnstrecken der Schweiz zählt. Zweimal am Tag fährt der Zug vom palmengesäumten Ufer des Genfer Sees in zwei Stunden über Gstaad nach Zweisimmen im Berner Oberland und wieder zurück.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Überwindung der Schweizer Bergwelt – eine Mammutaufgabe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fast alle Schweizer Bahnstrecken führen durch unzählige Viadukte und Tunnel, ohne die das Bergmassiv zwischen West- und Ostalpen unüberwindlich sein würde. Der Bau dieser Linien, wie zum Beispiel der <em>Simplon-Linie</em>, gilt noch heute als Beispiel für herausragende Ingenieurskunst und Bautechnik. Die&nbsp;233 Kilometer lange <em>Simplon-Linie</em>, eine der Hauptbahnstrecken in der Schweiz&nbsp;und in&nbsp;Italien, wurde von 1898 bis 1906 erbaut und in den zwanziger Jahren elektrifiziert. Sie führt durch einen zwanzig Kilometer langen Tunnel durch die östlichen Walliser Alpen und verbindet Vallorbe an der französischen Grenze mit Lausanne, Montreux und Domodossola&nbsp;im italienischen Piemont.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="205" height="308" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz2.jpg" alt="Viaduc" class="wp-image-2381" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz2.jpg 205w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz2-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Viaduc du Day (Simplon-Linie)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="212" height="300" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz3.jpg" alt="Altes Werbeplakat" class="wp-image-2382"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Plakat von 1931</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://reisen-damals.de/wp-admin/edit.php?post_type=post"></a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der <em>Golden Mountain Pullman Express </em>von 1931</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die CIWL (<em>Compagnie Internationale des Wagons-Lits et des Grands Express Européens</em>), der Betreiber des Orient-Express, hatte vier Salonwagen bauen lassen, die bei der Montreux-Berner-Oberland-Bahn (MOB )1931 in Dienst gestellt wurden. Insgesamt stand den Fahrgästen des <em>Golden Mountain Pullman Express</em> damit ein luxuriöser Zug mit vier Pullman-Wagen (mit je 14 Plätzen in der 1. und 18 in der 2. Klasse) und ein Speisewagen für die Fahrt von Montreux nach Zweisimmen zur Verfügung. Statt der bis dahin üblichen Fenstergröße von 1,2&nbsp;x&nbsp;0,9&nbsp;m hatten einige Wagen „Erker“ mit feststehenden Seitenteilen, die sogar einen Blick nach vorn in Fahrtrichtung erlaubten. Sie waren damit so etwas wie Vorläufer der heutigen Panoramawagen. Leider war diesem mit Goldmedaillen ausgezeichneten edlen Zug kein Erfolg beschieden. Schon nach wenigen Monaten war wegen der Weltwirtschaftskrise das Ende des fahrplanmäßigen Einsatzes dieser Wagen gekommen; für Urlaubsfahrten in Luxuszügen fehlte das Geld. Im Jahr 1932 gab es dann mit den Pullmanwagen nur noch vereinzelte Sonderfahrten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz4-e1690234720342.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz4-1024x683.jpg" alt="Salon im historischen Zug" class="wp-image-2383"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Interieur eines Pullmann-Orient-Express-Salons im Stil der 1920er/1930er</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Mit dem <em>Goldenpass Belle Époque</em> durch das Voralpenland der Westschweiz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich heute der <em>Belle Époque</em> in Montreux&nbsp;in die Höhe schraubt, ist am Ufer des Genfer Sees durch die Panoramascheiben das eindrucksvolle <em>Château de Chillon </em>zu sehen<em>.</em>&nbsp;Ihre heutige Gestalt erhielt die Wasserburg im 13. und 14. Jahrhundert. Dank der auffälligen Position vor der imposanten Gebirgskulisse der Alpen&nbsp;zählt das gut erhaltene Baudenkmal seit mehr als 150 Jahren dank des Eisenbahnanschlusses zu den beliebtesten Reisezielen der Westschweiz.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitte des 19. Jahrhunderts wollte man Burg abtragen, um die Steine beim Bau der Eisenbahn zu benutzen. Doch wegen der reizvollen Lage und der romantischen Geschichten um die ehemaligen Gefangenen in der Burg nahm man glücklicherweise davon Abstand. Und so können auch noch heute Touristen das Schloss, das man seit den 1820er Jahren auch von den neuen Dampfschiffen&nbsp;auf dem Genfer See aus betrachten konnte, besichtigen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz5-e1690234756554.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="718" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz5-1024x718.jpg" alt="Ge,mälde Schloss im See" class="wp-image-2384"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Schloss Chillon, Gemälde von Hubert Sattler (19. Jh.)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="450" height="295" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz6.jpg" alt="Alte Postkarte mit Dampfschiff" class="wp-image-2387" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz6.jpg 450w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz6-300x197.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Dampfschiff „Général Dufor“ (um 1928)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem der <em>Belle Époque</em> die Weinberge des Lavaux und in 1.110 m Höhe den Jamantunnel durchfahren hat, hält er in Chateau d’Oex an einem wunderschönen Bahnhof im Chalet-Stil. Vergessen Sie nicht, Ihren Blick nach oben zu richten: Der Ort gilt als Hauptstadt der Heißluftballons. Von hier aus startete im März 1999 Bertrand Piccard zu seiner zwanzigtägigen Weltumrundung (ohne Zwischenlandung) im Heliumballon. Nach einem Halt in Rougemont überquert der <em>Belle Époque</em> den sogenannten „Röstigraben“ zwischen der französischsprachigen und der deutschsprachigen Schweiz und befindet sich ab Saanen, einem der schönsten Chaletdörfer des Berner Oberlands, in der deutschen Schweiz. Nächster Halt ist der „Weltkulturort“ Gstaad.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Gstaad 1905 an die Eisenbahn angeschlossen worden war, entwickelte sich das kleine Bauerndorf zu einem mondänen Ort für den internationalen Jetset. Davon profitierte auch der legendäre „Gstaad Palace“. Seit der Eröffnung im Jahr 1913 genossen an der Bar des Grandhotels unzählige Berühmtheiten ihre Drinks: Louis Armstrong, Curd Jürgens, Elizabeth Taylor und Richard Burton, Gunther Sachs, Roger Moore und Tony Curtis. Michael Jackson war vom Palace so begeistert, dass er sich (vergeblich) bemühte, das Hotel zu kaufen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz7-e1690235589851.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="659" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Schweiz7-1024x659.jpg" alt="Gemälde mit Schloss" class="wp-image-2386"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Hotel Gstaad Palace</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wer den Luxus liebt, sollte in Gstaad einen Zwischenstopp einlegen, aber die Goldene Kreditkarte dabeihaben. Von <em>Louis Vuitton</em> bis <em>Ralph Lauren </em>sind in den Edelboutiquen ziemlich alle Marken für den gehobenen Anspruch vertreten. Wenn Sie dann noch Geld übrighaben, könnten Sie im „Palace“ eine Übernachtung einlegen. (Rechnen Sie mit rund tausend Euro für ein Zimmer.)&nbsp;</p>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Tipp: Ein Ausflug mit dem <em>Goldenpass Belle Époque</em> </strong>
Der <em>Goldenpass Belle Époque</em>-Zug fährt mit vier Salonwagen 1. Klasse in etwas mehr als zwei Stunden von Montreux bis Zweisimmen. Hier gibt es Umsteigemöglichkeiten auf andere attraktive Bahnstrecken. Der <em>Goldenpass Belle Époque</em> verkehrt täglich. Reservierung für „Essen am Platz“ ist obligatorisch. Es gelten die normalen Ticketpreise der Montreux-Berner-Oberland-Bahn (MOB), ohne dass ein Aufschlag erhoben wird. 
<a href="https://mob.ch/activity/goldenpass-belle-epoque" target="_blank" rel="noopener">https://mob.ch/activity/goldenpass-belle-epoque</a></pre>
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		<title>Liebe Grüße aus dem Urlaub. Die Geschichte der Ansichtskarte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2023 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte der Ansichtskarte]]></category>
		<category><![CDATA[Philokartie]]></category>
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					<description><![CDATA[Merkwürdig. Jeder freut sich über eine Ansichtskarte aus dem Urlaub, aber immer weniger schreiben eine. In den europäischen Urlaubsorten stehen vor fast allen Souvenirläden Ständer mit wunderschönen Ansichtskarten. Doch wer kauft die eigentlich? Anders gefragt: Haben Sie aus ihrem letzten Urlaub Ansichtskarten verschickt? Wenn ja, wie viele? Keine? Eine, zehn, fünfzehn? Zwanzig und mehr Kartengrüße [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Merkwürdig. Jeder freut sich über eine Ansichtskarte aus dem Urlaub, aber immer weniger schreiben eine.<strong> </strong>In den europäischen Urlaubsorten stehen vor fast allen Souvenirläden Ständer mit wunderschönen Ansichtskarten. Doch wer kauft die eigentlich? Anders gefragt: Haben Sie aus ihrem letzten Urlaub Ansichtskarten verschickt? Wenn ja, wie viele? Keine? Eine, zehn, fünfzehn? Zwanzig und mehr Kartengrüße waren bis in die achtziger Jahre hinein durchaus normal. Und in den Sechzigern ging nicht selten ein ganzer kostbarer Urlaubstag (meist der letzte) für das Schreiben von Postkarten drauf. Man wollte vor den daheimgebliebenen Kollegen, Freunden und Verwandten glänzen: Seht mal, an welchem schönen Ort ich Ferien mache! Heute will niemand mehr mit einer Urlaubskarte aus Mallorca, Madeira oder Mittenwald den Empfänger beeindrucken, sondern ihn mit seinem Gruß erfreuen. Eine handgeschriebene Karte ist ein Zeichen besonderer Wertschätzung.<strong></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Urlaubskarten selten geworden sind, liegt natürlich nicht am hohen Porto, sondern an der sprunghaften Verbreitung der digitalen Kommunikation. Per WhatsApp oder Facebook bebilderte Urlaubsgrüße zu verschicken, kann jeder so nebenbei am Frühstückstisch im Hotel erledigen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="379" height="252" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte2.jpg" alt="Alte Postkarte von Olmütz" class="wp-image-2348" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte2.jpg 379w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte2-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 379px) 100vw, 379px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">1897 (Olmütz)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor Ansichtskarten aus der Urlaubswelt ganz verschwunden sind, sei hier ein wehmütiger Blick auf eine kleine Auswahl interessanter Exemplare aus der „goldenen Zeit des Reisens“ geworfen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">In nennenswerter Anzahl wurden Ansichtskarten erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts verschickt. Ursache der zunehmenden Verbreitung war der Einsatz der Chromolithografie – ein Druckverfahren, das auch farbige statt nur schwarz-weiß bedruckter Karten ermöglichte. Weiterer Grund war der anwachsende Tourismus. Grüße von Ausflügen oder Reisen an Freunde und Verwandte zu verschicken, gehörte bald mit zum guten Ton des aufstrebenden Bürgertums – und wurde nicht selten zum Selbstzweck des Reisens:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Kürzlich erstieg ich gemeinsam mit einer größeren Reisegruppe den Rigi“, </em>schrieb 1900 ein Autor in der Zeitschrift „The Referee“.<em> „Unmittelbar nachdem wir den Gipfel erreicht hatten, rannten alle zum nahegelegenen Hotel und balgten sich um die Postkarten. Fünf Minuten schrieb ein jeder, als ginge es ums liebe Leben. Ich gewann den Eindruck, dass diese ganze Gesellschaft nicht um der Erfahrung selber willen den Berg bestiegen hatte, sondern nur um eine Postkarte loszuwerden.“</em>&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs wurde für schwarz-weiße Fotokarten neben dem Lichtdruck oft der Bromsilberdruck verwendet, später dann, wie noch heute, der kostengünstige Offsetdruck (schwarz-weiß und farbig).</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte3-e1687466753571.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="398" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte3-e1687466753571.jpg" alt="Alte Postkarte aus Ägypten" class="wp-image-2349" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte3-e1687466753571.jpg 640w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte3-e1687466753571-300x187.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">1910 (Kairo)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte4-e1687467182219.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="407" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte4-e1687467182219.jpg" alt="Alte Ansichtskarte von Biarritz" class="wp-image-2350" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte4-e1687467182219.jpg 640w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte4-e1687467182219-300x191.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">1912 (Biarritz/Bayonne)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Schon früh wurden amtliche Vorschriften erlassen, wie das Anschriftenfeld zu gestalten war: Zuerst durften keine handschriftlichen Zusätze auf der für die Adressierung und die Briefmarke vorgesehene Kartenseite gemacht werden. Dann, ab 1905, wurde die Adressseite durch einen Trennungsstrich geteilt. Die linke Hälfte (keinesfalls mehr!) konnte dann beschrieben werden (allerdings nicht bei allen Postkarten, sondern nur bei Ansichtskarten). Für die Deutsche Post ist übrigens die Adressseite die Vorderseite der Ansichtskarte und die Bildseite ihre Rückseite. Im englischsprachigen Raum ist dies genau umgekehrt. Und nach einer in Brüssel ausgedachten EU-Norm sollen zukünftig … aber lassen wir das.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte5-e1687467213422.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="405" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte5-e1687467213422.jpg" alt="Alte Ansichtskarte aus Florida" class="wp-image-2351" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte5-e1687467213422.jpg 640w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte5-e1687467213422-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">1935 (Florida)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Sammeln von Ansichtskarten wird als&nbsp;<em>Philokartie</em>&nbsp;bezeichnet. Neben Privatpersonen sammeln Museen und Archive solche Karten unter anderem für kulturhistorische, dokumentarische und heimatgeschichtliche Zwecke.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte6-e1687467456244.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="537" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte6-e1687467456244.jpg" alt="Deckblatt Sammelalbum Postkarten" class="wp-image-2346" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte6-e1687467456244.jpg 640w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/06/Ansichtskarte6-e1687467456244-300x252.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Sammelalbum (1898)</figcaption></figure>
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		<title>„Back to Future“: Verkehrsvisionen von damals</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 May 2023 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Back to Future]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Ausstellung Back to Future im Museum für Kommunikation Berlin ist eine Bildreise zu den technischen Visionen der Zukunft von gestern, die sich kreative Vordenker und Vordenkerinnen ausgedacht haben. In Illustrationen und Romanen, auf Postkarten und in Filmen entwarfen sie Bilder, in denen sich die Hoffnungen, Sehnsüchte, Ängste und Einwände der jeweiligen Zeit ausdrücken. Es [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Ausstellung<em> Back to Future</em> im Museum für Kommunikation Berlin ist eine Bildreise zu den technischen Visionen der Zukunft von gestern, die sich kreative Vordenker und Vordenkerinnen ausgedacht haben. In Illustrationen und Romanen, auf Postkarten und in Filmen entwarfen sie Bilder, in denen sich die Hoffnungen, Sehnsüchte, Ängste und Einwände der jeweiligen Zeit ausdrücken. Es sind phantastische Bilder und sehr konkrete Ideen – manche Visionen sind bereits selbstverständlicher Alltag geworden, andere haben auf unterhaltsame Weise am Ziel vorbeigeschossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem im 19. Jahrhundert wetteiferten die Tüftler um Geschwindigkeitsrekorde. Sie erfanden unzählige Transportmittel für Wasser, Straße, Tunnel, Gleise und Luft. Nicht selten wurden diese auf abenteuerliche Weise miteinander zu sogenannten Crossover-Utopien kombiniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht hilft der Blick in diese historischen Zukünfte besser zu verstehen, welche Ängste und Hoffnungen wir heute in unsere Zukunft projizieren. Denn die prägenden Zukunftstechnologien unserer Gegenwart – Roboter, künstliche Intelligenz und selbstfahrende Autos – entdecken wir zum Teil in visionären Entwürfen vergangener Tage.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ausstellungsfundstücke</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der Mensch kann das Ausmaß und die Bedeutung des technischen Fortschritts selbst zu seinen eigenen Lebzeiten nicht abschätzen. Der technologische Wandel wird genauso häufig über- wie unterschätzt.“</em> Jaron Lanier (Buchautor und Informatiker), 2014</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future2-e1680199495900.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future2-1024x576.jpg" alt="Pneumatische Eisenbahn" class="wp-image-2223"/></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine „pneumatische Eisenbahn“ beförderte 1867 im American Institute, New York, zwei Monate lang Fahrgäste. Am Ende eines luftdicht verschlossenen 550 Meter langen Tunnels befand sich ein Ventilator, der den Waggon entweder ansog oder wegblies. Das <em>Hyperloop</em>-Konzept von Tesla-Chef Elon Musk greift diese Idee einer Röhrenbahn auf: Passagierkapseln sollen in Vakuumröhren fast in Überschallgeschwindigkeit beschleunigt werden. Weit entfernte Ziele ließen sich so schnell und bequem erreichen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="468" height="675" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future3.jpg" alt="Illustration mit verschiedenen Luftschiffen" class="wp-image-2224" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future3.jpg 468w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future3-208x300.jpg 208w" sizes="auto, (max-width: 468px) 100vw, 468px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Zukunftsvision? Diese Illustration ist wohl eher als Warnung des unbekannten Künstlers vor zu viel Gedrängel am Himmel zu verstehen.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Glauben Sie mir: Eine Kombination aus Flugzeug und Automobil wird kommen. Sie mögen lächeln, aber sie wird kommen.“ </em>Henry Ford, 1940</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future4-e1680199764371.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="406" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future4-e1680199764371.jpg" alt="Flugauto" class="wp-image-2225" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future4-e1680199764371.jpg 640w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future4-e1680199764371-300x190.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Convaircar aus dem Jahr 1948. Das Flugauto schaffte es allerdings nicht, in Serienproduktion zu gehen</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Kein Luftschiff wird jemals von New York nach Paris fliegen. Das scheint mir unmöglich zu sein. Was den Flug begrenzt, ist der Motor. Kein bekannter Motor kann vier Tage lang mit der erforderlichen Geschwindigkeit laufen, ohne anzuhalten.“ </em>Zitat des Flugzeugpioniers Wilbur Wright von 1909. <em>Fünfzehn Jahre später überquerte der Zeppelin LZ 126 von Friedrichshafen am Bodensee aus mit 32 Personen an Bord den Atlantik und landete nach nur 80 Stunden in Lakehurst bei New York.</em></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="553" height="469" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future5.jpg" alt="Fliegende Untertasse" class="wp-image-2226" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future5.jpg 553w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/03/Back-to-future5-300x254.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 553px) 100vw, 553px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der persönliche „fliegende Teppich“: „Press a button and off you go! Land anywhere, no parking problem. Plug into any electric outlet for recharging.” Zukunftsvision von 1959

</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Quelle: Museum für Kommunikation Berlin (Pressabteilung)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Back to Future. Technikvisionen zwischen Fiktion und Realität. Überwindung von Raum und Zeit“. Vom 3. 12. 2021 bis 28. 8. 2022. Museum für Kommunikation Berlin</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.mfk-berlin.de" target="_blank" rel="noopener">www.mfk-berlin.de</a></p>
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		<title>Abenteuer am Nil. Die preußische Ägyptenexpedition 1842 bis 1845</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2023 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Reiseziele]]></category>
		<category><![CDATA[Ägyptisches Museum Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Ägyptologie]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Lepsius]]></category>
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					<description><![CDATA[1842 bricht eine preußische Expedition an den Nil auf, um die antiken Denkmäler der ägyptischen Kultur zu dokumentieren und Objekte für das sich im Aufbau befindende Berliner Ägyptische Museum zu sammeln. Die Ausstellung „Abenteuer am Nil. Preußen und die Ägyptologie 1842-1845“ in Berlin eröffnet einen neuen Blick auf diese legendäre Reise des kleinen Forscherteams um [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">1842 bricht eine preußische Expedition an den Nil auf, um die antiken Denkmäler der ägyptischen Kultur zu dokumentieren und Objekte für das sich im Aufbau befindende Berliner Ägyptische Museum zu sammeln. Die Ausstellung „Abenteuer am Nil. Preußen und die Ägyptologie 1842-1845“ in Berlin eröffnet einen neuen Blick auf diese legendäre Reise des kleinen Forscherteams um den 32 Jahre alten Wissenschaftler Richard Lepsius.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="268" height="323" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius2.jpg" alt="Gemälde einer feiernden Gruppe auf einer Pyramide" class="wp-image-2034" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius2.jpg 268w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius2-249x300.jpg 249w" sizes="auto, (max-width: 268px) 100vw, 268px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Lepsius auf dem Gipfel der Cheops-Pyramide</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Reiseagenturen wie Thomas Cook organisierten Bildungsreisen war eine Expedition entlang des Nil in den 1840er Jahren ein abenteuerliches Unterfangen. Die Forscher übernachteten an Bord von Nil-Segelschiffen, in Tempelruinen, Gräbern oder einfachen Zelten, wurden malträtiert von Flöhen und Wanzen, mussten lange Strecken zu Fuß, auf Dromedaren und störrischen Eseln zurücklegen und immer auf der Hut vor räuberischen Beduinen sein.</p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="397" height="173" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius3.jpg" alt="Gemälde Ausgrabung in Aegypten mit Palmen" class="wp-image-2035" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius3.jpg 397w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius3-300x131.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 397px) 100vw, 397px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Alexandria ist der Ausgangspunkt für die 6550 km lange Reise. Von dort aus bewegt sich die Expedition mit Nilschiffen, Eseln und Dromedaren nach Süden bis in die Gegend von Sennar am Blauen Nil. Ihre wichtigsten Stationen sind Gisa und Saqqara mit den Pyramidenfriedhöfen des Alten Reichs, die Tempellandschaft Thebens, die Insel Philas und Nubien, die alte Kulturlandschaft südlich von Assuan bis Khartum. Zehn Männer – aus Preußen, England und der Schweiz – bilden den Kern der Expedition, ergänzt durch zahlreiche Ortskräfte. Diese helfen im Alltag, besorgen Dromedare, Schiffe, Lebensmittel und Feuerholz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. November 1842 siedelt die Gruppe von Kairo nach Gisa in ein Zeltlager am Fuß der großen Pyramiden über. Die Teilnehmer feiern mit Gästen am 15. Oktober 1842 den Geburtstag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., des Förderers und Financiers der Expedition, auf der Spitze der Cheops-Pyramide und hissen eine preußische Flagge.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius-Expedition-Cheops-Pyramide.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="774" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius-Expedition-Cheops-Pyramide.jpg" alt="Gemälde einer feiernden Gesellschaft auf der Cheops-Pyramide" class="wp-image-2041" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius-Expedition-Cheops-Pyramide.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius-Expedition-Cheops-Pyramide-300x227.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius-Expedition-Cheops-Pyramide-768x581.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Expedition feiert den Geburtstag König Friedrich Wilhelm IV. auf dem Gipfel der Cheops-Pyramide am 15. Oktober 1842 </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Strapazen, Sandstürme und ein Überfall</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre ersten Monate im Feld verbringen sie in Gisa und erleben dort die bittere Kälte und Feuchtigkeit des ägyptischen Winters. Das Leben in Zelten ist unkomfortabel, da sie bei so manchem Sandsturm zusammenbrechen, Sand dringt überall ein. Sie müssen eng zusammenrücken und gegenseitig Rücksicht nehmen. Sie überstehen glücklich die ersten Krankheitsfälle und einen Starkregen, der ihr Lager zum Teil zerstört.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius5-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius5-1.jpg" alt="Gemälde Ruinen in der Wüste" class="wp-image-2050" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius5-1.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius5-1-300x200.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius5-1-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Saqqara und im angrenzenden Abusir dokumentiert die Expedition in drei Monaten 31 Gräber. Die Anzahl ist so gering, weil Saqqara unter bis zu 15 m hohen Sandanwehungen verschüttet ist. Da sich die Expedition in Saqqara ebenso sicher wie in Gisa fühlt, stellen sie keine Wächter an. In der Nacht vom 10. auf den 11. April 1843 kommt es zum Überfall auf das Zeltlager – die Zelte brechen über den schlafenden Mitgliedern zusammen, Schüsse fallen, sie fürchten um ihr Leben. Am Ende sind nur einige Sachen entwendet worden.</p>



<div class="wp-block-uagb-container uagb-block-098a7975 alignfull uagb-is-root-container"><div class="uagb-container-inner-blocks-wrap">
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<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="302" height="210" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius6.jpg" alt="Gemälde einer Pyramiden-Ruine in der Wüste" class="wp-image-2037" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius6.jpg 302w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius6-300x209.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 302px) 100vw, 302px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Pyramiden von Meroe</figcaption></figure>
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<div class="wp-block-uagb-container uagb-block-02fcf0df">
<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="295" height="210" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius7.jpg" alt="Gemälde von riesigen Pharaonen Staturen in der Wüste" class="wp-image-2038"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Ansicht der Kolosse Amenophis III.</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">In Theben begegnen die Expeditionsteilnehmer erstmals den riesigen Tempelbauten des Neuen Reichs. Sie erforschen den Karnak- und Luxortempel auf der Ostseite des Nil und die Totentempel, Privat- und Königsgräber auf der Westseite. Diese Leistung ist umso höher zu bewerten, als viele Baudenkmäler noch meterhoch mit Sand bedeckt waren und erst freigelegt werden mussten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Durch die Nubische Wüste zum Blauen Nil</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 1844 trennt sich das Team in Khartum. Lepsius fährt mit einem Begleiter auf der Suche nach weiteren unbekannten antiken Stätten 280 km den Blauen Nil aufwärts bis hinter Sennar. Als „diplomatisches Geschenk“ einer nubischen Prinzessin wird ihnen eine Sklavin angeboten. Lepsius lehnt dankend ab, da „dieses gegen unsre Sitte sei, doch würde es keine Schwierigkeiten machen, wenn sie statt einer Sklavin einen Sklaven wählen wollte, und nach Beseitigung einiger Bedenklichkeiten, weil ihr dies weniger anständig erschien, sendete sie mir wirklich einen jungen Sklaven, der mir in das Schiff gebracht wurde.&#8220; &nbsp;(Vermutlich begleitete der Sklave Richard Lepsius bis zu seiner Rückfahrt nach Preußen.)</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="456" height="426" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius8.jpg" alt="Gemälde eines Europäers auf einem Kamel" class="wp-image-2039" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius8.jpg 456w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius8-300x280.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 456px) 100vw, 456px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Richard Lepsius in türkischer Tracht, etwa Juli 1845. Hinter ihm sitzt der Sklave. </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach drei Jahren treten die ersten Teilnehmer im Juli 1845 die Rückreise nach Europa an. Trotz der körperlichen Belastung und des Heimwehs haben sie die abenteuerliche Reise gut überstanden.</p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius9.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="492" height="260" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius9.jpg" alt="Gemälde altertümliche Stadt in der Wüste" class="wp-image-2040" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius9.jpg 492w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius9-300x159.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 492px) 100vw, 492px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Abbildungen von Denkmälern und Landschaften (ohne Ortsangaben) aus Ägypten und Äthiopien entstanden nach den Zeichnungen der königlich-preußischen wissenschaftlichen Expedition.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Öffentlichkeit entdeckt in Berlin das antike Ägypten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reise stand unter einem guten Stern: Die politische Lage war ruhig, die Reise exzellent vorbereitet und ausfinanziert. Der in Ägypten regierende Mehmet Ali Pascha unterstützte die Expedition im Lande in jeder Weise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lepsius blieb länger in Ägypten, um den Rücktransport des Gepäcks zu organisieren. Am 1. Oktober 1845 verließ auch Lepsius Ägypten mit einem persönlichen Dankesbrief von Mehmet Ali Pascha an Friedrich Wilhelm I. Dieser legalisierte die Ausfuhr als persönliches Geschenk des Paschas an den preußischen König. Nach der Rückkehr hieß es, die Aufzeichnungen auszuwerten und das Ägyptische Museum einzurichten. Richard Lepsius erhielt 1846 durch königliche Order die erste ordentliche Professur für Ägyptologie an der Berliner Universität.</p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Neues_Museum_Aegyptischer_Hof.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="751" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Neues_Museum_Aegyptischer_Hof.jpg" alt="Gemälde eines ägyptischen Hofes mit Säulen" class="wp-image-2042" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Neues_Museum_Aegyptischer_Hof.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Neues_Museum_Aegyptischer_Hof-300x220.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Neues_Museum_Aegyptischer_Hof-768x563.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Neues Museum, Ägyptischer Hof (Lithografie von 1862)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Über 7400 Papierabdrücke, 1300 Zeichnungen und Gipsabgüsse von ägyptischen Denkmälern, dutzende Skizzen- und Notizbücher und 1900 antike Objekte waren am Ende der Reise das erstaunliche Resultat. Nur vier Jahre nach Rückkehr erschien die Publikation „Denkmaeler aus Aegypten und Aethopien“ in 12 Bänden. <br>Quelle: Ausstellung „Abenteuer am Nil“ (Presseinformation), Staatliche Museen zu Berlin</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Abenteuer-am-Nil.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="434" height="558" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Abenteuer-am-Nil.jpg" alt="Ausstellungsprospekt" class="wp-image-2043" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Abenteuer-am-Nil.jpg 434w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Abenteuer-am-Nil-233x300.jpg 233w" sizes="auto, (max-width: 434px) 100vw, 434px" /></a></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Tipp: Abenteuer am Nil (Ausstellung und Begleitbuch)</strong>

„Abenteuer am Nil. Preußen und die Ägyptologie 1842 bis 1845.“ Eine Sonderausstellung des Ägyptischen Museums im Neuen Museum, Museumsinsel, Bodestraße 1, 10178 Berlin, vom 15.10 2022 bis 7.3.2023.
<a href="https://www.smb.museum/ausstellungen/aktuell/" target="_blank" rel="noopener">www.smb.museum/ausstellungen</a>

Begleitbuch zur Ausstellung: S. Grallert / J. Helmbold-Doyé (Hrsg.), Abenteuer am Nil. Preußen und die Ägyptologie 1842 bis 1845, Kulturverlag Kadmos, Oktober 2022, 480 Seiten, 300 farbige Abbildungen, 49,80 EUR.
Der Katalog bietet einen umfassenden Einblick in den historischen Kontext der Forschungsreise, porträtiert ihre Protagonisten und beleuchtet die bis heute andauernde Wirkungsgeschichte.
Blick ins Buch unter <a href="https://www.kulturverlag-kadmos.de/" target="_blank" rel="noopener">www.kulturverlag-kadmos.de</a>  
Buch bei Amazon: <a href="https://amzn.to/3JEddfp" target="_blank" rel="noopener">Link</a> (Anzeige)

Auch nach Ausstellungsende lohnt sich ein Besuch des Ägyptischen Museums. Es beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen der ägyptischen Hochkultur, die Statuen, Reliefs und Kleinkunstobjekte aus sämtlichen Epochen der altägyptischen Geschichte umfasst. Als bekanntestes Ausstellungsstück und Publikumsmagnet gilt die 1920 von James Simon übereignete Büste der Nofretete. Das Schicksal der „schönsten Berlinerin“ ist ungewiss. Die Stimmen, die die Rückgabe an Ägypten fordern, werden zahlreicher.</pre>
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