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	<title>Reiseziele &#8211; reisen damals</title>
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	<description>Die goldene Zeit des Reisens</description>
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		<title>„Lost places“ des Tourismus: Traumziele und dunkle Orte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseziele]]></category>
		<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>
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					<description><![CDATA[„Kann man denn nirgends mehr hinreisen?“, lautet der Stoßseufzer so mancher Globetrotter nach der morgendlichen Zeitungslektüre. Traurig, aber wahr: Mit der wachsenden Zahl der politischen Krisenherde ist die Welt des Tourismus kleiner geworden. Gebiete, die vor der Jahrhundertwende mit spektakulären Natur- und Landschaftsbildern oder exotischen Begegnungen Reisende lockten, fehlen heute in den Katalogen der Reiseveranstalter. [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">„Kann man denn nirgends mehr hinreisen?“, lautet der Stoßseufzer so mancher Globetrotter nach der morgendlichen Zeitungslektüre. Traurig, aber wahr: Mit der wachsenden Zahl der politischen Krisenherde ist die Welt des Tourismus kleiner geworden. Gebiete, die vor der Jahrhundertwende mit spektakulären Natur- und Landschaftsbildern oder exotischen Begegnungen Reisende lockten, fehlen heute in den Katalogen der Reiseveranstalter. Nicht ohne Grund. 2025 warnte das Auswärtige Amt vor dem Besuch von über fünfzig Ländern oder Regionen, darunter viele, die seit eh und je zu den Traumzielen des Tourismus gehörten: Syrien mit den Tempeln von Palmyra, Kaschmir mit seinen paradiesischen Gärten, Afghanistan, das zu den schönsten Reiseländern der Erde zählte, Mali mit der sagenhaften Oasenstadt Timbuktu, Sudan, Iran, Myanmar, Libanon, Zentralafrika … alle derzeit verschlossen, zerstört oder zu gefährlich. Verloren für immer? Hoffentlich nicht. Heute die fünf folgenden Reisebeschreibungen zu lesen, alle aus der „goldenen Zeit des Reisens“, stimmt wehmütig. Dass die Länder für den Tourismus verloren sind, ließe sich noch verschmerzen. Nicht aber das Leid, das Ausplünderung, Krieg und Fanatismus über die Bevölkerung gebracht haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kaschmir – Perle im Himalaya</h2>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places2.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="380" height="253" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places2.jpg" alt="Fotografie eines herbstlichen Sees mit traditionellem asiatischem Gebäude und bunten Bäumen im Vordergrund, umgeben von hohen Bergen im Hintergrund. Spiegelung von Gebäuden und Bäumen im ruhigen Wasser erzeugt harmonische und farbenfrohe Landschaftskomposition." class="wp-image-3270" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places2.jpg 380w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places2-300x200.jpg 300w" sizes="(max-width: 380px) 100vw, 380px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Kachura Lake, Skardu (Pakistan)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das war einmal:</em> „Kaschmir, das zwischen Indien, Pakistan und China umstrittene Himalaya-Hochtal, gehört zu den schönsten Flecken der Erde. Ob am Dal-See im indischen Teil oder am Kachura-See in der pakistanischen Region, der Zauber dieser einzigartigen Gartenlandschaft nimmt jeden Reisenden gefangen. Lotusblüten auf tannenumsäumten Gletscherseen, in denen sich die weißen Bergspitzen der höchsten Berge der Welt spiegeln, von reißenden Bächen durchzogene Blumenwiesen, uralte Pilgerpfade und Mogulgärten, endlose Tulpenfelder, Moscheen, Tempel und historische Festungen … in der Tat ein irdisches Paradies. Unzählige Hausboote warten auf die Touristen, die sich in den schwimmenden kleinen Palästen wie Maharadschas fühlen dürfen. Händler legen mit ihren Gondeln direkt am Boot an – ein schwimmender Markt von Obst, Blumen, Teppichen, Schmuck und Kunstgewerbearbeiten. Unvergesslich ist ein Abend auf einer <em>Donga</em>, einem langen Vergnügungsboot. Lehnen Sie sich in die Kissen zurück und lauschen Sie den traditionellen Liebesliedern, die von einer Art Violine und einer Trommel begleitet werden. Und dann lassen Sie sich mit einem Glas Kawa-Tee in den Sonnenuntergang treiben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute: Mit bürgerkriegsähnlichen Unruhen muss jederzeit gerechnet werden. Grenzstreitigkeiten zwischen Pakistan und Indien. „Das schönste Konfliktgebiet der Welt“ (Der Spiegel).</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Venezuela – Trekkingtouren im Canaima-Nationalpark</h2>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places3.jpg"><img decoding="async" width="321" height="215" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places3.jpg" alt="Fotografie einer großen Wasserfalllandschaft mit dichtem Grün im Vordergrund und Bergen im Hintergrund, die von Wolken teilweise bedeckt sind. Wasser stürzt kraftvoll über Felsen, erzeugt Gischt und vermittelt eine dynamische Naturszene." class="wp-image-3271" style="aspect-ratio:1.493059088596555;width:409px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places3.jpg 321w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places3-300x201.jpg 300w" sizes="(max-width: 321px) 100vw, 321px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">La Laguna de Canaima</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das war einmal:</em> „An der Grenze zu Guyana und Brasilien liegt der Canaima Nationalpark mit seinen bis zu 2.742 m hohen uralten Tafelbergen. Überall ergießen sich zwischen üppiger tropischer Vegetation türkisfarbene und smaragdgrüne Wasserfälle in malerische Lagunen. Hier liegt auch der höchste freifallende Wasserfall der Erde, der&nbsp;<strong>Salto Ángel</strong>. Mit 979 m Höhe ist er fünfzehnmal höher als die Niagarafälle. Entdeckt wurde er 1935 von einem amerikanischen Buschpiloten, der einen legendären Goldberg suchte. Zu den touristischen High Lights gehören Flussfahrten auf dem Río Carrao, Besuche in traditionellen Indianersiedlungen, Dschungelwanderungen und Trekkingtouren<strong>.</strong> Von den rustikalen Dschungel-Lodges an der Laguna de Canaima aus starten Rundflüge und Ausflüge zu Fuß, mit dem Jeep oder mit motorisierten Kanus.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute: Gewaltkriminalität, Ausnahmezustand, Versorgungsnotstand und gewalttätige Proteste.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Äthiopien – Abenteuer auf dem Dach von Afrika</h2>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places4.jpg"><img decoding="async" width="324" height="215" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places4.jpg" alt="Fotografie zeigt mehrere Frauen in traditioneller Kleidung, die handgefertigte Tontöpfe auf einem Markt verkaufen. Töpfe sind in Reihen auf dem Boden angeordnet, Frauen sitzen oder kauern dahinter, Umgebung wirkt ländlich und trocken." class="wp-image-3264" style="aspect-ratio:1.5070135911040046;width:382px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places4.jpg 324w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places4-300x199.jpg 300w" sizes="(max-width: 324px) 100vw, 324px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Marktszene</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das war einmal: „</em>Viele Landschaften sind von atemberaubender Schönheit wie zum Beispiel das Äthiopische Plateau mit seinen gewaltigen Tafelbergen und den tiefen, steilen Tälern, dem Tana-See und den Tisisat-Wasserfällen am Blauen Nil. Die äthiopische Graben- und Senkungszone mit den erloschenen Vulkanen, den Seen, Wüsten und wildreichen Savannen lässt sich gut auf organisierten Safaris mit Geländewagen und Zeltausrüstung erkunden. Die weit voneinander entfernten kulturellen Sehenswürdigkeiten sollte man am besten mit den legendären amerikanischen DC-3-Propellermaschinen anfliegen. Zu den wichtigsten Zielen eines Rundflugs zählen die alte Kaiserstadt Gonder, die Klöster auf den Tanasee-Inseln, die Felsenkirchen von Lalibela und Aksum, die alte Krönungsstadt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute:</em> <em>In zahlreichen Gebieten kommt es regelmäßig zu gewaltsamen Protesten und bewaffneten Auseinandersetzungen. Bürgerkrieg in Tigray.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Syrien – im Land der Basare und Moscheen</h2>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="379" height="252" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places5.jpg" alt="Fotografie antiker Ruinen mit Säulen und Mauerresten vor Bergkulisse bei klarem Himmel. Darstellung historischer Architektur mit sichtbaren Details wie Säulenordnungen und Steinblöcken, umgeben von Vegetation und offenem Gelände." class="wp-image-3265" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places5.jpg 379w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places5-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 379px) 100vw, 379px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Ruinen von Palmyra, vor der Zerstörung durch die IS-Miliz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das war einmal: „</em>Syrien ist ein Mikrokosmos, der die Geschichte, die Kunst und die Naturschönheiten des gesamten Orients auf kleinem Raum widerspiegelt. Eine Reise durch das Land ist ein wunderbares Abenteuer, eine faszinierende Begegnung mit einer allgegenwärtigen Vergangenheit und einer modernen, lebendigen Gegenwart. In Damaskus stößt man auf Spuren einer jahrthundertealten Geschichte: die römischen Wallanlagen, byzantinische Kapellen, die große Moschee, die Basare mit ihren bunten Läden – all das erregt Geist und Fantasie. In Mittelsyrien erheben sich aus der goldfarbenen Wüste wie Zauberbilder aus einem anderen Zeitalter die Kreuzritterburg Crac des Chevaliers und die sagenhaften Ruinen der Oasenstadt Palmyra. In ihren leuchtenden Marmorkonstruktionen weht noch der Geist der sagenhaften Königin Zenobia. Nicht zu vergessen sind Homs mit seinen einzigartigen Wasserrädern, Aleppo mit seiner Zitadelle und Latakia mit dem von den Phöniziern entworfenen Hafen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute:</em> <em>Der Bürgerkrieg ist zwar vorbei, doch Ausländer können ebenso wie syrische Staatsbürger Opfer terroristischer Anschläge werden. Die politische Lage scheint sich allerdings zunehmend zu stabilisieren.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Jemen – Märchen aus 1001 Nacht</h2>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places6-e1788209031271.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places6-1024x683.jpg" alt="Fotografie einer traditionellen Bergsiedlung mit mehrstöckigen Lehmziegelhäusern und weißen Fensterrahmen, eingebettet in eine felsige Landschaft unter klarem blauem Himmel. Gebäude sind dicht aneinander gebaut, zeigen unterschiedliche Höhen und architektonische Details, die kulturelle Bauweise und Anpassung an das Gelände verdeutlichen." class="wp-image-3266" style="aspect-ratio:1.4992793575987737;width:472px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Al-Hadschara mit den typischen jemenitischen Fassadenanstrichen</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das war einmal:</em> „Jemen ist das Land der sagenumwobenen Königin von Saba und Stätte einer der bedeutendsten Zivilisationen des Nahen Ostens. Zahlreiche Bauwerke und kulturelle Zeugnisse aus dieser Blütezeit, unendliche Wüsten, blaues Meer, Gebirgszüge und tief eingeschnittene Wadis lassen die Reise zu einem arabischen Märchen werden. Die teilweise über fünfhundert Jahre alten, acht- bis neunstöckigen Lehmhäuser zeugen von der immer noch lebendigen Kultur, die geprägt wurde von osmanischen, jemenitischen und arabischen Einflüssen. Beim Bummel durch die Hauptstadt Sana’a erlebt man buntes orientalisches Treiben. Der Besuch alter Königs- und Hafenstädte, die Besichtigung prächtiger Paläste und die Begegnungen mit den stolzen, gastfreundlichen Einwohnern hinterlassen unvergessliche Eindrücke. Touren mit dem Landrover und beduinischen Guides führen durch phantastische Berg- und Wüstenlandschaften zu einsamen Wadis, Palmenhainen und alten Dörfern entlang des Arabischen und Roten Meeres.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Heute:</em> <em>Alle Deutschen werden zur Ausreise aufgefordert. In Jemen kommt es immer wieder zu terroristischen Anschlägen. Westliche Ausländer sind besonders gefährdet.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kann man noch in die verlorenen Paradiese reisen? Ja, aber …</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kein Bürger und keine Bürgerin im Besitz eines gültigen Passes der Bundesrepublik Deutschland kann daran gehindert werden, ins Ausland zu fahren. Erfüllt man die Einreisebestimmungen des Ziellandes, ist der Weg grundsätzlich frei für den Besuch auch von Ländern, für die eine Reisewarnung gilt – selbst von Hochrisikostaaten wie Afghanistan, Haiti oder Südsudan. Die Frage ist nur, ob man auch heil aus dem Land wieder herauskommt. Warnungen vor Reisen in ein Land oder in eine Region eines Landes werden vom Auswärtigen Amt (AA) nur dann ausgesprochen, wenn akute Gefahren für Leib und Leben bestehen. Insofern ist es dringend geboten, die aktuellen Hinweise und Empfehlungen des AA zu beachten (<a href="http://www.auswaertiges-amt.de/ReiseUndSicherheit" target="_blank" rel="noopener">www.auswaertiges-amt.de/ReiseUndSicherheit</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer das Risiko einer Reise in die „lost paradises“ scheut, aber dennoch den Nervenkitzel sucht, kann stattdessen Touren zu sogenannten „dark places“ der Geschichte buchen – Schauplätze einstiger Unglücke, Kriege oder spektakulärer Verbrechen. Veranstalter, die sich auf den sogenannten Katastrophentourismus („schwarzer Tourismus“) spezialisiert haben, gab es schon vor hundert Jahren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Dark tourism“ anno 1921: Besichtigung der Schlachtfelder von Verdun</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Reisen zu Orten, an denen es zu Tragödien kam, sind sicher nicht jedermanns Sache, erfreuen sich aber anscheinend zunehmender Beliebtheit, und das nicht nur heute: Im Jahr 1921 wurden in den „Baseler Nachrichten“ organisierte Autofahrten über die Schlachtfelder von Verdun angeboten, dorthin, wo im Ersten Weltkrieg 1,5 Millionen Soldaten den Tod fanden. Versprochen wurden „unvergessliche Eindrücke“ (Höhepunkt: „Einlagerung der Überreste nicht identifizierter Gefallener im Beisein der Reisegäste“), „erstklassige Verpflegung, Wein und Kaffee“ und „das alles für 117 Franken“. Der österreichische Schriftsteller Karl Kraus hatte seinerzeit dafür nur bittere Worte übrig. Er verachtete die Veranstalter, „die aus dem Tod einen Spott und aus der Katastrophe ein Geschäft machen“.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="376" height="281" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places7.jpg" alt="Schwarzweißfotografie einer zerstörten Landschaft mit kahlen Bäumen und zerfallenen Strukturen im Hintergrund, vermutlich nach einem Krieg oder Naturkatastrophe. Im Vordergrund sind überwucherte Schienen und zerbrochene Vegetation zu sehen, die Verfall und Verwüstung verdeutlichen." class="wp-image-3267" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places7.jpg 376w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places7-300x224.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 376px) 100vw, 376px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Schlachtfeld bei Abaucourt, östlich von Verdun (1919)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Motivation, „dark places“ zu besuchen, reicht von schlichtem Voyeurismus bis zu ernsthaftem historischen Interesse. Angeboten werden beispielsweise Besichtigungstouren nach Tschernobyl (bis 2022), zu den Killing Fields in Kambodscha, nach Soweto und Robben Island in Südafrika, zum Ground Zero in New York, zum Obersalzberg, der ehemaligen Alpenfestung Hitlers, und zur „Villa Mussolini“ in der Emilia-Romagna mit einer Führung durch die Wohn- und Arbeitsräume des „Duce“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer hundert- bis zweihunderttausend Dollar übrighat, kann auch eine Tauchfahrt zum Wrack der 1912 untergegangenen „Titanic“ in 3.800 m Tiefe unternehmen. Nach dem Unglück des Tauchboots „Titan“ im Juni 2023 mit fünf Toten sind die Fahrten allerdings vorläufig eingestellt worden.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="319" height="223" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places8.jpg" alt="Fotografie eines versunkenen Schiffsbuges, der mit Korallen und Meeresbewuchs bedeckt ist. Aufnahme vermittelt Eindruck von Tiefe und Zustand des Wracks unter Wasser, mit sichtbaren Metallstrukturen und Seilen." class="wp-image-3268" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places8.jpg 319w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/08/Lost-Places8-300x210.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 319px) 100vw, 319px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Bug der Titanic (2004)</figcaption></figure>
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		<title>Wie die Côte d’Azur zur Spielwiese des Jetsets wurde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 09:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseziele]]></category>
		<category><![CDATA[Calais-Nizza-Rom-Express]]></category>
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					<description><![CDATA[So erstaunlich es heute klingen mag: Die Karriere der Côte d’Azur als touristischer Hotspot begann Ende des 18. Jahrhunderts – als Winterurlaubsort. Asthma- und tuberkulosekranke Engländer kurierten im milden Klima zwischen Januar und März ihre Atemwegsprobleme aus, im Sommer dagegen standen Hotels und Pensionen leer. Die heiße Jahreszeit galt als ungesund; man fürchtete sich vor [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">So erstaunlich es heute klingen mag: Die Karriere der Côte d’Azur als touristischer Hotspot begann Ende des 18. Jahrhunderts – als Winterurlaubsort. Asthma- und tuberkulosekranke Engländer kurierten im milden Klima zwischen Januar und März ihre Atemwegsprobleme aus, im Sommer dagegen standen Hotels und Pensionen leer. Die heiße Jahreszeit galt als ungesund; man fürchtete sich vor Malaria und „schädlichen Dünsten“. Zunächst war es die britische Aristokratie, dann zog es auch den russischen Adel und das wohlhabende Bürgertum an die „French Riviera“. 1863 eröffnete das Casino von Monte Carlo, wo riesige Vermögen ebenso schnell gewonnen wie verloren wurden. Aus dem „maurischen Zimmer“ des 1878 erweiterten prächtigen Belle-Époque-Baus sollen sich dem Vernehmen nach ruinierte Spieler in den Tod gestürzt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu einem ersten Tourismusboom kam es aber erst, als 1883 der <em>Calais-Nizza-Rom-Express</em> den Betrieb aufnahm. Zuvor dauerte die Reise von London an die Côte d’Azur mitunter vierzehn oder mehr Tage. In der wilden und verarmten Region zwischen Menton an der italienischen Grenze und Cannes entstanden palastähnliche Hotels, prächtige Wohnhäuser, Sanatorien, Musikpavillons und Casinos für Besucher aus ganz Europa. Sie schätzten die natürliche Schönheit der Küstenlandschaft mit den Bergen im Hintergrund, ob sie nun an Krankheiten litten oder nicht. Nach und nach reisten dann auch Sommergäste an. Sandstrände wurden aufgeschüttet, Palmen aus Nordafrika gepflanzt, Promenaden und Gärten mit exotischen Pflanzen angelegt und immer mehr Nobelhotels gebaut.&nbsp;Auch von Berlin und Amsterdam aus gab es schon früh eine Zugverbindung. Ab dem 1. Dezember 1901 fuhr der <em>Riviera-Express</em> in der Wintersaison Feriengäste nach Menton, ab 1905 sogar täglich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Künstlertreff und Kulturzentrum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1887 tauchte auf dem Titel eines Reisehandbuchs zum ersten Mal der Name „Côte d&#8217;Azur“ auf und prägte das Bild von in allen Farben leuchtenden Blumen, einem tiefblauen Meer, prächtigen Villen und exzellenten Speisen. Die „blaue Küste“ wurde endgültig zu einem Sehnsuchtsziel. Dass die „Côte“ schon früh im Ruf stand, ein Ort der „lockeren Sitten“ zu sein, machte sie für viele nur noch faszinierender. Schon im 19. Jahrhundert war die Küste auch Inspirationsquelle für Maler wie <strong>Picasso, Matisse,</strong> Chagall, Bonnard, Dufy und Renoir. Sie&nbsp;ließen sich, angezogen von dem besonderen Licht, hier nieder, ebenso Literaten, Komponisten und Bildhauer. Aus verschlafenen Fischerdörfern wurden Zentren der Kunst und Kultur, denen die Menschheit einzigartige Meisterwerke verdankt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nizza (Nice), „die Schöne“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Prominentester Ort der französischen Riviera war Ende des 19. Jahrhunderts Nizza. Hier verbrachte ab 1895 Queen Victoria im größten Hotel der Stadt, dem „Regina“, regelmäßig einen Erholungsurlaub. Siebzig Zimmer standen der Königin und ihrem Hofstaat in der Bel Etage zur Verfügung. In Nizza war alles eleganter, teurer und oft auch protziger als anderswo an der Côte d’Azur. Üppig verzierte Villen entstanden, bei denen an Marmor und Gold nicht gespart wurde. Mit Art-Dèco-Prachtbauten wie dem Hotel „Negresco“ von 1912, der palmenbestandenen Promenade des Anglais, den großzügigen Plätzen und Kirchen (darunter die russische Basilika Saint-Nicolas) versuchte Nizza, die anderen Orte zu übertrumpfen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/05/CoteAzure2-e1778077202919.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="649" height="475" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/05/CoteAzure2-e1778077202919.jpg" alt="Historischer Park mit Palmen, Bänken und Spaziergänger, Blick auf elegante Gebäude und Berge in einer südlichen Stadt" class="wp-image-3187"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Nizza, Place Masséna (um 1900)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ab den 1930er Jahren wurde die Côte d’Azur auch bei weniger Wohlhabenden dank erstmals bezahlter Urlaubstage populär. Von einem Massentourismus konnte zwar noch nicht die Rede sein, aber die einstige Exklusivität und Beschaulichkeit ging langsam verloren. Es war die Zeit, als Millionäre, Modeschöpfer, Filmstars und berühmte Autoren die Hotels, Casinos und Restaurants bevölkerten und sich an den Stränden ohne Scheu vor der neugierigen Öffentlichkeit präsentierten – und die Presse dankbar über manchen kleinen oder größeren Skandal berichten konnte. Im „Hotel du Cap Eden Roc“ am Cap d’Antibes zwischen Cannes und Nizza residierten Cebrilities wie Coco Chanel, König Edward mit Wallis Simpson, Jean Cocteau und Pablo Picasso. Sie verliehen der Côte Glanz und Glamour und machten sie zu einem touristischen Hotspot. Hauptsaison waren jetzt die Sommermonate. Alles war erlaubt, den Küstenstreifen durchwehte ein freier Geist, der auch heute noch zu spüren ist. Marlene Dietrich machte aus ihrer Affäre mit Joseph Kennedy keinen Hehl, in den Ballsälen feierte man dekadente Feste und an den Stränden entdeckte man das Nacktbaden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Exil unter Palmen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas abseits vom Kerngebiet der Côte d’Azur, östlich von Marseille, war ab Ende des 19. Jahrhunderts das idyllische Künstlerdorf Sanary sur Mer mit seinem malerischen Hafen fast unbemerkt zu einem sommerlichen Treffpunkt der Pariser Bohème geworden. Ab 1933 zogen auch deutsche und österreichische Literaten nach Sanary, allerdings nicht ganz freiwillig. Thomas Mann war der erste der Exilanten, die hier Zuflucht vor der Verfolgung durch die Nazis suchten. Dutzende andere, darunter Lion Feuchtwanger, Bertolt Brecht, Stefan Zweig und Franz Werfel, folgten ihm. Viele Geflüchtete hatten Geldprobleme, und der kleine Provinzort war billiger als Paris. Aber die Sicherheit des Exils währte nur wenige Jahre. Wer nicht nach Portugal oder in die Vereinigten Staaten fliehen konnte, wurde im September 1939 von Frankreich interniert und ab 1942, nach der deutschen Besetzung Südfrankreichs, in die Vernichtungslager deportiert.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/05/CoteAzure3a-e1778789769159.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="726" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/05/CoteAzure3a-1024x726.jpg" alt="Historische Aufnahme Cannes" class="wp-image-3204" style="aspect-ratio:1.4104771538643652;width:546px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Cannes, die Croisette (um 1920)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Zweiten Weltkrieg war die Côte d’Azur relativ verschont geblieben, und so konnte man an die turbulenten „anées folles“ fast nahtlos anknüpfen. Und das gleich mit einem kulturellen Top-Event: Die Stadt Cannes hatte beschlossen, alljährlich ein internationales Filmfestival zu veranstalten, durch das Cannes zu einem führenden Messe- und Kongressort werden sollte. 1946 war es soweit. Vor dem Hotel „Carlton“ landete ein riesiges Flugboot auf dem Meer mit einigen der berühmtesten Stars Hollywoods an Bord. Sie sorgten auf dem Festival für Glanz und Glamour und weltweite Publicity. Der Plan ging auf. Cannes‘ Hotels waren von nun an auch außerhalb der Saison gefüllt. Filmstars wie Sophia Loren, Gary Grant, Elisabeth Taylor, die junge Romy Schneider, Jean Moreau und Jean Paul Belmondo ließen sich in den fünfziger und sechziger Jahren frenetisch feiern und verwandelten die ehemals beschauliche Stadt in einen turbulenten Jahrmarkt der Eitelkeiten. Einer dieser Stars erwies sich für die Côte d’Azur als wahrer Glücksfall: Grace Kellys Märchenhochzeit 1956 mit Fürst Rainer (eingefädelt von Aristoteles Onassis) machte aus dem ehemaligen Piratennest Monaco eine Oase für steuersparende Superreiche. Ab dieser Zeit begann das Geld die Côte d’Azur zu regieren und Leichtigkeit und Lebensfreude zu verdrängen. Auch das idyllische Saint Tropez blieb davon nicht verschont. Mit dem Zuzug von Brigitte Bardot wandelte sich das Städtchen an der Küste zum mondänen Treffpunkt des internationalen Jetsets.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/05/CoteAzure4a-e1778789878562.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="684" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/05/CoteAzure4a-1024x684.jpg" alt="Bucht mit Palmen" class="wp-image-3205" style="aspect-ratio:1.4970873786407768;width:524px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">An der „Blauen Küste“ (um 1900)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">150 Jahre Mythos Côte d’Azur</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist aus der Côte d’Azur geworden? Ihre Faszination konnten auch Bausünden, Nepp und Verkehrsstaus nicht zerstören. Trotz Massentourismus und Billigfliegern hat sich die Côte d’Azur Chic und Exklusivität bewahrt – mit Yachtclubs und Gourmetrestaurants, Casinos und Luxusboutiquen, Beach Clubs und Bars, wo man sieht und gesehen wird. Die berühmtesten Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts haben sich hier getroffen und mit ihrer Lebensfreude und Leidenschaft den einzigartigen Mythos der Côte d’Azur geschaffen. Und bis heute geben sich die Reichen und Schönen (und Oligarchen und Ölscheichs) ihr sommerliches Stelldichein an der azurblauen Küste der französischen Riviera und lassen sich und ihre Yachten und Rolls Royces von den Touristen bewundern. San Remo, Capri, die Amalfiküste, Acapulco, Taormina, Atlantic City, Abbazia (Opatija), Miami Beach, Marbella … alles Traumziele mit einer legendären Vergangenheit. Doch die Königin der luxuriösen „Places to be“ war und ist die Côte d’Azur.</p>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Lesetipp: „Das Buch von der Riviera“, von Erika und Klaus Mann</strong><br>Das Buch ist eine Liebeserklärung an die Côte d'Azur. Als Erika und Klaus Mann, Kinder des Nobelpreisträgers Thomas Mann, 1931 einen Reiseführer über die Riviera verfassten, war ihnen das öffentliche Interesse sicher. Mit sichtlichem Vergnügen berichten sie aus dem wilden Marseille, dem mondänen Cannes und natürlich aus Monte Carlo. Leicht und ironisch plaudern sie über Orte und Menschen, ihre bevorzugten Restaurants und Hotels. Ein faszinierendes Dokument über die Riviera zu Beginn der dreißiger Jahre.<br>Kindler-Verlag</pre>



<p class="wp-block-paragraph">Anzeige</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://amzn.to/42SbGur" target="_blank" rel=" noreferrer noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="363" height="601" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/05/CoteAzure5.jpg" alt="" class="wp-image-3191" style="aspect-ratio:0.6039987520149758;width:178px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/05/CoteAzure5.jpg 363w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/05/CoteAzure5-181x300.jpg 181w" sizes="auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Reiseziel Ungarn: Liebe und Leid am Balaton</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Sep 2025 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseziele]]></category>
		<category><![CDATA[Balaton]]></category>
		<category><![CDATA[DDR-Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Plattensee]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarnreisen]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 13. August 1961 unterbrach der West-Berliner Radiosender RIAS sein laufendes Programm mit einer Sondermeldung: „In den frühen Morgenstunden hat das Zonenregime begonnen, Ost-Berlin abzuriegeln … Besuche sind nicht mehr möglich.“ Noch ahnten die fassungslosen Hörer und Hörerinnen in West und Ost nicht, dass der Bau der Mauer die Menschen der beiden deutschen Staaten für [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Am 13. August 1961 unterbrach der West-Berliner Radiosender RIAS sein laufendes Programm mit einer Sondermeldung: „In den frühen Morgenstunden hat das Zonenregime begonnen, Ost-Berlin abzuriegeln … Besuche sind nicht mehr möglich.“ Noch ahnten die fassungslosen Hörer und Hörerinnen in West und Ost nicht, dass der Bau der Mauer die Menschen der beiden deutschen Staaten für 28 Jahre voneinander trennen sollte. DDR-Bürgern blieben fortan Reisen in den Westen verwehrt; ihren Urlaub verbrachten sie im Inland oder etwas später auch im sozialistischen Ausland. Zu einem der wenigen deutsch-deutschen Begegnungsorte wurde damals Ungarn. Am Balaton, dem Plattensee, trafen sich Familien und Freunde, die der Mauerbau getrennt hatte – so, wie Jenny aus Ost- und Jens aus West-Berlin, die beiden Protagonisten einer deutsch-deutschen Liebesgeschichte, aus der der folgende Auszug stammt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. Mai 1966 hatte sich der zweiundzwanzigjährige Jens mit seinem alten VW-Käfer auf den Weg an den Plattensee gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gegen Mittag war ich in Siófok am Südufer angekommen und hatte sofort mein Privatzimmer bezogen. Ich war aufgeregt: Am Abend würde ich Jenny treffen. Sie und ihre Freundin Nora hatten eine Reisegenehmigung für Ungarn und eine der begehrten Zusagen für einen Aufenthalt auf einem Campingplatz in Siófok bekommen. Nora und Jenny hatten sich an der Ost-Berliner Nationalgalerie während ihrer Ausbildung zu Restauratorinnen kennengelernt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&nbsp;Im Trabi, der vollgepackt war mit Zelt, Spirituskocher und einer Unmenge von Konservendosen, reisten sie an. Ungarn war für DDR-Bürger ohne geschmuggeltes Westgeld ein teures Pflaster.</em></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="482" height="523" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn2.jpg" alt="Text: Alter Trabant mit aufgeklapptem Zeltaufsatz auf dem Dach, ausgestellt vor ländlicher Kulisse." class="wp-image-3074" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn2.jpg 482w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn2-276x300.jpg 276w" sizes="auto, (max-width: 482px) 100vw, 482px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Trabant P 601 mit Dachzelt, dem „Klappfix“</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Fast zwei Jahre kannten wir uns, doch treffen konnten wir uns nicht allzu oft. Und noch nie hatten wir eine ganze Nacht zusammen sein können. Das Passierscheinabkommen erlaubte West-Berlinern den Tagesbesuch von im Ostsektor wohnenden Verwandten – im Besuchsantrag konnte ich meine Tante Gerda angeben – nur an wenigen Wochen im Jahr. Für zwei verliebte junge Menschen war die Situation nur schwer zu ertragen. Verabredet waren wir auf der Promenade vor dem Restaurant Etterem. Zehn gemeinsame Tage lagen vor uns, und ich konnte kaum erwarten, sie zu sehen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit harter D-Mark war es mir gelungen, im Etterem einen der begehrten Tische auf der Seeterrasse reservieren zu lassen. Mit einem mehrgängigen Menü, das ich mir eigentlich gar nicht leisten konnte, wollte ich unser Wiedersehen zelebrieren und bei einer Flasche Wein mit ihr den Sonnenuntergang bewundern.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Als ich Jenny von weitem kommen sah, hielt ich es nicht länger aus: Ich rannte auf sie zu und presste sie so fest an mich, als ob ich sie vor dem Ertrinken retten wollte. Ich war der glücklichste Mensch der Welt. Doch aus meiner romantischen Idee wurde nichts. Essen, Wein und Sonnenuntergang waren mir plötzlich egal. Ich nahm Jenny an die Hand und eilte mit ihr zu dem Haus, in dem sich im ersten Stock mein Zimmer befand. Nach ein paar Minuten waren wir da, doch Jenny zögerte.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das geht nicht, Jens. Es ist verboten, Leute aus dem Westen zu besuchen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Meinst du das wirklich ernst?“, fragte ich.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Natürlich nicht, aber wir müssen vorsichtig sein“, sagte sie lachend und rannte mit mir die Treppe hoch. Ich öffnete die Zimmertür und sank auf mein Bett. Sie beugte sich zu mir und küsste mich. Ich zog sie zu mir herunter und hörte, wie ihr Herz klopfte …</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wir verlebten eine wunderschöne Zeit am Plattensee und waren sehr glücklich. Jennys Hobby war die Malerei. Wenn sie an ihrer kleinen Staffelei saß und den See oder das hüglige Land malte, konnte ich nicht aufhören, sie anzusehen und immer wieder zu fotografieren. Jennys Aquarelle gaben genau die Stimmung wieder, die ich empfand, wenn ich daran dachte, dass wir schon bald wieder voneinander Abschied nehmen mussten. In den Bildern steckte etwas Melancholisches, etwas, das das Ende unseres Sommers ahnen ließ.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nora gönnte uns unser Zusammensein ohne Missgunst oder Eifersucht. Sie hatte sich mit einem jungen ungarischen Rockmusiker angefreundet und war sicher ganz froh, das Zelt nachts für sich allein zu haben. Jenny schlief jede Nacht bei mir. Meine Wirtin drückte beide Augen zu, nachdem ich ihr einen Hunderter extra gegeben hatte.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Den letzten Abend verbrachten Jenny, Nora und ich in einer Weinstube bei einer Flasche Tokajer. Zum Feiern war uns aber nicht zumute. Wehmütig schauten wir in unsere Gläser. Nora unterbrach schließlich unser Schweigen:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wie soll es denn mit euch weitergehen?“, fragte sie leise.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Jenny antwortete flüsternd. Sie wusste, dass der Arm der Stasi bis nach Ungarn reichte. Durchaus möglich, dass man uns bereits beobachtete.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir lieben uns und wollen zusammenleben. Jetzt, und nicht erst, wenn ich als Rentnerin vielleicht in den Westen reisen darf. Und dass Jens in die DDR übersiedelt, nein, das möchte ich ihm nicht zumuten.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Das verstehe ich, Jenny“, sagte Nora. „Du könntest einen Ausreiseantrag stellen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Jenny schüttelte resigniert den Kopf.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Der würde mit Sicherheit abgelehnt werden. Und dann Gnade mir Gott. Meinen Ausbildungsplatz in der Nationalgalerie wäre ich los. Ab zur Bewährung in die Produktion, könnte es dann heißen. Kartoffeln schälen oder Maschinen putzen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Es gibt für uns keine Wahl, Nora“, fügte ich leise hinzu. „Ich werde dafür sorgen, dass Jenny aus der DDR herauskommt.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Natürlich hatte ich mit Jenny bereits darüber gesprochen. Mein Freund Rüdiger kannte an der medizinischen Fakultät der Uni einen Kommilitonen, der wiederum jemanden kannte, der Kontakt zu einer studentischen Fluchthilfeorganisation hatte. Ich würde Rüdiger bitten, für mich den Türöffner zu spielen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Jenny und ich hielten es für besser, wenn sie in dieser letzten Nacht nicht mit mir, sondern mit Nora im Zelt verbringen würde. Wir wollten uns den Abschied nicht noch schwerer machen. Wenn ich morgen früh aufwachte, wären die beiden schon unterwegs in Richtung Berlin.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich lag noch lange wach. Meine Gedanken kreisten um immer die gleiche Frage: Was würde aus unserer Liebe werden, wenn unser Traum von einem Zusammenleben in Freiheit platzen sollte?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Nein, Jennys Flucht wird gelingen, sagte ich mir immer wieder. Ich ahnte nicht, wie sehr ich mich irren sollte …</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aus: Horst Kleinert, Zwischen zwei Welten, in: Operation Lazarus (Erzählungen), Thurm-Verlag, Lüneburg 2022</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Beliebt beim Adel, beim Großbürgertum und bei den „werktätigen Massen“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im späten 19. Jahrhundert war insbesondere das Nordufer des Balaton mit seinen Heilbädern, Sanatorien und Thermalquellen bevorzugtes Erholungsziel des ungarischen Adels und des wohlhabenden Bürgertums. Einige imposante Villen und Paläste inmitten großzügiger Parks sind aus dieser glanzvollen Epoche erhalten geblieben und zeugen „vom Traum und der Poesie“ der Seelandschaft, wie in einem Reisebericht aus jener Zeit zu lesen ist.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="354" height="410" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn3.jpg" alt="Eleganter Mann mit Gehstock posiert vor einem prächtigen historischen Gebäude mit verzierten Balkonen." class="wp-image-3070" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn3.jpg 354w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn3-259x300.jpg 259w" sizes="auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Vor dem Sanatorium in Balatonfüred (1928)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mitte der 1950er Jahre war es mit dem mondänen Gesellschaftsleben am Balaton aber vorbei. Die kommunistische Partei Ungarns wollte aus der vormals exklusiven Region ein Urlaubsgebiet für die werktätige Bevölkerung machen und ließ rund um den See Campingplätze, Ferienheime und einfache Hotels errichten. Der Massentourismus begann die einstmals ruhigen und eleganten Orte zu überrollen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Balaton, das „Mallorca der DDR-Bürger“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ende der 1960er Jahre stammten bereits über dreißig Prozent der Urlauber aus Ostdeutschland, und auch immer mehr Bundesbürger reisten an. Während die Westdeutschen in Ungarn billig Urlaub machen konnten, mussten die meisten DDR-Bürger mangels Devisen mit Bier, Büchsen und Tauschware im Auto anreisen. Sie waren im „sozialistischen Bruderland“ Touristen zweiter Klasse und bekamen dies auch oft zu spüren. Ähnlich war für die Urlauber aus der DDR die Situation in Rumänien und Bulgarien mit ihren goldenen Sandstränden am Schwarzen Meer. Auch hier brauchte man zunächst viel Glück und Geduld, um alle erforderlichen Genehmigungen und Papiere zusammenzubekommen, und genügend Devisen. Der Umtausch von Mark in die Landeswährung war limitiert, und der Kurs war miserabel. Westgeld – falls vorhanden – zu schmuggeln war auch keine Lösung. Wurde man dabei erwischt, hätte es wohl das Ende aller Reiseträume bedeutet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute sind die Deutschen aus Ost und West die größte Gruppe unter den ausländischen Balaton-Touristen. Die achtzig km lange, bis zu zwölf km breite und im Durchschnitt nur drei Meter tiefe „Badewanne Ungarns“ garantiert für jung und alt angenehm warme Wassertemperaturen und Badespaß von Mai bis September.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="467" height="310" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn4.jpg" alt="ut besuchter Badestrand am Balaton mit vielen Badegästen, Sonnenschirmen und Wasserrutsche im Hintergrund" class="wp-image-3071" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn4.jpg 467w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn4-300x199.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 467px) 100vw, 467px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Balatonielle am Balaton</figcaption></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals-Lesetipp:</em> „Zwischen zwei Welten“ (Erzählung in „Operation Lazarus“)</strong>
Fünf Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 scheiterten die Verhandlungen zwischen West-Berlin und der DDR über ein Passierscheinabkommen. Vom 5. Juni 1966 bis zum 3. Juni 1972 waren Besuche des Ostteils der Stadt nur noch in dringenden Härtefällen möglich. Doch davon ahnten die beiden Protagonisten der Erzählung bei ihrem Treffen am Balaton nichts. Ein junges Paar, für immer getrennt durch eine unüberwindbare Grenze? Doch manchmal schlägt das Leben seltsame Kapriolen …
Horst Kleinert: Operation Lazarus (Erzählungen), Thurm-Verlag, Lüneburg (2022), 208 Seiten
<a href="http://www.thurm-verlag.de" target="_blank" rel="noopener">www.thurm-verlag.de</a></pre>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://amzn.to/4mXGsKH" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" width="223" height="353" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn5.jpg" alt="Operation Lazarus" class="wp-image-3072" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn5.jpg 223w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2025/08/Ungarn5-190x300.jpg 190w" sizes="auto, (max-width: 223px) 100vw, 223px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Anzeige</figcaption></figure>
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		<title>Hurtigruten: Seit 1893 die „schönste Schiffsreise der Welt“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Nov 2024 11:10:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseziele]]></category>
		<category><![CDATA[Hurtigruten]]></category>
		<category><![CDATA[Norwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Polarlicht]]></category>
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					<description><![CDATA[Wirklich die „schönste Schiffsreise“? Dass das nicht nur ein Reklamespruch ist, davon sind die meisten der jährlich über 400.000 Passagiere überzeugt, die diese historische Fahrt entlang der norwegischen Küste gemacht haben. Zwölf Tage dauert die Tour von Bergen im Süden bis hinauf nach Kirkenes im Norden und zurück. Seit 1893 verbinden die Schiffe der Hurtigruten, [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Wirklich die „schönste Schiffsreise“? Dass das nicht nur ein Reklamespruch ist, davon sind die meisten der jährlich über 400.000 Passagiere überzeugt, die diese historische Fahrt entlang der norwegischen Küste gemacht haben. Zwölf Tage dauert die Tour von Bergen im Süden bis hinauf nach Kirkenes im Norden und zurück. Seit 1893 verbinden die Schiffe der Hurtigruten, der „schnellen Linie“, 34 Orte an der über 2.700 Kilometer langen Westküste. Damals war es vielleicht nicht immer die schönste Seereise, zweifellos aber eine der abenteuerlichsten – und gefährlichsten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Norwegen hautnah und authentisch erleben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Heute sind es keine einfachen Fracht- und Postdampfer mehr, die die Hurtigruten befahren, sondern Schiffe mit dem Komfort moderner Kreuzfahrtschiffe – aber ohne deren Chichi und Entertainment. Dafür dürfen das kleine Schwarze oder das Dinnerjacket getrost im heimischen Kleiderschrank bleiben. Noch immer dienen die Schiffe in erster Linie dem Personenverkehr und der Grundversorgung der angelaufenen Ortschaften. Dass die touristischen Belange dabei manchmal zurückstehen, macht gerade den besonderen Reiz dieser Seereise aus. Da werden Häfen auch nachts oder nur sehr kurz angelaufen. Lärm und Unruhe stören empfindsame Gemüter, und es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von einheimischen Fahrgästen. Wem das nicht gefällt, ist bei einer Nordlandfahrt mit den AIDA-, MSC- oder Costa-Kreuzfahrtschiffen sicher besser aufgehoben. Die haben allerdings bis zu 6.000 Passagiere an Bord und nicht maximal 820 wie die <em>Trollfjord</em>, das größte der Hurtigrutenschiffe.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten2-e1730934293659.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="586" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten2-1024x586.jpg" alt="Schwarz-Weiß-Foto eines historischen Dampfschiffs mit norwegischer Flagge, das an einer Küste mit Hügeln und Gebäuden im Hintergrund ankert. Ein kleines Beiboot ist im Wasser zu sehen." class="wp-image-2959"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Vesteraalen</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am Sonntag, dem 2. Juli 1893, verließ das erste offizielle Hurtigrutenschiff, die <em>D/S Vesteraalen</em>, den Hafen von Trondheim mit über 100 Passagieren, davon 40 in der 1. Klasse, 16 in der 2. und 50 in der 3.Klasse. Am Mittwoch erreichte der Dampfer Hammerfest und fuhr auf der gleichen Strecke zurück nach Trondheim. Die Linie entwickelte sich so erfolgreich, dass ein Jahr später die erste Werbebroschüre für Touristen herausgegeben wurde. Sogar ein 60seitiges Reisehandbuch in deutscher Sprache gab es. Nordlandfahrten standen bei gut betuchten West- und Mitteleuropäern hoch im Kurs. Wilhelm II. bildete da keine Ausnahme, der Kaiser liebte den hohen Norden. Seine erste Schiffsreise nach Norwegen führte ihn 1894 bis nach Trondheim – allerdings nicht auf einem Hurtigrutendampfer. Wilhelm bevorzugte für seine maritimen Ausflüge die Staatsyacht <em>Hohenzollern</em>. Auch luxuriöse Kreuzfahrtschiffe wie die <em>Augusta Victoria</em> der Hapag fuhren schon vor der Jahrhundertwende auf „Bildungs- und Vergnügungsfahrten“ hoch bis zum Nordkap. Diese Reisen kosteten allerdings ein kleines Vermögen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine seemännische Herausforderung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1898 wurde der Ausgangshafen der Hurtigruten nach Bergen, südlich von Trondheim, verlegt. Inzwischen verkehrten mehrere Schiffe auf der Strecke nach Hammerfest und weiter nach Kirkenes. Nicht immer verliefen die Fahrten problemlos. Der Schiffsbetrieb war noch störanfällig und die Route entlang der Küste mit vielen Untiefen, Schären und Felsen insbesondere im Winter voller Tücken: Dampfer liefen auf Grund, kollidierten, kenterten bei Stürmen, Kessel explodierten und verursachten Brände. 1913 erwischte es auch die<em> D/S Vesteralen. </em>Das Schiff lief auf Grund und sank. Todesopfer waren glücklicherweise nicht zu beklagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 1912 befuhren die Hurtigruten modernere Schiffe, die mehr Sicherheit, mehr Platz für die Passagiere und größeren Komfort boten. Im Ersten Weltkrieg musste der Liniendienst aufgrund der Kohleknappheit vorübergehend eingeschränkt werden, erlebte aber danach einen neuen Boom. Selbst sechs Fahrten ab Bergen pro Woche reichten nicht aus, um das gestiegene Passagier- und Frachtaufkommen und die Reiselust von Touristen zu befriedigen. Neue Schiffe wurden gebaut und zusätzliche Ziele wie die Inselgruppe der Lofoten angefahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Zweiten Weltkriegs konnte der Liniendienst nur vereinzelt aufrechterhalten werden. In dieser Zeit sind auch die meisten Schiffsverluste und Havarien verzeichnet. Nach Kriegsende waren von ehemals vierzehn Schiffen nur noch drei fahrtauglich. Bis 1956 wurden dann insgesamt zehn fast baugleiche Schiffe in Dienst gestellt, so dass wieder ein regelmäßiger Liniendienst eingerichtet werden konnte.<sup>&nbsp;</sup></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="299" height="200" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten3.jpg" alt="Panoramablick auf den Geirangerfjord in Norwegen, umgeben von steilen, grünen Bergen und einer kleinen Siedlung am Ufer. Im Fjord sind mehrere Boote zu sehen" class="wp-image-2960" style="width:361px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Geirangerfjord</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 1996 ging die Flottenverjüngung weiter. Alle neuen Schiffe sind deutlich größer und komfortabler als jene der 1950er und 1960er Jahre. Neben Suiten und relativ geräumigen Kabinen mit Dusche und WC bieten sie Swimmingpools, Bars und Veranstaltungsräume. Charakteristische Gemeinsamkeit ist der Panoramasalon über der Brücke, der den Fahrgästen auch bei schlechtem Wetter einen guten Ausblick bietet. Zum Kreuzfahrtcharakter gehören auch organisierte Landausflüge und Abstecher zum Beispiel in den gewaltigen Geirangerfjord (in den die großen Kreuzfahrtschiffe seit Kurzem nicht mehr einfahren dürfen), den handtuchbreiten Trollfjord und ans Nordkap. Um das geringere Passagieraufkommen in der Winterzeit zu kompensieren, werden einige der größeren Schiffe der „neuen Generation“ in diesen Monaten auf Expeditionskreuzfahrten in den antarktischen Sommer geschickt. An ihre Stelle treten dann die traditionellen Schiffe der „mittleren Generation“.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="319" height="169" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten4.jpg" alt="Passagierschiff 'Polarlys' der Hurtigruten-Linie in Norwegen, auf einer winterlichen Fahrt vor einer schneebedeckten Bergkulisse" class="wp-image-2961" style="width:391px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten4.jpg 319w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten4-300x159.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 319px) 100vw, 319px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Polarlys, ein Hurtigrutenschiff der „neuen Generation“</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="325" height="210" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten5.jpg" alt="Historisches Passagierschiff auf ruhiger See an einem klaren Tag, mit schneebedecktem Ufer und bewaldeten Hügeln im Hintergrund." class="wp-image-2962" style="width:389px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten5.jpg 325w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten5-300x194.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 325px) 100vw, 325px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Lofoten, das letzte Schiff der „mittleren Generation“</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Reisen wie damals – aber mit mehr Komfort</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Basisgeschäft ist nach wie vor die klassische Fahrt von Bergen nach Kirkenes nahe der russischen Grenze. Wie im letzten Jahrhundert durchkreuzen die Postschiffe die verzweigten Küstengewässer Norwegens mit ihren Fjorden, Gletschern und Bergen. Es ist ein nahezu unverändertes Panorama, das damals wie heute an den Passagieren vorbeizieht – nicht nur im Sommer. Im Winter sind die Tage zwar sehr kurz, aber schon lange vor der Dämmerung färbt sich der Himmel oft pinkfarben. Dann kommt ein tiefes Blau, und später erstrahlt der Sternenhimmel wie auf tiefschwarzem Samt. Und mit etwas Glück erleben die Touristen nördlich des Polarkreises das Leuchten des magischen Nordlichts. Im Sommer, in der Zeit der Mitternachtssonne, faszinieren die hellen Nächte, im Herbst die Färbung der Bäume an den bewaldeten Küsten, und im Frühjahr kann man zusehen, wie die Natur erwacht und es zu blühen beginnt. Und zu jeder Jahreszeit haben die Passagiere die Gelegenheit, in den Alltag hübscher Städtchen einzutauchen – dort, wo die großen Kreuzfahrtschiffe nicht hinkommen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten6-e1730935011608.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="476" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/11/Hurtigruten6-1024x476.jpg" alt="Polarlichter erleuchten den Nachthimmel über einer winterlichen Landschaft in Norwegen mit schneebedeckten Bergen und einem stillen Fjord." class="wp-image-2963"/></a></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Tipp: die Postschiffroute zum Kennenlernen</strong><br>Eine beliebte Kurzreise ist eine kombinierte Bahn-Schiff-Rundtour von Oslo mit der <em>Bergenbahn</em> bis Bergen, mit dem Hurtigrutenschiff nach Trondheim und der <em>Drovebahn</em> zurück nach Oslo. Zusammen mit einer An- und Abreise mit <em>Color-Line</em> ab Kiel gewinnt man so einen Eindruck von Norwegen in knapp einer Woche. Generell ist es möglich, ab jedem Hafen, den die Hurtigruten anläuft, mitzufahren. Bei einer Kurzreise ist es auch nicht notwendig, eine Kabine zu buchen; man kann an Deck seinen Schlafsack ausrollen.<br><a href="https://www.hurtigruten.com/de-de" target="_blank" rel="noopener">www.hurtigruten.com</a></pre>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Riesengebirge und Schneekoppe: Preußens alpines Urlaubsparadies</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2024 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseziele]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwischen den Weltkriegen und auch schon davor gehörte das Riesengebirge zu den beliebtesten Ferienregionen Mitteleuropas und Deutschlands. Insbesondere Ski- und Wanderfreunde aus Berlin zog es ins Riesengebirge. „Frühstück in Berlin, Kaffee auf der Schneekoppe“ hieß das Motto. (Dank der 1603 Meter hohen Schneekoppe gilt das Riesengebirge als Hochgebirge.) Bis nach Hirschberg (poln. Jelenia Góra), dem [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Zwischen den Weltkriegen und auch schon davor gehörte das Riesengebirge zu den beliebtesten Ferienregionen Mitteleuropas und Deutschlands. Insbesondere Ski- und Wanderfreunde aus Berlin zog es ins Riesengebirge. „Frühstück in Berlin, Kaffee auf der Schneekoppe“ hieß das Motto. (Dank der 1603 Meter hohen Schneekoppe gilt das Riesengebirge als Hochgebirge.) Bis nach Hirschberg (poln. Jelenia Góra), dem Tor zum Riesengebirge, brauchte die Eisenbahn nicht viel mehr als drei Stunden. Damit ist’s leider vorbei. Heute ist man mit der Bahn doppelt so lange wie vor dem Krieg unterwegs. (Die Reise lohnt sich trotzdem.)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die wechselvolle Geschichte einer Grenzregion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor dem 1. Weltkrieg teilten sich das Deutsche und das Habsburger Reich das Riesengebirge, nach dem 1. Weltkrieg Deutschland und die neugegründete Tschechoslowakei. Nach dem Verlust der deutschen Ostgebiete nach dem 2. Weltkrieg liegt das Riesengebirge teils auf polnischem, teils auf tschechischem Gebiet. Spuren seiner deutschen Geschichte sind noch deutlich zu erkennen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge2.jpg"><img decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge2.jpg" alt="Gruppe von Menschen in Winterkleidung auf traditionellen Holzschlitten in einer verschneiten Landschaft, umgeben von kahlen Bäumen und schneebedeckten Hügeln." class="wp-image-2875" style="width:517px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Winterfreuden im Riesengebirge (1903)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den Nachkriegsjahren verfielen aufgrund mangelnder Wartung viele der alten Bauden, Wanderwege, Sprungschanzen und Rodelbahnen. Später entstanden sowohl auf der polnischen als auch der tschechischen Seite moderne Skigebiete mit Loipen und Liften. Für die DDR-Bürger, für die bis 1989 die Alpen unerreichbar waren, wurde das Riesengebirge zum „Chamonix des Ostens“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Maler machte das Riesengebirge zum Sehnsuchtsort</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits im Königreich Preußen war das Riesengebirge Ziel von Dichtern und Malern, die sich von seiner mystischen Erhabenheit inspirieren ließen. Caspar David Friedrich zog das „magische Licht“ so sehr an, dass er sich 1810 von Dresden zu Fuß zur Schneekoppe aufmachte und die Schönheit des Gebirges in unvergänglichen Meisterwerken einfing. Johann Wolfgang von Goethe bereiste bereits zwanzig Jahre zuvor die Region („In der Dämm’rung des Morgens den höchsten Gipfel erklommen“), wobei den Dichter nicht nur Licht und Landschaft angelockt hatten, sondern wohl auch die Aussicht auf ein Zusammensein mit seiner heimlichen Geliebten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="322" height="234" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge3.jpg" alt="Schloss umgeben von dichten Wäldern mit Bergen im Hintergrund, im Vordergrund ein kleines Fachwerkhaus und gepflegte Gärten unter einem leicht bewölkten Himmel." class="wp-image-2876" style="width:490px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge3.jpg 322w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge3-300x218.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 322px) 100vw, 322px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Fischbach um 1850.  Heute ist das Schloss ein aufwendig restauriertes Hotel   </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1822 erwarb Prinz Wilhelm von Preußen das unweit vom Riesengebirge und der Stadt Hirschberg gelegene Wasserschloss Fischbach. Prinz Wilhelm verbrachte auf dem Schloss mit Ehefrau&nbsp;und Kindern die warme Jahreszeit und machte das Hirschberger Tal zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt der europäischen Aristokratie. Auch König Friedrich Wilhelm III. und seine Gattin Königin Louise waren öfter auf Schloss Fischbach zu Gast. Für die Region war das der Ritterschlag und der Beginn des Baus weiterer Schlösser des Adels und prachtvoller Sommersitze Berliner Industrieller. Die Region rückte damit auch ins Visier erholungsuchender Städter. Die Sagen und Mythen, von denen die Einheimischen berichteten, erwiesen sich dabei für den aufkommenden Tourismus als sehr hilfreich: Die dunklen Laub- und Nadelholzwälder und die von Eiszeit und Erosion geformten bizarren Felsenlandschaften seien das Reich eines geheimnisumwitterten Berggeistes, hieß es. „Rübezahl“ wurde zum Markenzeichen des Riesengebirges.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenig bekannt ist, dass der Dichter, Journalist und Reiseschriftsteller Theodor Fontane nicht nur seine „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ genoss, sondern auch seine Streifzüge durch das Riesengebirge. Zehnmal reiste er dorthin, in Krummhübel blieb er sogar mehrere Monate. „Es ist wundervoll und ich bin voller Dank, dass ich mit 65, wo doch die meisten sehr klapprig sind, noch so viele schöne Tage hier verleben kann“, schrieb er 1884 an eine Freundin. Das schlesische Riesengebirge war auch ein Schauplatz seines letzten Romans („Die Poggenpuhls“, erschienen 1896).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Beginn des modernen Tourismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen Gebirgsvereine auf der deutschen und auf der österreichischen Seite die touristische Infrastruktur des Riesengebirges weiter auszubauen und familienfreundlicher zu gestalten. In der Folge wurden aus einfachen Gebirgsbauden schmucke Herbergen mit komfortablen Übernachtungsmöglichkeiten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="199" height="137" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge4.jpg" alt="Gruppe von Männern in traditioneller Kleidung trägt große Körbe auf dem Rücken, steht auf einer Wiese vor einem bewaldeten Hügel mit einer Bergspitze im Hintergrund." class="wp-image-2877" style="width:377px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Koppenträger auf der Koppenplatte (um 1920)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Gäste, die bislang lieber die Aussicht auf das Gebirge vom Tal aus bevorzugten, wagten jetzt den Aufstieg auf die Schneekoppe. Wem der Fußmarsch zu anstrengend war, konnte sich noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Korb auf dem Rücken eines „Koppenträgers“ nach oben befördern lassen. Koppenträger waren schwere Lasten gewohnt. Das gesamte Baumaterial für die 1900 eingeweihte Wetterwarte auf der Schneekoppe wurde von ihnen hochgeschleppt. Bis zu 100 kg wogen die vollgepackten Koppen, und die zu bewältigende Strecke bis zum Gipfel betrug sechs Kilometer.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="787" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge5-1024x787.jpg" alt="Berggipfel mit einer Gruppe von historischen Gebäuden, darunter ein Observatorium, eine Kirche und Wohnhäuser, alle aus Holz, mit einem Wanderweg im Vordergrund und einem wolkigen Himmel im Hintergrund." class="wp-image-2878" style="width:447px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Observatorium und Wetterstation auf dem Gipfel (um 1920)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den Wintermonaten vergnügten sich die Gäste bei Ausflügen mit den bergauf von Pferden gezogenen Hörnerschlitten. Von oben ging es dann mit Karacho und Juchhe talwärts. 1880 tauchten zum ersten Mal, zunächst belächelt und dann bewundert, Skifahrer mit ihren aus Norwegen importierten Brettern auf, und 1906 wurde bei Spindlermühle die erste Sprungschanze eingeweiht. Bis zu 20 m flogen die mutigen Wintersport-Pioniere!</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="365" height="197" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge6.jpg" alt="Schneebedeckte Berglandschaft mit tiefen Tälern und bewaldeten Hängen, teilweise von Wolken bedeckt, unter einem blauen Himmel." class="wp-image-2879" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge6.jpg 365w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge6-300x162.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 365px) 100vw, 365px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Lanovka nach Obřák (Tschechien, 2021)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1920er Jahren war das Riesengebirge als Fremdenverkehrsregion vollends etabliert. Hier entstanden die ersten Wintersportzentren Europas, begünstigt durch die schneesichere Lage. Bis zu einem halben Jahr sind die Berge von manchmal meterhohem Schnee bedeckt. (So war es zumindest bis jetzt.) Auf den Pisten, Bobbahnen oder Skisprungschanzen wurden nationale und internationale Meisterschaften ausgetragen, wobei die meisten Sieger nicht aus Norwegen oder den Alpenländern stammten, sondern aus den schlesischen (deutschen) und den böhmischen (tschechischen) Orten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1923 brachte die Inbetriebnahme der „Zackenbahn“ von Hirschberg (Jelenia Góra) nach Schreiberhau (Szklarska Poręb) und Grünthal/Polaun (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ko%C5%99enov" target="_blank" rel="noopener">Kořenov</a>) dem Fremdenverkehr erneuten Aufschwung. Die Bahn entlang des Flusses Zacken war eine der ersten elektrifizierten Zugstrecken Deutschlands.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge7.jpg"><img decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge7.jpg" alt="Historische Eisenbahn fährt durch eine verschneite Landschaft, umgeben von Bäumen und Hügeln, mit Berggipfeln im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel." class="wp-image-2880" style="width:574px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Zackenbahn (Triebwagen ET 89 „Rübezahl“)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Sommergäste gehörte die Besteigung der Schneekoppe schon fast zum Pflichtprogramm. Schon um 1900 zählte der Berg 50.000 Besucher jährlich. Wie auch heute noch ging es vom Melzer Grund oder von der kleinen Teichbaude zunächst zur Hochebene des Koppenplans. Von hier stieg man die letzten zweihundert Meter auf einem zickzackförmigen Weg in etwa 45 Minuten auf den Gipfel. An dem fantastischen Rundblick von dort oben hat sich wenig geändert. Weit unten liegen das Hirschberger Tal, die kleine Stadt Krummhübel (poln. Karpacz) und weite Wiesen, von Mooren und Teichen unterbrochen. Viele der heutigen Touristen bevorzugen es allerdings, sich vom Sessellift auf den Gipfel bringen zu lassen, obwohl der Aufstieg durchaus auch für Unsportliche machbar ist.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="355" height="160" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge8.jpg" alt="Winterliche Stadtlandschaft mit schneebedeckten Gebäuden und umliegenden Feldern, im Hintergrund schneebedeckte Berge unter einem klaren blauen Himmel." class="wp-image-2881" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge8.jpg 355w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge8-300x135.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Hirschberger Tal (heute)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz des gut ausgebauten Wegenetzes ist das Riesengebirge wegen seines alpinen Charakters auch für ambitionierte Wanderer kein ganz ungefährliches Terrain. Das Wetter kann sich schlagartig ändern; auch im Sommer ist mit plötzlichem Nebel zu rechnen, im Winter mit Lawinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute ist das Riesengebirge für Gäste aus Deutschland und den&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Niederlande" target="_blank" rel="noopener">Niederlanden</a>&nbsp;das ganze Jahr hindurch wieder ein beliebtes Urlaubsziel. Über zwei Millionen Besucher zählt jährlich die Schneekoppe, und die meisten würden dem Urteil des Naturforschers Alexander von Humboldt sicher zustimmen: „Die Schneekoppe ist für mich einer der hundert schönsten Orte der Erde.“</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge9.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="734" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge9-1024x734.jpg" alt="Idyllisches Dorf in hügeliger Landschaft mit verstreuten Häusern und einer Kirche, umgeben von grünen Wiesen und Wäldern, mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund unter einem leicht bewölkten Himmel." class="wp-image-2882" style="width:570px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Blick von Krummhübel (poln. Karpacz) zur Schneekoppe (um 1900)</figcaption></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Reisetipp: Besuch von Breslau und Krakau</strong><br>Eine sehr gute Ausgangsbasis für Wanderungen im Riesengebirge ist Karpacz, das mit dem Auto von Görlitz oder Dresden aus in ca. 1,5 Stunden zu erreichen ist. Karpacz, das ehemalige Krummhübel, zählt zu den reizvollsten Städten des Riesengebirges. Ganz in der Nähe befindet sich der Zugang zum Nationalpark Riesengebirge. Wenn es Ihre Zeit erlaubt, sollten Sie von Karpacz aus einen Abstecher nach Breslau und Krakau einplanen:<br>Von Karpacz sind Sie in rund zwei Stunden in Breslau und in weiteren drei Stunden in Krakau. Hier empfiehlt sich mindestens eine Übernachtung, und zwar möglichst in der Altstadt. Anders als die meisten polnischen Städte wurde Krakau im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört und dokumentiert damit vollständig die europäische Baugeschichte von der Romanik bis zum Jugendstil, mit besonders vielen Baudenkmälern aus der Gotik und der Renaissance. Die mittelalterliche Kernstadt, der Wawelhügel-Komplex mit Königsschloss und Kathedrale gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Krakaus historisches jüdisches Viertel ist das kreative Kazimierz. Heute gibt es hier eine bunte Mischung aus unabhängigen Galerien, ausgefallenen Geschäften, Vintage-Modeläden, Bars und Kneipen.</pre>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge10.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="363" height="285" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge10.jpg" alt="Belebter Marktplatz mit historischen Arkaden," class="wp-image-2873" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge10.jpg 363w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/06/Riesengebirge10-300x236.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Krakau, die Tuchhallen am Hauptmarkt</figcaption></figure>
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		<title>Mythos Rhein: Romantik, Rebstöcke und Ruinen </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 May 2024 10:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wer heute von Sehnsuchtszielen träumt, dem kommen vielleicht das paradiesische Tahiti, das magische Bali oder – etwas bescheidener – die griechischen Kykladen in den Sinn. An das Rheintal denken dabei als erstes vermutlich nur wenige. Ganz anders vor zweihundert Jahren: Die Flusslandschaft zwischen Köln und Mainz gehörte damals weltweit zu den populärsten Gegenden des internationalen [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Wer heute von Sehnsuchtszielen träumt, dem kommen vielleicht das paradiesische Tahiti, das magische Bali oder – etwas bescheidener – die griechischen Kykladen in den Sinn. An das Rheintal denken dabei als erstes vermutlich nur wenige. Ganz anders vor zweihundert Jahren: Die Flusslandschaft zwischen Köln und Mainz gehörte damals weltweit zu den populärsten Gegenden des internationalen Fremdenverkehrs. Nur das antike Ägypten konnte da noch mithalten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="474" height="316" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein2.jpg" alt="Historische Zeichnung von Schloss Stolzenfels am Rhein, umgeben von Bäumen, mit Blick auf den Fluss und ein vorbeifahrendes Schiff." class="wp-image-2835" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein2.jpg 474w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein2-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Burg Stolzenfels. Stahlstich aus dem Baedeker-Reiseführer von 1864</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Zeitreise ins Mittelalter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den deutschen Touristen waren es vor allem Engländer, die es an den Mittelrhein zog. Sie wollten dem Lärm der boomenden Städte und der Hektik der zunehmenden Industrialisierung entfliehen und in der Idylle einer anheimelnden Flusslandschaft Erholung und innere Einkehr suchen – Romantik pur eben. Und der geheimnisumwitterte Strom mit den hoch aufragenden Felsstürzen, den Weinbergen und bewaldeten Hängen, den Schlössern, alten Burgen und Kirchen enttäuschte sie nicht. Wie eine Zeitreise ins „gotische“ Mittelalter empfanden die Touristen ihre Rheinfahrt. Die Zahl der Besucher nahm ständig zu, und Mitte des neunzehnten Jahrhunderts war das Rheintal die größte Fremdenverkehrsregion der Welt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="256" height="304" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein3.jpg" alt="Historische Zeichnung eines Mannes in eleganter Kleidung und Zylinder, der selbstbewusst auf einer Terrasse steht, im Hintergrund eine Landschaft und ein sitzender Mann." class="wp-image-2836" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein3.jpg 256w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein3-253x300.jpg 253w" sizes="auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Karikatur eines englischen Reisenden (1854)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der Tourismus erobert den Rhein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Allzu strapaziös durfte der Ausflug in die verklärte Romantik bei aller Schwärmerei für die Schönheit der Natur allerdings nicht sein. Geschäftstüchtige Einheimische hatten schnell gelernt, dass ihre Gäste gemütliche Gasthöfe, gutes Essen und Trinken, Aussichtspunkte und bequeme Wege mit genügend Parkbänken zu schätzen wussten. Der „Baedeker“ von 1843 empfahl zwar, die Rheinregion zu erwandern, stieß damit aber bei den meisten auf taube Ohren. Als „anmaßenden, übersättigten Reisepöbel“ bezeichnete Karl Bädeker die Touristen, die „das Land heuschreckenartig überfluten“. Dass er durch seine Reiseempfehlungen wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen hatte, übersah er dabei geflissentlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Raddampfer (ab 1827) und später die Eisenbahn (ab 1859) ersparten es, die Rheinregion mühsam zu Fuß entdecken zu müssen. Der Zauber des Rheins ließ sich schließlich auch vom Deck eines Dampfschiffs oder vom Vorgarten einer Fachwerkschenke aus entdecken. Mit wohligem Schaudern lauschten dann die Städter bei einem Glas Rheinwein den Märchen und Sagen über menschenfressende Nagetiere (im Binger Mäuseturm) und eine verführerische Jungfrau (auf dem Loreleyfelsen) aus vergangenen Zeiten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="483" height="297" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein4.jpg" alt="Aquarell eines Flusstals mit steilen Klippen und Bäumen am Ufer, ein Boot mit Personen fährt auf dem Wasser." class="wp-image-2837" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein4.jpg 483w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein4-300x184.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 483px) 100vw, 483px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Loreleyfelsen, 1817. Gemälde des englischen Malers William Turner </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Entdeckung des romantischen Rheins</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Begründer der Rheinromantik waren Anfang des neunzehnten Jahrhunderts Schriftsteller wie Achim von Arnim, Clemens Brentano und Joseph Eichendorf, die in ihren gefühlsbetonten Geschichten und Gedichten die rheinische Natur- und Kulturlandschaft rühmten und einer breiten Öffentlichkeit nahebrachten. Vielleicht noch größeren Einfluss auf die Mythenbildung hatten die Bilder des „Lichtmalers“ William Turner. Seine auf mehreren Reisen entstandenen Werke zeigen ein romantisch verklärtes Rheintal. Mit der Wirklichkeit nahm er es dabei nicht so genau. So verlegte er kurzerhand auf einigen Bildern den Standort von Burgen und malte den Loreleyfelsen gewaltiger als er ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heinrich Heines vertontes Loreley-„Märchen aus uralten Zeiten“ und Richard Wagners Opernzyklus um den auf dem Grund des Rheins liegenden Nibelungenschatz prägten endgültig das Bild vom romantischen Rhein. Wagners berühmtestes Bühnenwerk beginnt mit der „Rheingold“-Oper, die 1928 werbewirksamer Namensgeber für die neue Eisenbahn zwischen Hoek van Holland und Basel wurde. Für die Strecke entlang des Rheins brauchte der „Rheingold“, gezogen von der legendären Schnellzuglokomotive S3 6, nur zwölfeinhalb Stunden – Luxus inbegriffen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="174" height="119" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein5.jpg" alt="Schwarz-Weiß-Foto eines luxuriösen Zugabteils mit gepolsterten Sesseln, Tischen und Vorhängen an den Fenstern." class="wp-image-2838" style="width:388px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Rheingold-Express, Salonwagen 1. Klasse (um 1930)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Den Fahrgästen der 1.Klasse ersparte der „Rheingold“ den Gang in den Speisewagen: Das Menü wurde an gedeckten Tischen am Platz serviert. Von bequemen Sesseln aus konnten die gut betuchten Reisenden durch die großen Fenster das rheinische Panorama an sich vorbeifliegen lassen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="423" height="697" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein6.jpg" alt="Werbeplakat der Deutschen Reichsbahn für den Rheingold-Express, zeigt eine Dampflokomotive und die Streckenführung von der Nordsee zu den Alpen." class="wp-image-2839" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein6.jpg 423w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein6-182x300.jpg 182w" sizes="auto, (max-width: 423px) 100vw, 423px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der beginnenden Weltwirtschaftskrise konnten sich immer weniger Passagiere eine Fahrt mit dem „Rheingold“ leisten. Als nach der Machtübernahme der Nazis auch die englischen Touristen und Geschäftsleute wegblieben, wurde die Zugverbindung eingestellt. Im Sommer 1939 fuhr der Luxuszug zum letzten Mal von der Nordsee in die Schweiz. &nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute lohnt sich die Fahrt mit der Eisenbahn nicht mehr, wenn man die Flusslandschaft entlang des Rheins genießen will. Der Intercity zwischen Mainz und Köln verschwindet an den schönsten Stellen in den Tunnel, oder die Aussicht ist durch Lärmschutzwände und Hausdächer versperrt. Zum beschaulichen Genießen der Schönheiten des Rheintals eignen sich Flusskreuzfahrten weitaus mehr. Als 1827 das erste Dampfschiff den Rhein befuhr, ahnte wohl niemand, wie schnell sich die Dampfer zum bevorzugten Verkehrsmittel der Touristen entwickeln würden. 1840 zählte man bereits 500 000 Touristen auf den Rheindampfern, zehn Jahre später waren es über eine Million. Der „Baedeker“ von 1843 enthielt bereits praktische Tipps, die Touristen bei einer Rheinreise beherzigen sollten: Bei häufigem Schiffswechsel „sei jede Art von Gepäck hinderlich“ und solle deshalb „nach Köln, Koblenz oder Mainz vorausgesendet“ werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">2008 rüstete die Reederei KD Köln-Düsseldorfer trotz öffentlicher Proteste den letzten der dampfbetriebenen Schaufelraddampfer, die „Goethe“, nach fast einhundert Jahren auf dieselhydraulichen Antrieb um. Seitdem wird das Schiff für Nostalgiefahrten zwischen Koblenz und Rüdesheim eingesetzt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="374" height="233" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein7.jpg" alt="Historisches Schwarz-Weiß-Foto eines Dampfschiffs auf dem Rhein, umgeben von kleineren Booten, mit Hügeln und Weinbergen im Hintergrund." class="wp-image-2840" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein7.jpg 374w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein7-300x187.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 374px) 100vw, 374px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Raddampfer „Goethe“ bei Sankt Goarshausen (1924)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Von der Rheinromantik zum Rheintourismus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine gastfreundliche Bevölkerung, eine Bilderbuchlandschaft, spektakuläre Sehenswürdigkeiten, und das Ganze verknüpft mit nostalgischen Erzählungen – das ist das Rezept für touristische Hotspots. Die Rheinanwohner haben das schon früh erkannt und umgesetzt. So ist es nicht überraschend, dass das Rheintal heute weltweit zu den tausend Orten zählt, „an denen man gewesen sein muss“. Und mit Recht wurde der Mittelrhein 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Mit der ursprünglichen Rheinromantik ist es allerdings schon lange vorbei.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="266" height="169" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein8.jpg" alt="Gemälde einer geselligen Runde bei einem Fest im Freien, bei Nacht unter Bäumen, mit Blick auf einen Fluss und ein Dorf im Hintergrund." class="wp-image-2841" style="width:406px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Sommernacht am Rhein, Genrebild von Christian Eduard Boettcher, 1862</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das preu­ßi­sche Kö­nigs­haus war „vom Zau­ber des Rheins er­grif­fen“ und er­war­b Burg­en und Burgruinen fast im Dutzend. Kronprinz Friedrich Wilhelm IV., der „Romantiker auf dem preußischen Königsthron“, war von der Rheinlandschaft so begeistert, dass er in den 1840ern Jahren die zerstörte Burg Stolzenfels zu einem mittelalterlichen Rittersitz wieder aufbauen ließ – und damit ein weiteres touristisches Highlight im Rheintal schuf. Sein Bruder, der spätere Kaiser Wilhelm I., thront seit 1897 als gigantisches Reiterstandbild in Koblenz über dem Deutschen Eck, also dort, wo die Mosel in den Rhein mündet. Ein anderes Nationaldenkmal, das Niederwalddenkmal mit der zwölf Meter hohen Germania hoch über Rüdesheim, erinnert seit 1883 an den deutschen Sieg über Frankreich, den ehemaligen „Erbfeind“ des Kaiserreichs.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein9.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="464" height="659" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein9.jpg" alt="Werbeplakat für die Zahnrad-Bergbahn in Rüdesheim am Rhein, zeigt eine Frau in traditioneller Kleidung neben einer Bahnstrecke mit Weinreben und einem Bergbahnwaggon." class="wp-image-2842" style="width:378px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein9.jpg 464w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein9-211x300.jpg 211w" sizes="auto, (max-width: 464px) 100vw, 464px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 1884 führte eine Zahnradbahn durch die Weinberge hoch zur „Hüterin der deutschen Freiheit“ mit dem Reichsschwert in der einen und der Kaiserkrone in der anderen Hand. Heute benutzen die Touristen eine Kabinenbahn, um die Germania zu besuchen. Vermutlich interessiert nicht alle der historische Hintergrund, der zum Bau des Denkmals führte. Faszinierender ist wohl für die meisten der Panoramablick über das Rheintal von dort oben. Unten in der Rüdesheimer Altstadt wartet dann eine weitere Attraktion auf die Besucher – die Drosselgasse.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Drosselgasse: Jubel und Trubel, Wein und Gesang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Slogan „144 Meter Lebensfreude“ bewirbt Rüdesheim die weltbekannte Drosselgasse. „Ballermann am Rhein“ hätte auch gepasst. Nun ja, ganz so heftig wie in den 1920er Jahren geht es hier nicht mehr zu, als an manchen Tagen sich bis zu 30.000 Besucher durch die Gasse quetschten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein10.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="257" height="304" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein10.jpg" alt="Schwarz-Weiß-Foto einer Gruppe von Menschen vor einem historischen Fachwerkhaus in einer engen, gepflasterten Straße." class="wp-image-2843" style="width:293px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein10.jpg 257w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein10-254x300.jpg 254w" sizes="auto, (max-width: 257px) 100vw, 257px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Vor dem Drosselhof, 1938 </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als erste Gaststätte hatte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert der „Drosselhof“ mit fröhlichem Rundgesang Gäste ins Lokal gelockt: Junge Studenten sangen sonntags in der Weinstube fleißig Rhein- und Trinklieder und wurden dafür mit Wein entlohnt.&nbsp;Die Rechnung ging auf, und bald tönte aus allen Lokalen der Drosselgasse das Lied „Zu Rüdesheim in der Drosselgass …“ und zog trink- und feierfreudige Gäste in Scharen an. Die Drosselgasse wurde zur Amüsiermeile für Besucher aus Deutschland und der ganzen Welt. Auch in der Zeit des NS-Regimes war die Drosselgasse ein beliebtes Ziel von Ausflügen, organisiert von der nationalsozialistischen Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“. Gefeiert und getanzt wurde weiterhin. Doch als der KdF das ungezügelte fröhliche Treiben zu „undeutsch“ wurde, durfte in den Lokalen nur noch „eine dem deutschen Empfinden entsprechende Musik“ gespielt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den 50er Jahren setzte der Massentourismus wieder verstärkt ein und machte die Gasse zu einer Art „Reeperbahn des Rheins“.&nbsp;Heute ist es eine Mischung aus Fröhlichkeit, Lebendigkeit, Live-Musik und mediterranem Flair, die die Besucher aus aller Welt in der Drosselgasse beim Wein genießen können. Die alten Rhein-und Trinklieder sind insbesondere zur Freude der vielen Gäste aus Japan und China aber auch noch zu hören.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein11-e1716990792159.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="580" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/05/Rhein11-1024x580.jpg" alt="Farbaufnahme einer belebten, engen Gasse in Rüdesheim, gesäumt von Fachwerkhäusern mit Schildern und Blumen, darunter Drosselhof und Weingarten." class="wp-image-2833" style="width:656px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Drosselgasse in sonntäglicher Ruhe (2023)</figcaption></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Ausflugstipp: Eine Zeitreise mit der „Goethe“</strong><br>Von Bord eines Schiffs aus lässt sich die Schönheit des Rheins am besten genießen. Eine Alternative zu mehrtägigen Kreuzfahrten auf den Luxusdampfern privater Reedereien wie Nicko-Cruises sind Ausflüge mit den Booten der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt (KD). So bietet zum Bespiel KD eine Nostalgie-Tour durch das Mittelrheintal mit dem detailgetreu restaurierten Schaufelradschiff „Goethe“ aus dem Jahr 1913 an. Die Tour führt in 3 1/4 Stunden ab Koblenz, vorbei an den Ikonen der Rheinromantik, bis nach Rüdesheim und wieder zurück.<br><a href="http://www.nicko-cruises.de" target="_blank" rel="noopener">www.nicko-cruises.de</a><br><a href="http://www.k-d.com" target="_blank" rel="noopener">www.k-d.com</a></pre>
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		<title>Als die Touristen auf Teneriffa noch „Fremde“ waren …</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2024 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseziele]]></category>
		<category><![CDATA[Agatha Christie]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander von Humboldt]]></category>
		<category><![CDATA[Grandhotel Taoro]]></category>
		<category><![CDATA[Orotava-Tal]]></category>
		<category><![CDATA[Puerto de la Cruz]]></category>
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					<description><![CDATA[In einem Teneriffa-Reiseführer aus den 50er Jahren ist nicht von „Touristen“ die Rede, sondern von „Fremden“. Vielleicht war das als Mahnung zu verstehen, als Gast der äußerst genügsam lebenden Bevölkerung mit Respekt und Unvoreingenommenheit zu begegnen. Hier aus dem erwähnten Reiseführer ein paar Sätze, die auf den Besuch der Insel einstimmen sollten: „Sobald der Fremde [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">In einem Teneriffa-Reiseführer aus den 50er Jahren ist nicht von „Touristen“ die Rede, sondern von „Fremden“. Vielleicht war das als Mahnung zu verstehen, als Gast der äußerst genügsam lebenden Bevölkerung mit Respekt und Unvoreingenommenheit zu begegnen. Hier aus dem erwähnten Reiseführer ein paar Sätze, die auf den Besuch der Insel einstimmen sollten:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sobald der Fremde den Fuß auf die Insel setzt, entdeckt er, dass er sich in einem Land befindet, das verschieden ist von allen anderen, die er gesehen hat. Welche Haltung wird der Fremde all dem gegenüber einnehmen? Vielleicht bereitet ihm die Begegnung mit den Inselbewohnern eine Überraschung: Er wird höfliche und gastliche Menschen finden. Er wird überrascht sein, in den Städten ein hohes kulturelles Niveau anzutreffen, er wird über Musik, Malerei, Literatur und Kunst im Allgemeinen sprechen können. Auf dem Land wird er einen gastfreundlichen, hilfsbereiten Bauern finden, der oft seinen Käse und seine Milch mit dem Wanderer teilt. … Die fruchtbare und üppige Erde Teneriffas hat die Bewohner, die sie verdient!“ (Aus L.D. Cuscoy: Das Buch von Teneriffa, 1959)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Jahrzehnt später hat der Massentourismus begonnen, das Leben auf Teneriffa zu verändern – und zwar nicht nur zum Guten. Dennoch, die Insel des ewigen Frühlings mit ihrer Blumenpracht, den grünen Waldgürteln, schwarzen Felsmassen, den wilden Küsten und den Sandstränden im Süden fasziniert nach wie vor die Besucher. An manchen Tagen aber, wenn Tausende Privat- und Mietwagen auf der Suche nach Parkmöglichkeiten im Teide-Nationalpark oder in den Kiefer- und Lorbeerwäldern sind, werden die Grenzen des Teneriffa-Tourismus in seiner heutigen Form deutlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mit dem Zeppelin nach Teneriffa? Fast wäre es möglich gewesen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor es direkte Flugverbindungen gab, war es ziemlich aufwendig, von Europa aus Teneriffa zu erreichen. Die Schiffsfahrt von England oder Deutschland dauerte mehrere Tage, Flüge waren nur mit vielen Zwischenlandungen möglich. Mit dem Flugboot ging es schneller: Die englische „Aquila Airways“ bediente von 1949 bis 1958 die Strecke Southampton, Lissabon, Madeira und Gran Canaria. Von dort aus brachte eine Fähre die Fluggäste nach Santa Cruz auf Teneriffa. 1958 wurde die Verbindung nach einem Crash eingestellt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="558" height="561" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa2.jpg" alt="Wasserflugzeuge" class="wp-image-2807" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa2.jpg 558w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa2-298x300.jpg 298w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa2-150x150.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 558px) 100vw, 558px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1930ern dachte man sogar über einen regelmäßigen Passagierdienst nach Teneriffa mit dem Luftschiff nach. Die erfolgreichen Südamerikafahrten der „Graf Zeppelin“ zeigen, dass das technisch machbar gewesen wäre. Es sollte aber bei der Ankündigung bleiben.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="627" height="228" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa3.jpg" alt="Luftschiff" class="wp-image-2808" style="width:557px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa3.jpg 627w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa3-300x109.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 627px) 100vw, 627px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Hotels Marquesa und Monopol. Stilvoll wohnen in Puerto de la Cruz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der frühesten Erholungsorte Teneriffas war das kleine Fischerdorf Orotava (das heutige Puerto de la Cruz) an der klimabegünstigten Nordküste. Schon vor 1900 entstanden hier Herbergen wie das „Monopol“ und das „Marquesa“ im Herzen der Altstadt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa4-e1714487247714.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="640" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa4-e1714487247714.jpg" alt="Gebäude auf Teneriffa" class="wp-image-2809" style="width:578px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Hotel Marquesa und Hotel Monopol </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das über 250 Jahre alte Monopol im kanarischen Stil mit kunstvoll geschnitzten Balkonen und Treppen liegt am Plaza de la Iglesia direkt gegenüber der Kirche aus dem 17. Jahrhundert. Die Besichtigung des Innenhofs mit seinen pflanzenumrankten Arkadengängen sollte sich kein Besucher Puertos entgehen lassen. 1935 weilte hier der englische Mathematiker und Philosoph Bertrand Russel, dem 1950 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde. Das ebenso traditionsreiche Hotel Marquesa, gleich nebenan vom Monopol, beherbergte 1799 den Naturforscher Alexander von Humboldt vor seiner Weiterreise nach Südamerika. Damals war es noch ein Privathaus.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa5-e1714487404600.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="662" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa5-e1714487404600.jpg" alt="Foto von Bertrand Russel" class="wp-image-2810" style="width:572px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Bertrand Russel im Hotel Monopol, 1935 </figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="613" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa6-1024x613.jpg" alt="Hotel Monopol" class="wp-image-2811" style="width:564px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa6-1024x613.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa6-300x180.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa6-768x460.jpg 768w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa6.jpg 1082w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Im Patio des Hotels Monopol (2023). Foto: Kleinert</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Sie im Monopol übernachten wollen, achten Sie darauf, ein Zimmer mit Balkon im Altbau zu bekommen. Es lohnt sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.hotelmarquesa.com" target="_blank" rel="noopener">www.hotelmarquesa.com</a><br><a href="http://www.monopoltf.com" target="_blank" rel="noopener">www.monopoltf.com</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Grandhotel Taoro in Puerto de la Cruz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einer Anhöhe oberhalb der Altstadt von Puerto wurden Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten Nobelhotels Teneriffas für meist britische Kurgäste gebaut. Das Plateau mit Terrassen, Brunnen, Aussichtspunkten auf Stadt und Meer, Wasserfällen und Teichen ist bis heute bei Einheimischen und Touristen ein beliebter Ausflugsort. Das Hotel Taoro, ein Grandhotel alten Stils, wird zurzeit (2023) totalsaniert und soll nach seiner Wiederöffnung als 5-Sterne-Luxuspalast an den Glanz alter Zeiten anknüpfen, als illustre Gäste wie Agatha Christi und Oscar Wilde sich dort erholten. Hinter dem Hotel befindet sich der Risco Bello, ein paradiesischer Garten mit prächtigen Blumen, einer efeuumwucherten Grotte und dem Wassergarten Jardin Acuático.&nbsp;&nbsp; &nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa7-e1714487612109.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="346" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa7-e1714487612109.jpg" alt="Zeichnung vom Hotel Taoro" class="wp-image-2812"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Hotel Taoro, Anfang des 19. Jahrhunderts </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In dem 1907 erschienenen Abenteuerroman „Das Reisebüro Thompson &amp; Co.“&nbsp;von Jules Verne (vermutlich beendet von seinem Sohn Michel) lässt Verne eine englische Touristengruppe eine Schiffsreise nach den&nbsp;Azoren, Madeira und den Kanarischen Inseln unternehmen. Von der Hafenstadt Santa Cruz auf Teneriffa fahren die Reisenden zunächst in die damalige Inselhauptstadt La Laguna und am nächsten Morgen mit der Postkutsche weiter nach Orotava. Dort übernachtet die Gruppe im Nobelhotel Taoro (bei Verne trug es noch den alten Namen Hôtel des Hesperides).</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="605" height="249" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa8.jpg" alt="Hotel Taoro" class="wp-image-2813" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa8.jpg 605w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa8-300x123.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Foto ist auf dem Plateau das Hotel Taoro zu erkennen </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Bei dem schläfrigen Trab, in dem unsere Pferde die Kutsche fortschleppten, waren vier Stunden notwendig, die dreißig Kilometer zwischen La Laguna und Orotava zurückzulegen. Die Straße lenkt dabei in das Tal von Orotava ein, das ein berühmter Reisender, Alexander von Humboldt, für das schönste der ganzen Erde erklärt hat. Tatsächlich dürfte es schwierig sein, sich ein noch harmonischeres Bild vorzustellen. Zur Rechten dehnt sich die Fläche des uferlosen Meeres aus, zur Linken liegt eine Anhäufung von wilden schwarzen Picos, den äußersten Vormauern des Vulkans, während der Teide selbst sich dahinter in stolzer Majestät erhebt. Dazwischen dehnt sich, voll des üppigsten Grüns, das Tal von Orotava aus. Unsere Kutsche hatte oberhalb des Hafens vor dem recht einladend aussehenden Hôtel des Hesperides angehalten, das von einem Franzosen bewirtschaftet wurde. Meine Gefährten und ich waren begeistert: Hier triumphierte die französische Küche!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Tag darauf wagt die Gruppe mit Hilfe von Mauleseln, Trägern und Führern die Besteigung des Teide, die äußerst strapaziös verläuft. Auf der Heimfahrt nach England kann ihr altersschwaches Dampfschiff nur noch dank seiner Besegelung weiterfahren. Vor den&nbsp;Kapverden sinkt es, die Reisenden können sich jedoch an Land retten. Das ist der Beginn einer Reihe weiterer lebensgefährlicher Abenteuer, die die Reisegesellschaft durch Nordafrika&nbsp;bis nach Timbuktu führt …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch, aus dem auch die beiden Abbildungen stammen, kann als PDF-Datei (11,51&nbsp;MB) kostenlos heruntergeladen werden:<a href="http://www.gasl.org/refbib/Verne__Reisebuero_Thompson.pdf" target="_blank" rel="noopener"> Jules Verne, Michel Verne:&nbsp;<em>Das Reisebüro Thompson &amp; Co.</em></a>&nbsp;(PDF; 12,1&nbsp;MB, illustrierte Neubearbeitung in der&nbsp;<a href="http://www.gasl.org/as/referenz/" target="_blank" rel="noopener">Arno-Schmidt-Referenzbibliothek</a>).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der historische Orchideengarten von Sitio Litre in Puerto de la Cruz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu dem für seine exotische Pflanzenpracht berühmten Botanischen Garten von Puerto besuchen relativ wenig Touristen den nur einige Gehminuten vom Jardin Botanico entfernten Orchideengarten von Sitio Litre. Dieser älteste Garten von Teneriffa ist ein kleines Paradies. Er wurde 1730 angelegt und ist bis heute Privatbesitz der englischen Gründerfamilie. Auf seinem Gelände befindet sich die größte Orchideensammlung der Kanaren und der älteste Drachenbaum Puertos. 1927 besuchte die junge Agatha Christie mit ihrer Tochter den Garten. Die Krimiautorin litt unter einer Depression; kurz zuvor hatte sich ihr Ehemann von ihr getrennt. Die Kanarischen Inseln heilten ihre Wunden und brachten ihr Inspiration für ihre Romane.&nbsp;Ein anderer prominenter Besucher war Alexander von Humboldt, der im Juni 1799 während seines sechstägigen Aufenthalts auf Teneriffa hier an einem Gartenfest teilnahm und am Vortag den 3715 Meter hohen Teide bestiegen hatte. Bei Eiseskälte fertigte er zahlreiche Skizzen vom Kraterrand des Vulkans an und bewunderte die Aussicht: „Zu unseren Füßen sahen wir La Palma, Gomera und Gran Canaria. Die Berge von Lanzarote, die bei Sonnenaufgang dunstfrei gewesen waren, hüllten sich bald wieder in dichte Wolken.“</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa9-e1714487749574.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="640" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/04/Teneriffa9-e1714487749574.jpg" alt="Alexander von Humbold" class="wp-image-2805"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Büste von Alexander von Humbold Im Orchideengarten / Agathe Christie mit ihrer Tochter Rosalyn </figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Ausflugstipp: Besuch des Historischen Orchideengartens</strong><br>Wenn Sie Ihren Urlaub in Puerto de la Cruz verbringen, sollten Sie sich Zeit für einen Ausflug zum Jardin de Orquídeas nehmen. Der Garten liegt etwas versteckt: Gehen Sie an der Avenida Colón die Palmenallee hinauf und biegen Sie am Ende schräg rechts in die Calle Valois ein. Nach einigen Metern führt ein links abzweigender Fußweg zum Sitio Litre. Gönnen Sie sich im Cafe Orquídea eine Erfrischung, und genießen Sie dann die wunderschöne Gartenanlage. (Täglich geöffnet von 9.30 bis 14.30 h.)</pre>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Lesetipp: „Alexander von Humboldt. Seine Woche auf Teneriffa“</strong><br>Der Autor Alfred Gebauer beschreibt aufgrund von Erkundungen vor Ort und ergänzt durch geschichtliche Rückblicke und Originaltexte den Aufenthalt Humboldts und seines Gefährten, dem französischen Arzt Bonpland, auf Teneriffa. Neben Humboldts historischem Reisebericht enthält das Buch zahlreiche Abbildungen und Erläuterungen zur Natur und Geschichte Teneriffas. 208 Seiten, 12,80 €.<br><a href="http://www.zech-verlag.com" target="_blank" rel="noopener">www.zech-verlag.com</a></pre>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Abenteuer am Nil. Die preußische Ägyptenexpedition 1842 bis 1845</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2023 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Reiseziele]]></category>
		<category><![CDATA[Ägyptisches Museum Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Ägyptologie]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Lepsius]]></category>
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					<description><![CDATA[1842 bricht eine preußische Expedition an den Nil auf, um die antiken Denkmäler der ägyptischen Kultur zu dokumentieren und Objekte für das sich im Aufbau befindende Berliner Ägyptische Museum zu sammeln. Die Ausstellung „Abenteuer am Nil. Preußen und die Ägyptologie 1842-1845“ in Berlin eröffnet einen neuen Blick auf diese legendäre Reise des kleinen Forscherteams um [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">1842 bricht eine preußische Expedition an den Nil auf, um die antiken Denkmäler der ägyptischen Kultur zu dokumentieren und Objekte für das sich im Aufbau befindende Berliner Ägyptische Museum zu sammeln. Die Ausstellung „Abenteuer am Nil. Preußen und die Ägyptologie 1842-1845“ in Berlin eröffnet einen neuen Blick auf diese legendäre Reise des kleinen Forscherteams um den 32 Jahre alten Wissenschaftler Richard Lepsius.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="268" height="323" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius2.jpg" alt="Gemälde einer feiernden Gruppe auf einer Pyramide" class="wp-image-2034" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius2.jpg 268w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius2-249x300.jpg 249w" sizes="auto, (max-width: 268px) 100vw, 268px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Lepsius auf dem Gipfel der Cheops-Pyramide</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Reiseagenturen wie Thomas Cook organisierten Bildungsreisen war eine Expedition entlang des Nil in den 1840er Jahren ein abenteuerliches Unterfangen. Die Forscher übernachteten an Bord von Nil-Segelschiffen, in Tempelruinen, Gräbern oder einfachen Zelten, wurden malträtiert von Flöhen und Wanzen, mussten lange Strecken zu Fuß, auf Dromedaren und störrischen Eseln zurücklegen und immer auf der Hut vor räuberischen Beduinen sein.</p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="397" height="173" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius3.jpg" alt="Gemälde Ausgrabung in Aegypten mit Palmen" class="wp-image-2035" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius3.jpg 397w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius3-300x131.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 397px) 100vw, 397px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Alexandria ist der Ausgangspunkt für die 6550 km lange Reise. Von dort aus bewegt sich die Expedition mit Nilschiffen, Eseln und Dromedaren nach Süden bis in die Gegend von Sennar am Blauen Nil. Ihre wichtigsten Stationen sind Gisa und Saqqara mit den Pyramidenfriedhöfen des Alten Reichs, die Tempellandschaft Thebens, die Insel Philas und Nubien, die alte Kulturlandschaft südlich von Assuan bis Khartum. Zehn Männer – aus Preußen, England und der Schweiz – bilden den Kern der Expedition, ergänzt durch zahlreiche Ortskräfte. Diese helfen im Alltag, besorgen Dromedare, Schiffe, Lebensmittel und Feuerholz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. November 1842 siedelt die Gruppe von Kairo nach Gisa in ein Zeltlager am Fuß der großen Pyramiden über. Die Teilnehmer feiern mit Gästen am 15. Oktober 1842 den Geburtstag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., des Förderers und Financiers der Expedition, auf der Spitze der Cheops-Pyramide und hissen eine preußische Flagge.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius-Expedition-Cheops-Pyramide.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="774" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius-Expedition-Cheops-Pyramide.jpg" alt="Gemälde einer feiernden Gesellschaft auf der Cheops-Pyramide" class="wp-image-2041" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius-Expedition-Cheops-Pyramide.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius-Expedition-Cheops-Pyramide-300x227.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius-Expedition-Cheops-Pyramide-768x581.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Expedition feiert den Geburtstag König Friedrich Wilhelm IV. auf dem Gipfel der Cheops-Pyramide am 15. Oktober 1842 </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Strapazen, Sandstürme und ein Überfall</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre ersten Monate im Feld verbringen sie in Gisa und erleben dort die bittere Kälte und Feuchtigkeit des ägyptischen Winters. Das Leben in Zelten ist unkomfortabel, da sie bei so manchem Sandsturm zusammenbrechen, Sand dringt überall ein. Sie müssen eng zusammenrücken und gegenseitig Rücksicht nehmen. Sie überstehen glücklich die ersten Krankheitsfälle und einen Starkregen, der ihr Lager zum Teil zerstört.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius5-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius5-1.jpg" alt="Gemälde Ruinen in der Wüste" class="wp-image-2050" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius5-1.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius5-1-300x200.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius5-1-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Saqqara und im angrenzenden Abusir dokumentiert die Expedition in drei Monaten 31 Gräber. Die Anzahl ist so gering, weil Saqqara unter bis zu 15 m hohen Sandanwehungen verschüttet ist. Da sich die Expedition in Saqqara ebenso sicher wie in Gisa fühlt, stellen sie keine Wächter an. In der Nacht vom 10. auf den 11. April 1843 kommt es zum Überfall auf das Zeltlager – die Zelte brechen über den schlafenden Mitgliedern zusammen, Schüsse fallen, sie fürchten um ihr Leben. Am Ende sind nur einige Sachen entwendet worden.</p>



<div class="wp-block-uagb-container uagb-block-098a7975 alignfull uagb-is-root-container"><div class="uagb-container-inner-blocks-wrap">
<div class="wp-block-uagb-container uagb-block-9bdc644a">
<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="302" height="210" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius6.jpg" alt="Gemälde einer Pyramiden-Ruine in der Wüste" class="wp-image-2037" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius6.jpg 302w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius6-300x209.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 302px) 100vw, 302px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Pyramiden von Meroe</figcaption></figure>
</div>



<div class="wp-block-uagb-container uagb-block-02fcf0df">
<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="295" height="210" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius7.jpg" alt="Gemälde von riesigen Pharaonen Staturen in der Wüste" class="wp-image-2038"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Ansicht der Kolosse Amenophis III.</figcaption></figure>
</div>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">In Theben begegnen die Expeditionsteilnehmer erstmals den riesigen Tempelbauten des Neuen Reichs. Sie erforschen den Karnak- und Luxortempel auf der Ostseite des Nil und die Totentempel, Privat- und Königsgräber auf der Westseite. Diese Leistung ist umso höher zu bewerten, als viele Baudenkmäler noch meterhoch mit Sand bedeckt waren und erst freigelegt werden mussten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Durch die Nubische Wüste zum Blauen Nil</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar 1844 trennt sich das Team in Khartum. Lepsius fährt mit einem Begleiter auf der Suche nach weiteren unbekannten antiken Stätten 280 km den Blauen Nil aufwärts bis hinter Sennar. Als „diplomatisches Geschenk“ einer nubischen Prinzessin wird ihnen eine Sklavin angeboten. Lepsius lehnt dankend ab, da „dieses gegen unsre Sitte sei, doch würde es keine Schwierigkeiten machen, wenn sie statt einer Sklavin einen Sklaven wählen wollte, und nach Beseitigung einiger Bedenklichkeiten, weil ihr dies weniger anständig erschien, sendete sie mir wirklich einen jungen Sklaven, der mir in das Schiff gebracht wurde.&#8220; &nbsp;(Vermutlich begleitete der Sklave Richard Lepsius bis zu seiner Rückfahrt nach Preußen.)</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="456" height="426" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius8.jpg" alt="Gemälde eines Europäers auf einem Kamel" class="wp-image-2039" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius8.jpg 456w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius8-300x280.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 456px) 100vw, 456px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Richard Lepsius in türkischer Tracht, etwa Juli 1845. Hinter ihm sitzt der Sklave. </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach drei Jahren treten die ersten Teilnehmer im Juli 1845 die Rückreise nach Europa an. Trotz der körperlichen Belastung und des Heimwehs haben sie die abenteuerliche Reise gut überstanden.</p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius9.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="492" height="260" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius9.jpg" alt="Gemälde altertümliche Stadt in der Wüste" class="wp-image-2040" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius9.jpg 492w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Lepsius9-300x159.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 492px) 100vw, 492px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Abbildungen von Denkmälern und Landschaften (ohne Ortsangaben) aus Ägypten und Äthiopien entstanden nach den Zeichnungen der königlich-preußischen wissenschaftlichen Expedition.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Öffentlichkeit entdeckt in Berlin das antike Ägypten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reise stand unter einem guten Stern: Die politische Lage war ruhig, die Reise exzellent vorbereitet und ausfinanziert. Der in Ägypten regierende Mehmet Ali Pascha unterstützte die Expedition im Lande in jeder Weise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lepsius blieb länger in Ägypten, um den Rücktransport des Gepäcks zu organisieren. Am 1. Oktober 1845 verließ auch Lepsius Ägypten mit einem persönlichen Dankesbrief von Mehmet Ali Pascha an Friedrich Wilhelm I. Dieser legalisierte die Ausfuhr als persönliches Geschenk des Paschas an den preußischen König. Nach der Rückkehr hieß es, die Aufzeichnungen auszuwerten und das Ägyptische Museum einzurichten. Richard Lepsius erhielt 1846 durch königliche Order die erste ordentliche Professur für Ägyptologie an der Berliner Universität.</p>



<figure class="wp-block-image alignfull size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Neues_Museum_Aegyptischer_Hof.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="751" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Neues_Museum_Aegyptischer_Hof.jpg" alt="Gemälde eines ägyptischen Hofes mit Säulen" class="wp-image-2042" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Neues_Museum_Aegyptischer_Hof.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Neues_Museum_Aegyptischer_Hof-300x220.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Neues_Museum_Aegyptischer_Hof-768x563.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Neues Museum, Ägyptischer Hof (Lithografie von 1862)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Über 7400 Papierabdrücke, 1300 Zeichnungen und Gipsabgüsse von ägyptischen Denkmälern, dutzende Skizzen- und Notizbücher und 1900 antike Objekte waren am Ende der Reise das erstaunliche Resultat. Nur vier Jahre nach Rückkehr erschien die Publikation „Denkmaeler aus Aegypten und Aethopien“ in 12 Bänden. <br>Quelle: Ausstellung „Abenteuer am Nil“ (Presseinformation), Staatliche Museen zu Berlin</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Abenteuer-am-Nil.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="434" height="558" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Abenteuer-am-Nil.jpg" alt="Ausstellungsprospekt" class="wp-image-2043" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Abenteuer-am-Nil.jpg 434w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Abenteuer-am-Nil-233x300.jpg 233w" sizes="auto, (max-width: 434px) 100vw, 434px" /></a></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Tipp: Abenteuer am Nil (Ausstellung und Begleitbuch)</strong>

„Abenteuer am Nil. Preußen und die Ägyptologie 1842 bis 1845.“ Eine Sonderausstellung des Ägyptischen Museums im Neuen Museum, Museumsinsel, Bodestraße 1, 10178 Berlin, vom 15.10 2022 bis 7.3.2023.
<a href="https://www.smb.museum/ausstellungen/aktuell/" target="_blank" rel="noopener">www.smb.museum/ausstellungen</a>

Begleitbuch zur Ausstellung: S. Grallert / J. Helmbold-Doyé (Hrsg.), Abenteuer am Nil. Preußen und die Ägyptologie 1842 bis 1845, Kulturverlag Kadmos, Oktober 2022, 480 Seiten, 300 farbige Abbildungen, 49,80 EUR.
Der Katalog bietet einen umfassenden Einblick in den historischen Kontext der Forschungsreise, porträtiert ihre Protagonisten und beleuchtet die bis heute andauernde Wirkungsgeschichte.
Blick ins Buch unter <a href="https://www.kulturverlag-kadmos.de/" target="_blank" rel="noopener">www.kulturverlag-kadmos.de</a>  
Buch bei Amazon: <a href="https://amzn.to/3JEddfp" target="_blank" rel="noopener">Link</a> (Anzeige)

Auch nach Ausstellungsende lohnt sich ein Besuch des Ägyptischen Museums. Es beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen der ägyptischen Hochkultur, die Statuen, Reliefs und Kleinkunstobjekte aus sämtlichen Epochen der altägyptischen Geschichte umfasst. Als bekanntestes Ausstellungsstück und Publikumsmagnet gilt die 1920 von James Simon übereignete Büste der Nofretete. Das Schicksal der „schönsten Berlinerin“ ist ungewiss. Die Stimmen, die die Rückgabe an Ägypten fordern, werden zahlreicher.</pre>
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		<title>Usedom – das Mallorca der Kaiserzeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2023 11:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseziele]]></category>
		<category><![CDATA[Epochen]]></category>
		<category><![CDATA[Ahlbeck]]></category>
		<category><![CDATA[Kaiserzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Usedom]]></category>
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					<description><![CDATA[Der deutsche Badetourismus begann 1872 in Heringsdorf auf der Ostseeinsel Usedom – wobei das Baden im Meer zunächst nichts mit dem lockeren Strandleben von heute gemein hatte. Man stieg, wenn überhaupt, in hochgeschlossenen Kostümen von Badekarren aus ins Wasser und ließ weder Luft noch Sonne an den Körper. Dass es auch Kaiser Wilhelm I. auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der deutsche Badetourismus begann 1872 in Heringsdorf auf der Ostseeinsel Usedom – wobei das Baden im Meer zunächst nichts mit dem lockeren Strandleben von heute gemein hatte. Man stieg, wenn überhaupt, in hochgeschlossenen Kostümen von Badekarren aus ins Wasser und ließ weder Luft noch Sonne an den Körper. Dass es auch Kaiser Wilhelm I. auf Usedom gefiel, erwies sich für Heringsdorf und die Nachbarorte Bansin, Ahlbeck und Swinemünde als Glücksfall: Auf Betreiben Wilhelms wurde die Eisenbahnstrecke Berlin-Swinemünde ausgebaut und 1876 eingeweiht. Die Ostsee war nun in knapp drei Stunden von der Hauptstadt erreichbar. Zur Jahrhundertwende galt Heringsdorf mit seinen prunkvollen Sommervillen, Kurhotels und der 500 Meter langen Seebrücke unter den vier „Kaiserbädern“ als fast so luxuriös wie die Badeorte an der Cote d’Azur. (Auch Wilhelm II. weilte oft auf Usedom. Für seine Geliebte, Konsulin Steude, ließ er am Strand von Heringsdorf eine schlossartige Villa bauen.) Künstler und Literaten wie Lyonel Feininger, Johann Strauß, Thomas Mann, Leo Tolstoi und Maxim Gorki gehörten zu den prominenten Gästen, die hier die würzige Seeluft genossen. Etwas lockerer als in Heringsdorf ging es in Bansin zu, das sich zu einem „Volksbad“ für die Mittelschicht entwickelte. 1923 erhielt Bansin als erstes deutsches Seebad die „Freibadeerlaubnis“. Usedom war nun die „Badewanne Berlins“. Noch immer ist die typische schnörklige Usedomer Bäderarchitektur in den drei deutschen Kaiserbädern und im polnischen Swinemünde gegenwärtig.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/10/Seebruecke-von-Ahlbeck-scaled-e1666899449317.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="650" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/10/Seebruecke-von-Ahlbeck-1024x650.jpg" alt="Seebrücke von Ahlbeck mit Booten und Strandkörben" class="wp-image-319"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Seebrücke von Ahlbeck (1898). Das hölzerne Brückengebäude ist erhalten geblieben.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/10/Grandhotel-Ahlbecker-Hof.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="543" height="509" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/10/Grandhotel-Ahlbecker-Hof.png" alt="Grandhotel Ahlbecker Hof" class="wp-image-322" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/10/Grandhotel-Ahlbecker-Hof.png 543w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/10/Grandhotel-Ahlbecker-Hof-300x281.png 300w" sizes="auto, (max-width: 543px) 100vw, 543px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Grandhotel Ahlbecker Hof 1909. Das mondänste Haus in Ahlbeck</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/10/Seetelhotels-e1666900271744.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="614" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/10/Seetelhotels-1024x614.jpg" alt="Frontseite Ahlbecker Hof" class="wp-image-320"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Ahlbecker Hof direkt an der historischen Strandpromenade im Kaiserbad Ahlbeck</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der im Jahr 1890 erbaute <em>Ahlbecker Hof</em> war bereits zur Jahrhundertwende ein Haus ersten Ranges, worauf auch heute noch die eindrucksvolle Fassade des Gebäudes hinweist. Der Ahlbecker Hof war nicht immer ein reiner Hotelbetrieb: 1944 quartierten sich die Generalstäbe der Heeresgruppe Nord bis kurz vor Kriegsende ein. 1949 wurde das Hotel zum ersten FDGB-Heim, dem Feriendienst des freien Deutschen Gewerkschaftsbunds der ehemaligen DDR, als Ferienheim umfunktioniert. Das heutige&nbsp;Fünf-Sterne <em>Romantik Seehotel Ahlbecker Hof</em> feierte 2016 sein&nbsp;125-jähriges Jubiläum.<em> (Quelle: Seetelhotels Usedom)</em></p>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>‚Reisen damals‘-</em>Tipp: Museen in Anklam und Wolgast</strong>
Die Küstenstädtchen Anklam und Wolgast sind die „Tore zur Insel Usedom“.

<strong>Otto-Lilienthal-Museum in Anklam</strong>
Das Museum präsentiert eine Sammlung rekonstruierter Gleitflieger des Flugpioniers Otto Lilienthal (geb. 1848 in Anklam, gest. 1896 in Berlin nach einem Absturz) und informiert über Geschichte und Technik des Fliegens.
<a href="http://www.lilienthal-museum.de/olma/home.htm" target="_blank" rel="noopener">www.lilienthal-museum.de
</a>
<strong>Museum Wolgast</strong>
Technikbegeisterte können hier das „Eisenbahndampffährschiff“ besichtigen – eine historische Fähre mit Dampfmaschine, die einst Zügen mit bis zu drei Waggons über die Peene half.
<a href="http://www.museum.wolgast.de/" target="_blank" rel="noopener">www.museum-wolgast.de</a></pre>
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		<title>Mit Postkutsche und Eisenbahn nach Venedig – anno 1864</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Dec 2022 11:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsmittel Land]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Reiseziele]]></category>
		<category><![CDATA[Caffè Lavena]]></category>
		<category><![CDATA[Ernestine Senfft von Pilsach]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdeomnibus]]></category>
		<category><![CDATA[Venedig]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus den Erinnerungen von Ernestine Senfft von Pilsach. Am 29. August 1864 fuhren die junge Ernestine, Tochter eines Gutsbesitzers, ihre drei Schwestern und ihre Eltern vom heimatlichen Sandow in Brandenburg in zwei Postkutschen nach Frankfurt an der Oder. Von Frankfurt aus ging es mit Eisenbahn, Pferdeomnibus, Dampfschiff und Kalesche über Dresden, Prag, München und über [&#8230;]]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Aus den Erinnerungen von Ernestine Senfft von Pilsach.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 29. August 1864 fuhren die junge Ernestine, Tochter eines Gutsbesitzers, ihre drei Schwestern und ihre Eltern vom heimatlichen Sandow in Brandenburg in zwei Postkutschen nach Frankfurt an der Oder. Von Frankfurt aus ging es mit Eisenbahn, Pferdeomnibus, Dampfschiff und Kalesche über Dresden, Prag, München und über den Brennerpass nach Bozen und Mailand. (Ernestine beobachtete dabei von der Kutsche aus den Bau der Brenner-Eisenbahn, die 1867 fertiggestellt wurde.)</p>



<span id="more-162"></span>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Diligence_du_Grand_Bureau_ou_Messageries_Royales.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="378" height="263" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Diligence_du_Grand_Bureau_ou_Messageries_Royales.jpg" alt="Kutscher auf Pferdeomnibus im Gespräch mit Passagier" class="wp-image-157" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Diligence_du_Grand_Bureau_ou_Messageries_Royales.jpg 378w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Diligence_du_Grand_Bureau_ou_Messageries_Royales-300x209.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 378px) 100vw, 378px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Pferdeomnibus</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In Mailand verbrachten sie vier Tage. Am Abend des 1. Oktobers erreichten sie Venedig. Sie verließen die Stadt am 4. Oktober und waren nach der Rückreise über Triest, Wien und Breslau am 10. Oktober wieder in Sandow. Ernestine hat auf der Reise ein Tagebuch geführt, aus dem der folgende Auszug stammt:</p>



<h2 class="wp-block-heading">Venedig, 1. bis 4. Oktober 1864</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Sonnabend, den 1. Oktober, verließen wir Mailand. Um sechs Uhr am Abend kamen wir in Venedig an. Wir wurden auf dem Bahnhof von einer Gondel empfangen, die uns zum Hotel Bellevue fuhr. Es war eine schöne Fahrt, wir hörten nur Glockentöne und das Plätschern der Ruder, ansonsten herrschte tiefe Stille. Es war mir ein unbegreiflicher Traum, dass ich mich in Venedig befand. Unser Gasthaus befand sich an der Ecke des Markusplatzes, den ich mir ganz anders vorgestellt hatte. Er war sehr hell erleuchtet schon durch alle Läden, die durch ihren Glanz und Pracht viele Zuschauer an die Schaufenster lockten. Wir setzten uns, wie es hier Sitte ist, vor eine Konditorei, genossen Eis und betrachteten dabei alles in größter Ruhe. Es war ein herrlicher Abend, den ich nie vergessen werde. Wir gingen erst spät zu Bett.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Sonntag benutzten wir hauptsächlich für Gondelfahrten, bei denen man Venedig am besten kennenlernt. Wir bewegten uns lange Zeit auf dem Canale Grande und ließen uns bei jedem Palast, der uns gefiel, von dessen Geschichte und seinem Besitzer erzählen. Wir hatten sehr lebhafte Schiffer, die nicht aufhörten, uns fleißig in ihrer Sprache zu unterhalten, wovon wir leider nur wenig verstanden. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir auf dem Markusplatz bei recht hübscher italienischer Musik, bei der es ganz frei zugeht. Während dem kamen Männer und Kinder an unsere Plätze und boten uns ihre Waren feil, venezianische Muschelarbeiten, Süßigkeiten, Streichholzbüchsen usw. Es liegt im Charakter der Italiener, dass sie sehr mit sich handeln lassen, immer zuerst höhere Preise verlangen und schließlich durch große Gutmütigkeit und Gewinnsucht ihre Waren wohl unter Wert verkaufen.“</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Canale-Grande.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="882" height="623" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Canale-Grande.jpg" alt="Blich auf den Canale Grande" class="wp-image-158" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Canale-Grande.jpg 882w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Canale-Grande-300x212.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Canale-Grande-768x542.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 882px) 100vw, 882px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Canale Grande</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Montag, den 3. Oktober, benutzten wir hauptsächlich, um uns über die Kunstschätze Venedigs zu unterrichten, was ein geschwätziger Führer übernahm. Wir besuchten zuerst San Marco, eine Basilika byzantinischen Stils, begonnen im 10. Jahrhundert. Die Kathedrale trägt so recht das Gepräge des Altertums und gewährt dadurch einen seltenen Genuss. Wir gingen nun zum Dogenpalast, dessen Prachtbau im maurisch-gotischen Stil aus dem 14. Jahrhundert stammt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Räume dieses Palastes sind großartig in ihrer Höhe und Größe. Ein Saal mit Skulpturen wurde uns dann gezeigt, von dessen Inhalt wir wenig verstanden, dagegen interessierten uns die Räume, in denen die Dogen ihre Sitzungen und Beratungen abhielten, sehr. Wir sahen hinauf zu den Bleidächern, zu denen eine Hühnerstiege führt, und besuchten noch die übrigen Gefängnisse des Gebäudes mit ihren steinernen Nachtlagern, worauf nur ein Strohsack gelegt wurde. Wir mussten bei diesen Gemächern viel an die Gefangenen denken, auch bei der Seufzerbrücke, die wir sahen, unter der viele ihren Tod fanden.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Rialtobruecke.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Rialtobruecke-1024x683.jpg" alt="Sicht auf die Rialtobrücke vom Canale Grande" class="wp-image-159" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Rialtobruecke-1024x683.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Rialtobruecke-300x200.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Rialtobruecke-768x512.jpg 768w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Rialtobruecke-840x560.jpg 840w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Rialtobruecke-1200x800.jpg 1200w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Rialtobruecke.jpg 1230w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Rialtobrücke</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Um einen recht schönen Blick auf das Meer und Venedig zu haben bestiegen wir die Glockentürme von San Marco. Es war ein imposanter Genuss, der durch das heute sehr unruhige Meer noch erhöht war. Sehr merkwürdig sahen die schwarzen Gondeln aus, die eingeführt worden sind, weil die Venezianerinnen so großen Luxus mit diesen Fahrzeugen trieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurde uns von den vielen Glasbläsereien erzählt, die hier existierten, weshalb wir wünschten, eine zu sehen. Weil ein katholischer Feiertag war, war das Gedränge in den schmutzigen Gassen sehr groß, man merkte hier nichts von der gewesenen und noch herrschenden Pracht Venedigs. So sehr mich diese Stadt interessiert hat, kann ich doch einen tief melancholischen Eindruck nicht wegwischen, den ich von diesem Wohnsitz so vieler gewesener hoher Häupter erhalten habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dienstag, der 4. Oktober war leider der letzte Tag, den wir hier verlebten. Der Abschied von Venedig wurde mir sehr schwer. Wir fuhren von hier aus in der Nacht mit der Eisenbahn nach Triest.“</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/San-Giorgo-Maggiore.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/San-Giorgo-Maggiore-1024x683.jpg" alt="Blick auf San Giorgo Maggiore" class="wp-image-160" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/San-Giorgo-Maggiore-1024x683.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/San-Giorgo-Maggiore-300x200.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/San-Giorgo-Maggiore-768x512.jpg 768w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/San-Giorgo-Maggiore-840x560.jpg 840w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/San-Giorgo-Maggiore-1200x800.jpg 1200w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/San-Giorgo-Maggiore.jpg 1230w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">San Giorgo Maggiore </figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Immer mit dabei: der Baedeker</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Vergnügungsreisen“ wie die von Ernestine und ihrer Familie bedeuteten nicht, möglichst schnell und bequem an ein Ziel zu kommen. Im Gegenteil, man ließ sich für Besichtigungen und Ausflüge viel Zeit. So verzichtete die Familie auf dem Weg nach Venedig nicht darauf, touristische Highlights wie Salzburg, Bad Ischl, Meran, den Lago Maggiore, Lugano, den Comer und den Gardasee zu besuchen. Wertvolle Dienste leistete ihnen dabei der Baedeker Oberitalien. (Bereits 1855 wurde vom Verlag Karl Baedeker der erste Reiseführer über diese Region unter dem Titel Südbayern, Tirol, Salzburg, und Oberitalien herausgegeben.)</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Wilhelm_von_Diez_Postkutschenreise.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="450" height="354" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Wilhelm_von_Diez_Postkutschenreise.jpg" alt="Gemälde von Wilhelm von Diez mit fahrender Postkutsche" class="wp-image-161" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Wilhelm_von_Diez_Postkutschenreise.jpg 450w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2022/08/Wilhelm_von_Diez_Postkutschenreise-300x236.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Postkutschenreise. Gemälde von Wilhelm von Diez (1864)

</figcaption></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong>‚Reisen damals‘- Tipp: das <a href="https://www.caffelavena.it/en/" target="_blank" rel="noopener">Caffè Lavena</a> (wenn’s unbedingt ein Kaffeehaus auf dem Markusplatz sein muss)</strong>
Venedig-Tipps sind im Grunde überflüssig, denn mit jedem Schritt stoßen Sie auf historische Reminiszenzen. Eines der traditionsreichsten und bekannteste Cafés der Welt ist das Caffè Florian – und entsprechend hoch sind die Preise. Von Goethe bis Clooney reicht die Liste der prominenten Besucher. (Venedig-Fan Ernest Hemingway weilte vermutlich selten dort. Sein Lieblingsort war Harry’s Bar, westlich vom Markusplatz in der Cala Vallaresso). Das Ambiente des Florian erinnert an seine fast dreihundertjährige Geschichte. Wenn Sie Ihren Cappuccino preiswerter genießen wollen, gehen Sie Ins weniger berühmte, aber nicht minder eindrucksvolle Caffè Lavena schräg gegenüber.</pre>
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