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	<title>Verkehrsmittel Wasser &#8211; reisen damals</title>
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	<description>Die goldene Zeit des Reisens</description>
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		<title>Kreuzfahrten für „verdiente Werktätige“ der DDR</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 12:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsmittel Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[DDR-Kreuzfahrten]]></category>
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					<description><![CDATA[Die DDR solle eine „Kreuzfahrtnation“ sein, forderte Ende der 1950er Jahre ihr Staatsratsvorsitzender Walter Ulbricht. Er meinte, dass die Aussicht auf luxuriöse Kreuzfahrten die Bevölkerung zu höheren Leistungen anspornen würde. Eine richtige Kreuzfahrtnation wurde die DDR zwar nicht, aber in ihrer kurzen Geschichte fuhren zeitweilig immerhin drei Kreuzfahrtschiffe unter ihrer Flagge. Den Anfang machte 1960 [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Die DDR solle eine „Kreuzfahrtnation“ sein, forderte Ende der 1950er Jahre ihr Staatsratsvorsitzender Walter Ulbricht. Er meinte, dass die Aussicht auf luxuriöse Kreuzfahrten die Bevölkerung zu höheren Leistungen anspornen würde. Eine richtige Kreuzfahrtnation wurde die DDR zwar nicht, aber in ihrer kurzen Geschichte fuhren zeitweilig immerhin drei Kreuzfahrtschiffe unter ihrer Flagge. Den Anfang machte 1960 die Völkerfreundschaft, 1961 brach die Fritz Heckert zu ihrer Jungfernfahrt auf, und 1985 ging die Arkona erstmals auf Kreuzfahrt – drei Schiffe, auf deren Fahrten die Probleme des Kalten Krieges und der deutsch-deutschen Teilung immer mit an Bord waren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die „Traumschiffe des Sozialismus“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als 1960 der schwedische Passagierdampfer Stockholm zu einem Schnäppchenpreis zum Verkauf stand, zögerte die permanent klamme DDR nicht und erwarb das Schiff. Vier Jahre zuvor war die Stockholm vor New York mit der Andrea Doria zusammengestoßen und schwer beschädigt worden. Der reparierte und aufwendig modernisierte Liniendampfer bekam den Namen Völkerfreundschaft und wurde dem Feriendienst des „Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes“ (FDGB) für Kreuzfahrten zur Verfügung gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das 160 Meter lange Schiff war für 568 Passagiere zugelassen, verfügte über ein Außen- und ein Innenschwimmbad, mehrere Restaurants, Sportplatz, Kinosaal und diverse Salons. Und es bot den von Staatssicherheitsdienst und FDGB handverlesenen „verdienten Werktätigen“ an Bord einen Service und Komfort, den sie bestenfalls beim kapitalistischen Klassenfeind vermutet hätten. 1985 wurde die Völkerfreundschaft an eine norwegische Reederei verkauft und durch die größere und luxuriösere Arkona, dem ehemaligen „ZDF“-Traumschiff Astor, ersetzt. In den 25 Jahren im Dienst des FDGB ankerte die Völkerfreundschaft in 117 Häfen in 51 Ländern. Bis heute ist sie der am längsten im Dienst befindliche Transatlantikdampfer der Welt</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/01/DDR-Kreuzfahrt2-e1767870573749.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1020" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/01/DDR-Kreuzfahrt2-1024x1020.jpg" alt="Großaufnahme des DDR-Passagierschiffs „Völkerfreundschaft“ unter blauem Himmel, mit sichtbarem Schriftzug am Bug und Menschen an Deck." class="wp-image-3127" style="aspect-ratio:1.00392162870142;width:476px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">FDGB-Broschüre</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fritz Heckert war das einzige in der DDR gebaute „Urlauberschiff“, wie Kreuzfahrtschiffe in der DDR genannt wurden. Ihre Jungfernfahrt im Mai 1961 führte sie in den Ostseeraum, später befuhr sie auch das Mittelmeer und den Atlantik. 1972 wurde die Fritz Heckert stillgelegt. Immer wieder hatte es Probleme mit der Stabilität und der Maschinenanlage gegeben, die sich nicht dauerhaft beheben ließen. Bis zu ihrer Außerdienststellung fuhr sie 24 Länder an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie es sich für ein sozialistisches Land gehörte, waren die Fritz Heckert, die Völkerfreundschaft und die Arkona Einklassenschiffe. Ansonsten boten sie den Passagieren einen Komfort, der sich kaum von den damaligen Kreuzfahrtdampfern des Westens unterschied. Das gilt auch für die Freizeit- und Vergnügungsangebote. Zum Leben an Bord gehörten Spiel und Sport, Sonnenbaden, Tanzabende, Filmvorführungen, Showeinlagen und Kostümfeste. Einige wenige Gäste störte der feste Ablauf im Tagesprogramm („schwimmendes Ferienheim“). So tönte auf der Völkerfreundschaft immer um sieben Uhr früh Nana Mouskouris Weckruf „Schön ist der Morgen“ aus allen Lautsprechern, und pünktlich um acht Uhr gab es Frühstück. Zwei Wochen kosteten dank enormer Subventionen „all inclusive“ nur 250 Mark. Kein Wunder, dass die Plätze hochbegehrt waren. Und so gering, wie es heute manchmal heißt, war die Chance, ein Ticket zu ergattern, keinesfalls. Allein auf der Fritz Heckert machten zwischen 1960 und 1972 rund 63.000 Passagiere Urlaub, also jeder 270ste DDR-Bürger. Der Anteil der Reisenden, die sich damals eine Kreuzfahrt leisten konnten, dürfte in der Bundesrepublik deutlich geringer gewesen sein.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/01/DDR-Kreuzfahrt3.jpg"><img decoding="async" width="215" height="156" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/01/DDR-Kreuzfahrt3.jpg" alt="Das DDR-Passagierschiff „Fritz Heckert“ im Hafen, festlich beflaggt, mit kleiner Bootsszene im Vordergrund." class="wp-image-3128" style="aspect-ratio:1.378243013122308;width:375px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Fritz Heckert</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Von Rostock aus in die große weite Welt? Ja, aber ohne Landgang</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevorzugtes Reisegebiet war der Ostseeraum: Helsinki, Leningrad (Sankt Petersburg) und das Baltikum. Bis zum Bau der Mauer im August 1961 und sogar noch einige Zeit danach führten die Fahrten auch durchs Mittelmeer bis an die nordafrikanische Küste. Trotz intensiver Überprüfung der Passagiere gelang einzelnen immer wieder das „unerlaubte Entfernen vom Schiff“. Im Januar 1962 musste die Besatzung der Fritz Heckert feststellen, dass 24 Passagiere vom Nachtausflug in Casablanca nicht aufs Schiff zurückgekehrt waren. Als man nach dem nächsten Halt in Tunis drei weitere Republikflüchtige zählte, erhielt die Schiffsleitung die Order, unverzüglich nach Rostock zurückzukehren. Trotz einer Unwetterwarnung machte sich die Fritz Heckert auf die Heimreise – und geriet im Golf von Biskaya in einen fürchterlichen Sturm. Fensterscheiben zerbrachen, im Maschinenraum brach Feuer aus, und in den Kabinen lagen die Passagiere auf dem Boden und bangten um ihr Leben. Ernsthafte Verletzungen erlitt aber niemand. Danach wurden keine Häfen kapitalistischer Länder mehr angefahren. Trotz des riesigen Kontrollaufwands, an Bord befanden sich bei jeder Reise bis zu drei Dutzend Stasi-Agenten, glückte im Laufe der Zeit über 230 Personen die Flucht von den Traumschiffen des Sozialismus – nicht selten durch einen beherzten Sprung ins Wasser der Ostsee oder des Schwarzen Meers. Der Bosporus eignete sich besonders gut für einen Fluchtversuch: Stand bei einer Fahrt die Passage durch die Meerenge auf dem Programm, befanden sich vorzugsweise linientreue Funktionäre und ältere „verdiente Werktätige“ an Bord. Denen traute man den Sprung ins Wasser nicht mehr zu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Völkerfreundschaft zwischen den Fronten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 1962 hatten die USA rund um Kuba eine Seeblockade verhängt, um die UdSSR von einer Stationierung von Atomraketen auf Kuba abzuhalten. Doch sowjetische Schiffe ignorierten die Blockade und nahmen Kurs auf die Karibikinsel. Jeder Blockadebrecher würde versenkt werden, hatte Präsident Kennedy gewarnt. Genau zu dieser Zeit war die Völkerfreundschaft unterwegs zum neuen Traumziel der DDR-Elite, zum sozialistischen Bruderland Kuba. Das Urlauberschiff befand sich bereits im Blockadebereich, als sich ein amerikanischer Zerstörer näherte. Würde er das Feuer eröffnen? An Bord der Völkerfreundschaft brach Panik aus – bis das US-Kriegsschiff abdrehte. Kennedy selbst hatte grünes Licht für die Weiterfahrt der Völkerfreundschaft nach Havanna gegeben. Die sowjetischen Schiffe hatten kehrtgemacht und damit den Weg für Verhandlungen geebnet. Die Welt atmete auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Laufe der Jahre wurde die finanzielle Situation der DDR immer prekärer und der Subventionsbedarf für die Kreuzfahrten höher. Um Devisen in die Kassen zu spülen, vercharterte die Regierung meist in den Sommermonaten die Schiffe an westliche Reiseveranstalter. Vor allem westdeutsche und skandinavische Urlauber kamen so in den Genuss unschlagbar günstiger Kreuzfahrten ins Mittelmeer, zu den Kanarischen Inseln und in die Karibik. Statt „Genosse Kapitän“ hieß es auf dem Schiff dann „Herr Kapitän“.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/01/DDR-Kreuzfahrt4.jpg"><img decoding="async" width="425" height="239" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/01/DDR-Kreuzfahrt4.jpg" alt="Kreuzfahrtschiff „Astor“ auf ruhigem Meer vor bergiger Küste, seitliche Ansicht bei klarem Wetter." class="wp-image-3129" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/01/DDR-Kreuzfahrt4.jpg 425w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2026/01/DDR-Kreuzfahrt4-300x169.jpg 300w" sizes="(max-width: 425px) 100vw, 425px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Astor, bevor sie zur Arkona wurde</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei ihrer letzten Fahrt ins östliche Mittelmeer kurz nach dem Mauerfall Im Herbst 1989 war auch auf der Arkona die revolutionäre Stimmung zu spüren. „Wir sind das Volk“, skandierten die Passagiere, der Politoffizier wurde abgesetzt, und einige Genossen traten noch an Bord spontan aus der Partei aus. Mit der Übernahme der Arkona durch die Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 endete die Ära der Traumschiffe des Sozialismus – aber nicht der Arkona. Das ehemalige ZDF-„Traumschiff“ befuhr noch viele Jahre die Weltmeere und wechselte mehrmals den Besitzer und den Namen. Erst 2022, nach 41 Dienstjahren, wurde das Schiff in der Türkei verschrottet.</p>
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		<title>Die Preußen. Die letzte Reise des größten Segelschiffs der Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jan 2025 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsmittel Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Fünfmaster]]></category>
		<category><![CDATA[Kap Hoorn]]></category>
		<category><![CDATA[Royal Clipper]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Fünfmaster Preußen gilt bis heute als weltweit größtes und schnellstes Segelschiff mit querliegenden Segeln (Rahsegeln) ohne Hilfsantrieb. Den Niedergang der kommerziellen Segelschifffahrt konnte aber auch die Preußen nicht aufhalten. Leistungsfähigere und sicherere Ozeandampfer hatten Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen, den interkontinentalen Fracht- und Passagierverkehr zu beherrschen. Und ein Dampfschiff war es auch, das in [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Fünfmaster <em>Preußen</em> gilt bis heute als weltweit größtes und schnellstes Segelschiff mit querliegenden Segeln (Rahsegeln) ohne Hilfsantrieb. Den Niedergang der kommerziellen Segelschifffahrt konnte aber auch die <em>Preußen</em> nicht aufhalten. Leistungsfähigere und sicherere Ozeandampfer hatten Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen, den interkontinentalen Fracht- und Passagierverkehr zu beherrschen. Und ein Dampfschiff war es auch, das in einer Novembernacht des Jahres 1910 das Schicksal des majestätischen Großseglers mit seinen 60 Meter emporragenden Masten besiegelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 1902 in Geestemünde an der Unterweser vom Stapel gelassene <em>Preußen</em> gilt als Meisterwerk der Schiffsbaukunst. Mit einer Länge von 147 Metern, einer Segelfläche von fast 7.000 qm und einer maximalen Geschwindigkeit von 20,5 Knoten (38 km/h) übertraf sie alle anderen auf den Weltmeeren kreuzenden Fünfmaster. Wie erstaunlich schnell die <em>Preußen</em> bei günstigen Windbedingungen war, zeigt ein Vergleich mit damaligen Schnelldampfern wie <em>Titanic</em> oder <em>Imperator. </em>Deren Höchstgeschwindigkeit betrug im Durchschnitt 24 Knoten, das sind 44 km/h.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gebaut wurde die <em>Preußen</em> in erster Linie für Rundreisen zu den Salpeterhäfen in Chile. 1908 unternahm sie noch eine Weltreise von Hamburg über Lizard in Südengland nach New York (25 Tage), weiter über das Kap der guten Hoffnung nach Yokohama (126 Tage) und Chile (75 Tage) und von dort zurück nach Hamburg (75 Tage). Danach befuhr sie nur noch die Südamerikaroute rund um Kap Hoorn. Alle Fahrten verliefen ohne größere Probleme. Die Segeleigenschaften der <em>Preußen</em> waren selbst bei Sturm ausgezeichnet. Allerdings mussten dann zwei bis vier Mann das zwei Meter hohe Doppelruderrad halten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="440" height="242" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen2.jpg" alt="Historische Hafenszene mit großen Segelschiffen an einem Pier, begleitet von kleineren Booten und dampfenden Schiffen im Vordergrund." class="wp-image-2980" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen2.jpg 440w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen2-300x165.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 440px) 100vw, 440px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Preußen im Hamburger Hafen (1907)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Um Kap Hoorn nach Valparaiso</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 31. Oktober 1910 verlässt die <em>Preußen</em> bei mäßigem Wind den Hamburger Hafen. Ziel der Reise war Chile. Wie schon zwölfmal zuvor will das Schiff Zement, Klaviere, Stacheldraht, Zucker und andere Exportprodukte nach Valparaiso bringen und mit 8.000 Tonnen Salpeter für die aufstrebende deutsche chemische Industrie zurückkehren. Neben der 48-köpfigen Besatzung sind zwei Passagiere, ein Maler und ein Lehrer aus Rostock, an Bord. Untergebracht sind sie in einer Doppelkabine, die speziell für die Beförderung von Passagieren vorgesehen ist. Der Wind bleibt weiterhin schwach, so dass der Großsegler nur langsam vorankommt. Nach fünf Tagen befindet sich die <em>Preußen</em> noch immer in den schwierigen Gewässern des Ärmelkanals südlich der englischen Küste. Der Ärmelkanal gilt als eine der meistbefahrenen Schiffsrouten der Welt, doch diesmal herrscht wenig Verkehr. Als es gegen Mitternacht diesig wird, lässt Kapitän Nissen mit Licht und Horn Nebelsignale geben. „Alles in Ordnung“, ruft er den beiden Passagieren zu, die beunruhigt an Deck gekommen sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Tragödie vom 5. November 1910</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich tauchen Steuerbord die weißen Positionslampen eines Dampfers auf, dann auch die rote Backbord-Laterne. Der Dampfer scheint den Kurs der Preußen kreuzen zu wollen. Es ist die <em>Brighton</em>, eine schnelle Kanalfähre auf der Überfahrt von Newhaven nach Dieppe. Ein Dampfer ist gegenüber einem Segelschiff ausweichpflichtig, muss also hinter dem Heck passieren. So ist die Regel, dennoch kommt die <em>Preußen </em>dem Dampfer immer näher. Kapitän Nissen ist alarmiert. „Haben die unsere Nebelsignale nicht gehört?“, ruft er, „sind die denn blind?“ Er befiehlt dem Steuermann, sofort hart Backbord zu gehen. Die <em>Preußen</em> reagiert nur träge, der Wind ist zu schwach. Der zweite Offizier kann noch einen Warnschrei ausstoßen, aber es ist zu spät: Die <em>Preußen</em> kracht in den Dampfer. Beide Schiffe sind stark beschädigt, glücklicherweise gibt es keine Verletzten. Die <em>Brighton </em>ist noch fahrtüchtig<em>, </em>die<em> Preußen</em> aber muss Schlepperhilfe annehmen. Mehrere ihrer Maste sind weggeknickt, sie ist nicht mehr manövrierfähig. Inzwischen ist das Wetter schlechter geworden, ein Sturm kommt auf. Selbst drei Schlepper schaffen es nicht, das Schiff durch die aufgewühlte See zu ziehen. Die Schleppertrossen reißen, und die <em>Preußen</em> treibt hilflos in Richtung Küste. Kurz vor der Hafeneinfahrt von Dover kollidiert sie mit einem Unterwasserfelsen und strandet unterhalb der weißen Kreideklippen. Als der Sturm weiter an Stärke zunimmt, sollen die jüngsten Besatzungsmitglieder und die beiden Passagiere das auf dem Kalkboden festliegende Schiff verlassen, sie wollen aber mit der Crew an Bord bleiben. Inzwischen sind weitere Schlepper eingetroffen, die sich vergeblich bemühen, die <em>Preußen</em> zu bergen. Der stolze Großsegler muss aufgegeben werden, alle müssen von Bord.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch Jahre danach sind die aus dem Wasser herausragende Maste zu sehen, bis die <em>Preußen</em> schließlich endgültig von der See verschluckt wird. Weltweit nimmt die Schifffahrt Anteil an dem Unglück, auch der Kaiser drückt sein Bedauern in einem Telegramm an die Reederei aus. Der Schiffsnarr Wilhelm II. hatte den Bau des Riesenseglers maßgeblich unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der anschließenden Untersuchung des Unglücks durch das Seeamt Hamburg wurde dem Kapitän der <em>Brighton</em> die alleinige Schuld zugesprochen. Er erschoss sich später in einer Londoner Bar.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen3-e1735572810700.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="650" height="398" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen3-e1735572810700.jpg" alt="Briefmarke der Deutschen Bundespost von 1977 mit dem Fünfmast-Vollschiff 'Preussen' (1902–1910) auf blauem Hintergrund." class="wp-image-2981" style="width:388px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Sondermarke zum 75jährigen Jubiläum des Stapellaufs der Preußen</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der Luxussegler <em>Royal Clipper</em>: die Wiedergeburt der <em>Preußen</em></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ende der neunziger Jahre wurde nach dem Vorbild der <em>Preußen</em> ein Vier-Sterne-Kreuzfahrtschiff gebaut und im Jahr 2000 in Dienst gestellt. Die <em>Royal Clipper</em> ist zurzeit der größte Rahsegler der Welt und der einzige Fünfmaster, der die Ozeane befährt.&nbsp;Das Schiff ist zehn Prozent kürzer als die <em>Preußen</em>, hat etwas weniger Segelfläche und ist auch mit einer Maximalgeschwindigkeit von 18 Knoten unter Segeln langsamer als die <em>Preußen</em>.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="401" height="284" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen4.jpg" alt="Modernes Segelschiff mit fünf Masten und vollen weißen Segeln auf offenem Meer unter bewölktem Himmel." class="wp-image-2982" style="width:557px;height:auto" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen4.jpg 401w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen4-300x212.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 401px) 100vw, 401px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Royal Clipper</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Royal Clipper</em> bietet Platz für 227 Passagiere und 105 Crewmitglieder, von denen allein 20 zum Handling der Segel benötigt werden. Den Passagieren stehen 6 Innenkabinen, 90 Außenkabinen, 2 Deckkabinen, 14 Deluxe-Kabinen mit privatem Balkon und 2 Luxus-Suiten zur Verfügung, darüber hinaus Bars, Pools und Fitnessraum. Highlight der Innenräume ist ein dreistöckiges Atrium, durch das Tageslicht in das Restaurant fällt. Vom Heck kann eine Plattform herabgelassen werden, die Zugang zum Wassersport ermöglicht. Wer sich traut, kann in dem Mast zum „Krähennest“ hochentern, das sich 30 Meter über dem Meer befindet. Auf See fährt die <em>Royal Clipper</em> grundsätzlich unter&nbsp;Segeln, es sei denn, die Wetterbedingungen erfordern die Zuhilfenahme ihrer beiden Dieselmotoren.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen5-e1735572554682.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="650" height="433" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/12/Preussen5-e1735572554682.jpg" alt="Gemütliche Kabine auf einem Schiff mit Doppelbett, maritimer Dekoration, zwei Bullaugen und warmen Holzelementen." class="wp-image-2983"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Blick in die Deluxe-Kabine</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;Kreuzfahrtreviere der <em>Royal Clipper</em> sind im Sommer das westliche Mittelmeer mit den Starthäfen Cannes, Rom und Venedig. Im Winter steht die Karibik auf dem Programm, und sie segelt dann von Barbados aus durch die kleinen Antillen. Bei den im Herbst und Frühjahr stattfindenden Transatlantikfahrten können wahlweise die komplette Ozeanüberquerung oder individuelle Teilstrecken gebucht werden.</p>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Tipp: eine Kurzreise auf der <em>Royal Clipper</em> zum Kennenlernen</strong><br>Jeweils im Frühjahr haben Sie Gelegenheit, an viertägigen Schnupperkreuzfahrten ab/bis Venedig oder ab/bis Rom teilzunehmen. In Reiseportalen wie zum Beispiel Secret Escapes (secretescapes.de) oder bei speziellen Kreuzfahrt-Agenturen können Sie mit etwas Glück Last-Minute-Angebote zu besonders günstigen Konditionen finden. Der Normalpreis (Innenkabine) für eine einwöchige Kreuzfahrt mit der <em>Royal Clipper</em> durch das westliche Mittelmeer beträgt pro Person um 2.500 € (2024).<br><a href="http://www.royal-clipper.com" target="_blank" rel="noopener">www.royal-clipper.com</a></pre>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Reisen wie damals? Das dubiose Projekt Titanic II</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Apr 2024 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsmittel Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Clive Palmer]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>
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		<category><![CDATA[Titanic-Neubau]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 14. April 1912 versank die Titanic nach der Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik. Immer wieder geistern Meldungen über einen Nachbau des legendären Ozeandampfers durch die Medien. Was ist dran an den Gerüchten? Die Absichtserklärungen, die Titanic wiederauferstehen zu lassen, sind seit Anfang der 2000er Jahre bekannt, realisiert wurde aber bislang keines der Projekte. [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Am 14. April 1912 versank die Titanic nach der Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik. Immer wieder geistern Meldungen über einen Nachbau des legendären Ozeandampfers durch die Medien. Was ist dran an den Gerüchten? Die Absichtserklärungen, die Titanic wiederauferstehen zu lassen, sind seit Anfang der 2000er Jahre bekannt, realisiert wurde aber bislang keines der Projekte. Doch ein Vorhaben sorgt immer wieder für Schlagzeilen: 2018 kündigte der australische Milliardär Clive Palmer an, im Jahr 2022 das Kreuzfahrtschiff Titanic II in den Dienst zu stellen. Wegen der Covid-Pandemie und wohl auch wegen einiger finanzieller Probleme musste dieser Termin verschoben werden, doch aufgegeben wurde das Projekt anscheinend nicht. Palmer, der Eigner eines großen Bergbaukonzerns ist, habe mit dem staatlichen chinesischen Schiffbaukonzern CSC Jinling eine entsprechende Übereinkunft getroffen, heißt es.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/03/Titanic-Zwei2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="364" height="158" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/03/Titanic-Zwei2.jpg" alt="Entwurf der Titanic II" class="wp-image-2772" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/03/Titanic-Zwei2.jpg 364w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/03/Titanic-Zwei2-300x130.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kosten für den Neubau werden auf 500 Millionen Dollar geschätzt. Das Kreuzfahrtschiff werde genauso luxuriös sein wie das Original, aber zugleich mit modernster Technik ausgestattet sein, verkündete ein Sprecher der von Palmer gegründeten Kreuzfahrtreederei Blue Star. Die Jungfernfahrt soll die Titanic II von England nach New York führen – auf derselben Strecke wie damals die Titanic.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/03/Titanic-Zwei3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="312" height="318" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/03/Titanic-Zwei3.jpg" alt="Foto der Titanic" class="wp-image-2773" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/03/Titanic-Zwei3.jpg 312w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2024/03/Titanic-Zwei3-294x300.jpg 294w" sizes="auto, (max-width: 312px) 100vw, 312px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Titanic am Dock von Southampton am 10. April 2012</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das wie die Titanic 270 Meter lange, 53 Meter hohe und rund 40.000 Tonnen schwere Schiff werde mit den besten Navigations- und Sicherheitssystemen ausgestattet. (Der Test des Modells bei der Hamburgischere Schiffbau-Versuchsanstalt ergab grünes Licht für den Bau.) Geplant seien zehn Decks mit 840 Kabinen für 2.400 Passagiere sowie Sporthallen, Schwimmbäder, Spielcasinos und Spitzenrestaurants. Die Innenausstattung, für die ein schwedisches Designunternehmen beauftragt wurde, soll dem Original des Schiffs möglichst nahekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So weit, so gut. Doch seit 2022 hat man vom Bau der Titanic II nichts mehr gehört – dafür Gerüchte über finanzielle Probleme und nicht ganz saubere Geschäfte Clive Palmers. Der Milliardär gilt als Exzentriker, der eine Vorliebe für bizarre Projekte hat, und immer wieder für positive und negative Überraschungen gut ist. Doch sollte man ihm für das Gelingen der Wiedergeburt der Titanic die Daumen drücken? Angeblich gab es bereits wenige Monate nach Ankündigung der Jungfernfahrt der Titanic II über 40.000 Ticketanfragen. Zwanzig Menschen waren sogar bereit, eine Million Dollar für die Fahrt zu bezahlen! Vielleicht müsste man diese Titanic-Fans daran erinnern, dass 1514 Menschen beim Untergang ihr Leben verloren haben. Der Respekt vor den Opfern und ihren Nachkommen sollte es eigentlich verbieten, die Tragödie der Titanic für makabre Lustreisen zu missbrauchen.</p>
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		<title>Queen Mary: die First Lady der Meere</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Aug 2023 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsmittel Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Blaues Band]]></category>
		<category><![CDATA[Cunard White Star Line]]></category>
		<category><![CDATA[Normandie]]></category>
		<category><![CDATA[Queen Mary]]></category>
		<category><![CDATA[Queen Mary 2]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist schon paradox. Die größten und teuersten Schiffe in der Geschichte der Linienschifffahrt, die Normandie und die Queen Mary, wurden in einer Zeit gebaut, als die Weltwirtschaft am Boden lag. Es waren Prestigeobjekte im Wettbewerb der Nationen – aber auch Symbole der Hoffnung und des Patriotismus. Trotz der sündhaft hohen Preise für Überfahrten in [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Es ist schon paradox. Die größten und teuersten Schiffe in der Geschichte der Linienschifffahrt, die <em>Normandie</em> und die <em>Queen Mary</em>, wurden in einer Zeit gebaut, als die Weltwirtschaft am Boden lag. Es waren Prestigeobjekte im Wettbewerb der Nationen – aber auch Symbole der Hoffnung und des Patriotismus. Trotz der sündhaft hohen Preise für Überfahrten in der 1. und 2. Klasse mangelte es an Passagieren zunächst nicht. Genügend reisefreudige Reiche, die sich ein Ticket leisten konnten, gab es auch in der Krise. Dennoch nahm der Konkurrenzkampf unter den Reedereien zu, und einige mussten um ihr Überleben kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1933 fusionierte die <em>Cunard Line</em> die <em>White Star Line</em> zur <em>Cunard White Star Ltd</em>. Mit Hilfe von Subventionen der britischen Regierung konnte der wegen der Wirtschaftskrise in den Industrienationen zeitweilig gestoppte Bau der <em>Queen Mary</em> fortgesetzt und ein neues Schiff, die <em>Queen Elizabeth</em>, in Auftrag gegeben werden. Im Mai 1936 absolvierte die <em>Queen Mary</em> von Southampton über Cherbourg nach New York ihre Jungfernfahrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab sofort entbrannte zwischen der <em>Queen Mary</em> und der etwas älteren <em>Normandie</em> ein ständiger Kampf um das Blaue Band, um die schnellste Atlantikpassage. Mal lag die <em>Normandie</em> vorn, mal die <em>Queen Mary</em>. Dabei ging es mitunter nur um Minuten. Im August 1938 erlangte die <em>Queen Mary</em> das Blaue Band endgültig von der&nbsp;<em>Normandie</em>&nbsp;zurück und behielt es bis 1952. Mit der US-amerikanischen <em>United States</em> hatte ab dann ein noch schnelleres Passagierschiff den Dienst aufgenommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Art Déco auf amerikanisch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bemühungen der <em>Cunard White Star </em>mit der Eleganz und dem Flair der <em>Normandie</em> zumindest gleichzuziehen, führten nicht zum gewünschten Ergebnis. Technik und Größe, auch der Kabinen und Aufenthaltsräume, der beiden Schiffe waren nahezu identisch. Doch die stilsichere Eleganz der <em>Normandie</em> erreichte die <em>Queen Mary</em> nicht. Statt edler Materialien begnügten sich die Ausstatter mit Holz statt Glas und mit Linoleumböden, Kunststofftischen und „auffällig“ gemusterten Teppichen. Das übergestülpte Art-Déco-Dekor konnte da nicht mehr viel retten. &nbsp;Vielleicht war die Ausstattung auch ein Zugeständnis an den Geschmack der vielen amerikanischen Passagiere. Dennoch, wer zum ersten Mal die <em>Queen Mary</em> betrat (und die <em>Normandie</em> nicht kannte), war von der Opulenz der <em>Queen Mary</em> beeindruckt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Queen-Mary2-e1692215204459.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="449" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Queen-Mary2-e1692215204459.jpg" alt="Speisesaal der Queen Mary" class="wp-image-2430"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Speisesaal</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Endstation Museum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beendete den zivilen Liniendienst der <em>Queen Mary</em>. 1940 lief sie von New York nach Sydney aus, um dort für den Einsatz als Truppentransporter umgebaut zu werden. 1946 wurde das Schiff an die <em>Cunard White Star Line </em>zurückgegeben und generalüberholt. Bis Mitte der fünfziger Jahre befuhr die Queen Mary zusammen mit ihrem Schwesterschiff <em>Queen Elizabeth</em> den Nordatlantik und gewann sofort ihre alte Popularität aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und des exzellenten Service zurück. Doch der zunehmende transatlantische Flugverkehr bedeutete für die langsamen Passagierdampfer Mitte der sechziger Jahre das geschäftliche Aus. 1967 erwarb die Gemeinde Long Beach in Kalifornien die <em>Queen Mary</em> und baute sie zum Hotel und Museum um. Seitdem liegt sie dort im Hafen und wird auch als Tagungs- und Veranstaltungszentrum sowie für Hollywood-Produktionen genutzt, darunter Blockbuster wie „Blondinen bevorzugt“, „Die Höllenfahrt der Poseidon“, „Pearl Harbour“ oder „SOS Titanic“. Touristen können das Schiff besichtigen und dabei den Gruselgeschichten, die um die <em>Queen Mary</em> kreisen, lauschen. Angeblich treiben dort Geister von auf dem Schiff verunglückten Personen ihr Unwesen und erschrecken harmlose Besucher und Gäste. Amerikanische Marketingexperten sind eben sehr erfindungsreich.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Queen-Mary3-scaled-e1692215290466.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Queen-Mary3-1024x648.jpg" alt="Schiff Queen Mary an der Kaimauer" class="wp-image-2431" style="width:648px;height:410px" width="648" height="410"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Queen Mary am Kai von Long Beach, L.A.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><em>QM 2: </em>&nbsp;Die Legende lebt weiter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;<em>Queen Mary 2</em>, seit ihrer Jungfernfahrt im Jahr 2004 das Flaggschiff der Cunard-Flotte, ist heute der einzige Oceanliner für linienmäßige Transatlantikpassagen. Die <em>QM 2</em>, wie sie kurz genannt wird, soll den Passagieren das Feeling vermitteln, an Bord eines der Giganten des frühen 20. Jahrhunderts zu sein.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Queen-Mary4-e1692215670526.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="520" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Queen-Mary4-e1692215670526.jpg" alt="Passagierschiff Quen-Mary 2" class="wp-image-2432"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Queen Mary 2 </figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Queen-Mary5-e1692215893996.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="481" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Queen-Mary5-e1692215893996.jpg" alt="Im Inneren der Queen Mary" class="wp-image-2433"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Blick hinunter in die „Grand Lobby“</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der alten <em>Queen Mary</em> hat die <em>QM 2</em> nicht mehr allzu viel gemein. Doch auch sie ist ein beeindruckendes Schiff. Es ist die Symbiose der Ausstattungsmerkmale moderner Kreuzfahrtschiffe mit der Linienführung der klassischer Transatlantikliner, die die <em>QM 2</em> einzigartig macht. Und es ist ihre etwas andere Klientel. Viele der rund 3.100 Passagiere sind auf der Suche nach einer verlorenen Zeit, einer Zeit der Geruhsamkeit, der Eleganz und des Glamours. (Für die „formellen“ Events dürfen Smoking bzw. das kleine Schwarze im Gepäck nicht fehlen.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber diese Zeit ist auch an Bord der <em>QM 2</em> vorbei. Und so genießen die Passagiere sieben Tage lang die Unterhaltungsmöglichkeiten und die Annehmlichkeiten wie auf jedem 4-Sterne-Kreuzfahrtschiff. Langeweile dürfte kaum aufkommen, denn die <em>QU 2</em> hat eine Menge zu bieten: Spielcasino, Einkaufszentrum, sieben Restaurants, Theater, Kinosaal und ein Planetarium, Pubs, Bars und Lounges, Nachtclub, Pools usw. – aber keine Monster-Rutschbahnen Kletterwände oder Kart-Bahn. Angesichts des höheren Alters der Passagiere gibt es auch eine Leichenhalle, in der mehrere Särge untergebracht werden können.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Queen-Mary6-e1692215930125.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Queen-Mary6-1024x566.jpg" alt="Heckansicht Queen Mary2" class="wp-image-2434" style="width:676px;height:373px" width="676" height="373"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Queen Mary 2 auf der Elbe bei Glückstadt</figcaption></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals-</em>Tipp: Minikreuzfahrt auf der<em> Queen Mary 2</em></strong>
Dreitägige Kreuzfahrten von Hamburg nach Southampton (und umgekehrt) werden schon für wenige hundert Euro (2022) angeboten. Eine gute Gelegenheit zu testen, ob an Bord noch etwas vom einstigen Flair auf der guten alten <em>Queen Mary</em> zu spüren ist. In jedem Fall aber ist es ein außergewöhnlicher Trip auf einem außergewöhnlichen Schiff. Preisgünstige Flüge von oder nach England können dazu gebucht werden.
Wer nur einen Blick auf die <em>Queen Mary 2</em> werfen möchte, sollte sich in Hamburg das Ein-und Auslaufen des Schiffs nicht entgehen lassen. Die <em>QM 2</em> läuft regelmäßig Hamburg an und macht am Hamburg Cruise Center in der Hafen City fest. Während dieser Zeit läuft manchmal unter dem Namen „Queen Mary 2 Day“ ein Rahmenprogramm, das auch die Besichtigung des Schiffs ermöglicht.
<a href="http://www.cunard.com" target="_blank" rel="noopener">www.cunard.com</a></pre>
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		<title>Die Normandie, ein Art-Déco-Palast auf dem Meer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Aug 2023 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsmittel Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Blaues Band]]></category>
		<category><![CDATA[French Line]]></category>
		<category><![CDATA[Passagierdampfer Normandie]]></category>
		<category><![CDATA[RMS Queen Mary]]></category>
		<category><![CDATA[USS Lafayette]]></category>
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					<description><![CDATA[Die „French Line“ feierte mit der Normandie zum Zeitpunkt ihrer Jungfernfahrt im Sommer 1935 gleich drei Superlative: Sie war das größte, das schnellste und das schönste Passagierschiff der Welt. Letzteres gilt auch noch heute. Nie wieder überquerte ein Dampfer von derart beeindruckender Eleganz den Ozean. Selbst die ein Jahr später vom Stapel laufende Queen Mary [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Die „French Line“ feierte mit der <em>Normandie</em> zum Zeitpunkt ihrer Jungfernfahrt im Sommer 1935 gleich drei Superlative: Sie war das größte, das schnellste und das schönste Passagierschiff der Welt. Letzteres gilt auch noch heute. Nie wieder überquerte ein Dampfer von derart beeindruckender Eleganz den Ozean. Selbst die ein Jahr später vom Stapel laufende <em>Queen Mary</em> wirkte im Vergleich mit der <em>Normandie</em> „wie eine überladene Art-Déco-Privatjacht ohne Flair“, wie ein Schiffskenner schrieb. (Vielleicht ein etwas zu harsches Urteil, denn auch die <em>Queen</em> Mary ließ kaum Wünsche offen.)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gebaut für die Reichen und Mächtigen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der einzigartige Stil der <em>Normandie</em> wurde sichtbar, sobald man von der Gangway in die zweieinhalb Decks hohe Empfangshalle trat, an deren Ende sich ein sechs Meter breites Bronzeportal befand, der Zugang zum Erste-Klasse-Speisesaal. Mit fast 90 Metern Länge und neun Metern Höhe war er größer als der berühmte Spiegelsaal im Schloss von Versailles. Für die Innenausstattung des Schiffs hatten die berühmtesten Designer der Art-Déco-Ära gesorgt. Lichtfontänen und gewaltige Leuchter machten mit Hilfe von Metallspiegeln und Glaspaneelen den Dampfer in den Augen vieler Passagiere zu einem „Schiff der Lichter“. Es gab ein Theater mit 380 Plätzen, ein Novum seinerzeit auf einem Schiff, Restaurants, Bars, eine Sauna, ein Kino, Innen- und Außen-Schwimmbäder, einen Tenniscourt, einen Wintergarten mit exotischen Vögeln sowie mehreren Wasserfällen und sogar einen Hundesalon. Die First-Class-Gäste an Bord der 1.972 Betten beherbergenden <em>Normandie</em> mussten auf nichts verzichten. Die vier teuersten Suiten hatten vier Schlafzimmer, zwei Badezimmer, Speise-Séparée und eigenen Außenbalkon.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie2-e1691669324508.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="577" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie2-e1691669324508.jpg" alt="Schiff im Hafen" class="wp-image-2424"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Normandie im Hafen von New York</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Schnell, schön – und unglücklich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Normandie</em> war das erste Schiff mit einer Länge von über 300 Metern. Sie war aber nicht nur wegen ihrer Größe und windschnittigen Form ein Höhepunkt des Schiffbaus, sondern auch wegen ihrer Geschwindigkeit. Schon auf ihrer Jungfernfahrt am 29. Mai 1935 von Le Havre nach New York in vier Tagen, drei Stunden und zwei Minuten nahm sie der Rekordhalterin, der <em>Bremen</em> der Norddeutschen Lloyd, das „Blaue Band“ ab, musste es aber im August 1936 an die <em>Queen Mary </em>abgeben. Die britische Rivalin war drei (!) Minuten schneller. 1937 holte sich die <em>Normandie</em> die begehrte Trophäe aber noch einmal zurück<em>.</em></p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie3-e1691669507342.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="424" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie3-e1691669507342.jpg" alt="Salon eines Schiffes" class="wp-image-2419"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Speisesaal</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie4-e1691669742743.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="465" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie4-e1691669742743.jpg" alt="Schlafkabine im Schiff" class="wp-image-2420"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Kabine 1. Klasse</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Das traurige Ende des französischen Juwels</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Weltstars wie Marlene Dietrich und Cary Grant, Salvador Dalí, Max Schmeling und Josephine Baker überquerten auf der Normandie den Atlantik &#8211; bis der Zweite Weltkrieg ausbrach.<em> </em>Nach nur vier Jahren Dienstzeit wurde das Passagierschiff in New York eingemottet. Mit dem Eintritt der USA in den Krieg beschlagnahmte die US-Marine das Schiff, benannte es in &#8222;USS Lafayette&#8220; um und plante, den Luxusliner als Truppentransporter einzusetzen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie5-e1691669919434.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="611" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie5-1024x611.jpg" alt="Havariertes Schiff im Hafen" class="wp-image-2421"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die havarierte Lafayette (ehem. Normandie), 1943</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Damit nahm das Unglück seinen Lauf. Bei den Umrüstarbeiten am 9. Februar 1942 brach im „Grand Salon“ durch Fahrlässigkeit ein Feuer aus; eine halbe Stunde später stand das ganze Schiff in Flammen. Die Hilflosigkeit der amerikanischen Arbeiter wurde nur noch vom Dilettantismus der New Yorker Feuerwehr übertroffen. Die Feuerwehrleute pumpten so viel Wasser in den Rumpf, dass die Normandie kenterte. Eineinhalb Jahre lag der verkohlte Rumpf an Pier 88 im Hafenbecken von New York, bis er endlich auf dem Schrottplatz landete. Lange hielt sich das Gerücht, dass Nazi-Attentäter für das Feuer verantwortlich waren – eine Vermutung, die Alfred Hitchcock 1942 zu dem Thriller „Saboteure“ inspirierte. Alle Untersuchungen ergaben aber zweifelsfrei, dass der Brand ein Unfall war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erinnerung an das „perfekteste Passagierschiff der Welt“ begann zu verblassen. Mit der <em>Queen Mary </em>gab es ein neues Traumschiff, das bis in die sechziger Jahre auf den Meeren verkehrte.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="605" height="162" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie6.jpg" alt="Schiff in Seitenansicht" class="wp-image-2422" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie6.jpg 605w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/08/Normandie6-300x80.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">RMS Queen Mary (1936)</figcaption></figure>
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		<title>Die Vaterland, bis 1934 das größte Passagierschiff der Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jul 2023 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsmittel Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Albert Ballin]]></category>
		<category><![CDATA[Hapag]]></category>
		<category><![CDATA[Imperator-Klasse]]></category>
		<category><![CDATA[SS Bismarck]]></category>
		<category><![CDATA[SS Vaterland]]></category>
		<category><![CDATA[USS Leviathan]]></category>
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					<description><![CDATA[Kurz vor dem Ersten Weltkrieg entbrannte unter den englischen und deutschen Reedereien ein fast schon absurder Wettbewerb um den Titel des größten Passagierschiffs der Welt. Die Vaterland, nach dem Imperator das zweite Schiff der sogenannten Imperator-Klasse der Hapag, war 290 Meter lang (nicht wie auf der Postkarte oben angegeben 276 Meter) und hatte Platz für [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Kurz vor dem Ersten Weltkrieg entbrannte unter den englischen und deutschen Reedereien ein fast schon absurder Wettbewerb um den Titel des größten Passagierschiffs der Welt. Die <em>Vaterland</em>, nach dem <em>Imperator </em>das zweite Schiff der sogenannten Imperator-Klasse der Hapag, war 290 Meter lang (nicht wie auf der Postkarte oben angegeben 276 Meter) und hatte Platz für rund 4.000 Passagiere. Von der deutschen Presse wurde sie mit Recht als „größter Dampfer der Welt“ gefeiert und behielt diesen Titel bis 1934. Die 1. Klasse war für 700, die 2. Klasse für 450 und die 3. Klasse für 750 Passagiere zugelassen. Im Zwischendeck hatten 1772 Passagiere Platz. Die Auswanderer im Zwischendeck waren in Mehrbettkammern deutlich besser untergebracht als auf den spartanischen Zwischendecks der Konkurrenz. Dies galt insbesondere für die sanitären Anlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Albert Ballin, der Generaldirektor der Hapag, wollte mit der <em>Vaterland</em> und des ebenfalls 1914 gebauten Schwesterschiffs <em>Bismarck </em>neue Maßstäbe setzen. Nicht nur was die Größe anbelangt, sondern auch den Luxus. Erstmals verfügte ein Ozeandampfer neben einer 1. und 2. Klasse und dem für Auswanderer vorgesehenen Zwischendeck über eine dritte Klasse. Diese neue 3. Klasse bot den Reisenden sehr viel mehr Platz und Komfort als das Zwischendeck und war auch für weniger Vermögende erschwinglich. Ausstattung und Komfort der 2. Klasse entsprachen in ihrer Qualität der 1. Klasse älterer Passagierdampfer. Neben einem Speisesaal, einem Gesellschaftsraum, dem Damenzimmer und einem Rauchsalon gab es hier noch eine Turnhalle und ein Terrassencafé.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der <em>Vaterland</em> hatte Albert Ballin es endlich geschafft, zu den Konkurrenten auf der Nordatlantik-Linie, der <em>Norddeutschen Lloyd</em>, der <em>Cunard Line</em> und der <em>White Star Line</em> aufzuschließen und sie sogar zu übertreffen. Sicherheitsvorrichtungen, Technik und Manövrierfähigkeit wurden so verbessert, dass ein Unglück wie das der <em>Titanic</em> oder das Schlingern des Vorgängers der <em>Vaterland</em>, des <em>Imperator</em>s, nach menschlichem Ermessen nicht mehr auftreten konnten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das stolze Flaggschiff der Hapag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Innern der <em>Vaterland</em> wurde wie schon auf dem <em>Imperator</em> den Passagieren der 1. Klasse purer Luxus geboten. Edelholzvertäfelte Wände, vergoldete Geländer, Buntglasscheiben, ein Gesellschaftsraum über zwei Decks, mehrere Speisesäle, Gymnastikhalle, ein großer Swimmingpool und zum Beispiel ein Wintergarten standen ihnen – Politiker, Künstler, Industrielle, reiche Müßiggänger – zur Verfügung. Im besonders exklusiven Ritz-Carlton-Restaurant speiste man unter einer bemalten Kuppel, natürlich à la carte. Ein Novum war die repräsentative Ladenzeile, ein Umsatzbringer, auf den heute kein Kreuzfahrtschiff verzichtet. Passagiere, die Wert auf noch mehr Luxus legten, konnten eine der beiden 230 qm großen Suiten („Kaiserzimmer“) für rund 5.000 US-Dollar pro Überfahrt buchen. Das klingt erst einmal nicht viel, es wären aber nach heutigem Gegenwert etwa 140.000 Dollar!</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="347" height="266" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland2.jpg" alt="Salon der Vaterland" class="wp-image-2355" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland2.jpg 347w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland2-300x230.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Gesellschaftsraum der Vaterland mit der großflächigen Glasdecke</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="347" height="263" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland3.jpg" alt="Salon der Vaterland" class="wp-image-2356" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland3.jpg 347w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland3-300x227.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Ritz-Carlton-Restaurant des Schiffes. Gut erkennbar ist die Kuppel über der Mitte des Raumes </figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland4-e1688412771733.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="413" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland4-e1688412771733.jpg" alt="Schwimmbad im Schiff" class="wp-image-2357" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland4-e1688412771733.jpg 640w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland4-e1688412771733-300x194.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Das Schwimmbad mit einer beleuchteten Decke und Zugang zu einem mit farbigem Marmor verkleideten Dampfbad</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Zwangspause für den Riesendampfer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. Mai 1914 brach die <em>Vaterland</em> vor 50.000 Schaulustigen von ihrem Heimathafen Hamburg zu ihrer Jungfernfahrt nach New York auf. Sieben Tage später war sie am Ziel. Doch nach nur sieben Atlantiküberquerungen war Schluss: Der Kriegsbeginn zwang die <em>Vaterland</em> im Hafen von New York vor Anker zu gehen. Ein Teil der Besatzung blieb an Bord und sorgte dafür, das Schiff intakt zu halten. Für die New Yorker war der riesige Luxusliner eine Sensation – und ein beliebter Treffpunkt der High Society der Stadt. Drei Jahre später, die Vereinigten Staaten hatten Deutschland den Krieg erklärt, wurde das Flaggschiff der Hapag von den USA konfisziert und von der Navy übernommen. Die <em>Vaterland</em> wurde zum Truppentransporter umgebaut und bekam einen neuen Namen. Als <em>USS Leviathan</em> beförderte sie bis zu 14.400 amerikanische Soldaten auf den Fahrten nach und von Europa.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="376" height="297" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland5.jpg" alt="Soldaten auf Schiff" class="wp-image-2358" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland5.jpg 376w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland5-300x237.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 376px) 100vw, 376px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">GIs auf der Leviathan auf der Rückkehr in die USA</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 1918 hatte das „Seeungeheuer“ (= Leviathan) auf einem der Transporte einen mörderischen blinden Passagier an Bord: Ein mutiertes hochansteckendes Vogelgrippevirus von einer Geflügelfarm in Kansas/USA infizierte 2000 der 9000 GIs, die sich auf dem Weg an die europäische Front befanden. 100 Soldaten starben bereits auf der Überfahrt. Von Frankreich und England aus verbreitete sich das Virus über ganz Europa und entwickelte sich rasch zu einer tödlichen Pandemie. Bis Anfang der zwanziger Jahre erlagen der „Spanischen Grippe“ weltweit über 60 Millionen Menschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Endstation Schrottplatz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1922 wurde die <em>Vaterland</em> (unter dem von der US-Marine verliehenen Namen <em>Leviathan</em>) vom Truppentransporter wieder zu einem Passagierschiff umgerüstet und nach amerikanischen Geschmack eingerichtet. Im Dienst der United States Line befuhr die<em> Leviathan</em> bis 1934 den Nordatlantik. Dann lohnte sich der Betrieb angesichts modernerer Schiffe nicht mehr. Das bis dahin größte Dampfschiff der Welt hatte ausgedient und wurde in Schottland verschrottet.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="315" height="414" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland6.jpg" alt="Historisches Werbeplakat" class="wp-image-2359" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland6.jpg 315w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland6-228x300.jpg 228w" sizes="auto, (max-width: 315px) 100vw, 315px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Werbeplakat. Die Leviathan in Southhampton (ca.1928/29)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das folgende Foto zeigt die drei Schiffe der <em>Imperator</em>-Klasse der Hapag nach der Beschlagnahme durch die Vereinigten Staaten bzw. durch Großbritannien. Von links nach rechts): die <em>Leviathan</em> (vorher <em>Vaterland</em>), die <em>Majestic</em> (vorher <em>Bismarck</em>) und die <em>Berengaria</em> (vorher <em>Imperator</em>) im Hafen von Southhampton, England.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland7-e1688413418772.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="537" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/07/Vaterland7-1024x537.jpg" alt="Menschengruppe betrachtet Dampfschiffe" class="wp-image-2360"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Die drei Schiffe der Imperator-Klasse</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der&nbsp;<em>Imperator</em>&nbsp;musste nach dem Ersten Weltkrieg Großbritannien als Reparationsleistung übergeben werden. Die Cunard-Reederei betrieb das Schiff unter dem Namen RMS&nbsp;<em>Berengaria</em>&nbsp;bis Februar 1938. Das dritte Schiff der&nbsp;<em>Imperator</em>-Klasse war die&nbsp;<em>Bismarck</em>. Die <em>Bismarck</em> wurde 1914 in Hamburg stillgelegt und nach Kriegsende ebenfalls Großbritannien&nbsp;zugesprochen. Nach der Übergabe an die <em>White Star Line</em> wurde sie&nbsp;in&nbsp;<em>Majestic</em>&nbsp;umgetauft. Wie schon die beiden Schwesterschiffe war sie seinerzeit mit 56.551 BRT das größte Schiff der Welt. 1936 wurde die <em>Majestic </em>außer Dienst gestellt.</p>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Tipp: Das <em>Internationale Maritime Museum </em>in Hamburg</strong>
Der Bestand des Schifffahrtsmuseums in der Hamburger Speicherstadt umfasst viel Anschauungsmaterial über die <em>Vaterland </em>und andere Passagierdampfer der Hapag. Auf neun Ausstellungsdecks werden 3000 Jahre Schifffahrtsgeschichte mit wertvollen Exponaten, Schiffsmodellen und Gemälden gezeigt.
<a href="https://www.imm-hamburg.de/" target="_blank" rel="noopener">www.internationales-maritimes-museum.de</a></pre>
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		<title>Der Ozeanriese Imperator: des Kaisers liebster Dampfer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Mar 2023 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsmittel Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Albert Ballin]]></category>
		<category><![CDATA[Hapag]]></category>
		<category><![CDATA[RMS Berengaria]]></category>
		<category><![CDATA[SS Imperator]]></category>
		<category><![CDATA[SS Vaterland]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 23. Mai 1912 lief im Hamburger Hafen der Riesendampfer Imperator vom Stapel, nur fünf Wochen nach dem Untergang der Titanic der britischen White-Star-Linie. Kaiser Wilhelm II. war begeistert. Er taufte das neue Flaggschiff der Hapag auf den Namen „Imperator“ – und legte Wert auf den männlichen Artikel. „Der“ Imperator war das erste Schiff einer [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Am 23. Mai 1912 lief im Hamburger Hafen der Riesendampfer <em>Imperator</em> vom Stapel, nur fünf Wochen nach dem Untergang der <em>Titanic</em> der britischen White-Star-Linie. Kaiser Wilhelm II. war begeistert. Er taufte das neue Flaggschiff der Hapag auf den Namen „Imperator“ – und legte Wert auf den männlichen Artikel. „Der“ <em>Imperator</em> war das erste Schiff einer neuen Schnelldampfer-Flotte der Hapag für den Nordatlantikverkehr. 1913 lief die <em>Vaterland</em> vom Stapel, 1914 die <em>Bismarck</em>, die aber wegen des Kriegsbeginns nicht mehr für den Passagierdienst der Hapag eingesetzt werden konnte. Die Größe der <em>Vaterland</em> wurde erst 1934 von der französischen <em>Normandie </em>mit ihrer Länge von über 300 Metern deutlich übertroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Vergleich: Der <em>Imperator</em> (52.117 BRT) war 276 m lang, die <em>Titanic</em> (46.328 BRT) 270 m. Zugelassene Passagierzahl: rund 4.200 (<em>Titanic</em>: 2.400). Und anders als bei der <em>Titanic</em> stand jedem Passagier ein Platz in einem Rettungsboot zur Verfügung. &nbsp;Noch größer war die <em>Vaterland</em> (290 m, 55.000 BRT). Ab 1921 fuhr der <em>Imperator</em> als RMS <em>Berengaria </em>unter britischer Flagge.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Eines der größten Wunderwerke“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hapag-Direktor Albert Ballin hatte nicht den Ehrgeiz, mit dem <em>Imperator</em> Geschwindigkeitsrekorde zu brechen; er legte Wert auf höchsten Komfort und Luxus für die Passagiere. Die Atlantik-Passage sollte dem Aufenthalt in einem im Pseudo-Louis-XV-Stil gestalteten Grandhotel gleichen – vor allem für die 900 Passagiere der Ersten Klasse.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="565" height="368" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator2.jpg" alt="Postkarte im Innenraum des Dampfers Imperator" class="wp-image-2132" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator2.jpg 565w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator2-300x195.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 565px) 100vw, 565px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Blick in die Erste Klasse der RMS Berengaria (zuvor SS Imperator)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gourmet-Restaurant (geführt von einem Küchenchef des Ritz-Carlton), Wintergarten und Lounge, ein großer Festsaal, erstmalig ein Hallenbad (über drei Decks, aus Marmor im pompejischen Stil) brachten Journalisten wie Karl Friedrich Kurz und Alfred Kerr zum Schwärmen. (Kurz: „eines der größten Wunderwerke, das Menschengeist erdacht hat“, Kerr: „frohlockende Bewunderung“ für das „entwickelteste Schiff der Erde“.)</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="851" height="500" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator3.jpg" alt="Speisesaal im Luxusdamper" class="wp-image-2133" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator3.jpg 851w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator3-300x176.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator3-768x451.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 851px) 100vw, 851px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Lounge in der Ersten Klasse der RMS Berengaria (zuvor SS Imperator), ca. 1922</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Der Riesendampfer schlingert</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gigantonomie des <em>Imperators</em> war so ganz nach dem Geschmack von Wilhelm II. Auch die mächtige Gallionsfigur am Bug des Schiffes verkörperte seinen Wunsch nach imperialer Größe: Ein goldener Adler (Flügelweite sechzehn Meter) hielt eine Weltkugel mit dem Hapag-Motto „Mein Feld ist die Welt“ in seinen Krallen. Nur Pech, dass ein heftiger Atlantiksturm dem Adler noch vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs die Flügel gestutzt hatte. Ein Menetekel? Der Gott der Meere meinte es nicht gut mit dem Schiff:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon auf der siebentägigen Jungfernfahrt nach New York zeigte sich, dass der Dampfer („Schlingerwilli“) unstabil war und zu einer Schräglage neigte. Alles, was rund und nicht befestigt war, rollte von den Tischen. Nicht ohne Schadenfreude verlieh daraufhin die englische Presse dem <em>Imperator</em> den Spitznamen „Limperator“ (to limp = humpeln). Dann brach im Hafen von New York im Passagierbereich ein kleiner Brand aus, der zwar schnell gelöscht werden konnte, aber einen riesigen Wasserschaden verursachte. Als endlich alle Schäden und die Schieflage durch umfangreiche Umbauten behoben waren, begann der Erste Weltkrieg, und das Schiff musste in Hamburg vor Anker gehen.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="486" height="371" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator4.jpg" alt="Dampfer und Segelschiff auf hoher See" class="wp-image-2134" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator4.jpg 486w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator4-300x229.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 486px) 100vw, 486px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">SS Imperator (1912)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1921 wurde der <em>Imperator</em> als Reparationsleistung an die britische Cunard-Reederei ausgeliefert. Technik und Einrichtung wurden aufwendig modernisiert und die Kessel von Kohle- auf Ölbrenner umgestellt. Unter dem Namen <em>Berengaria</em> fuhr es dann noch über sechzehn Jahre über den Atlantik und in die Karibik. Trotz einiger Pannen – mal lief das Schiff auf Grund, mal brach Feuer aus – erfreute es sich großer Beliebtheit bei den Passagieren, insbesondere bei Millionären, Filmstars und Künstlern. Nicht ohne Grund galt die <em>Berengeria</em> als das „happy ship“ der Cunard-Linie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein neuer Stern erscheint</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1938 wurde das Schiff verschrottet. Inzwischen hatte die <em>Queen Mary</em> die führende Rolle im Atlantikverkehr übernommen. Die berühmte „Königin der Meere“ war bis 1967 für die Cunard-Linie im Einsatz.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="637" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator5-1024x637.jpg" alt="Riesiger Dampfer im Hafen" class="wp-image-2130" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator5-1024x637.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator5-300x187.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator5-768x478.jpg 768w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Imperator5.jpg 1332w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">RMS Queen Mary (1936)

</figcaption></figure>
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		<title>Die Titanic. Der Untergang des größten Dampfers seiner Zeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Horst Kleinert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Mar 2023 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsmittel Wasser]]></category>
		<category><![CDATA[Olympic]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>
		<category><![CDATA[White Star Line]]></category>
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					<description><![CDATA[Was für ein gigantisches Schiff! 270 m lang und bis zur Schornsteinspitze 53 m hoch. Am 10. April 1912 konnte sich niemand am Kai von Southampton der Faszination dieses Anblicks entziehen. Rund 4.300 Dollar kostete die Reise nach Amerika in einer der großen Luxussuiten der Titanic. Nach heutiger Kaufkraft wären das über 100.000 Euro. Dafür [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Was für ein gigantisches Schiff! 270 m lang und bis zur Schornsteinspitze 53 m hoch. Am 10. April 1912 konnte sich niemand am Kai von Southampton der Faszination dieses Anblicks entziehen. Rund 4.300 Dollar kostete die Reise nach Amerika in einer der großen Luxussuiten der <em>Titanic</em>. Nach heutiger Kaufkraft wären das über 100.000 Euro. Dafür wurde diesen begüterten Passagieren ein Komfort geboten, der im Atlantikverkehr einen neuen Standard setzen sollte. Die Reederei <em>White Star Line</em> wollte mit der <em>Titanic</em> und ihrem geringfügig leichteren Schwesterschiff <em>Olympic</em> die deutsche und englische Konkurrenz übertrumpfen. (Obwohl die&nbsp;<em>Titanic</em>&nbsp;von einem englischen Hafen aus startete, waren auch deutsche Passagiere an Bord. Ihre Zahl war gering, denn auch von deutschen Häfen aus gab es damals Direktverbindungen in die USA.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die große Zahl der Auswanderer in der Dritten Klasse (mit einem Gemeinschaftsschlafsaal und Kabinen für zwei bis sechs Personen) war die Überfahrt mit umgerechnet 1.500 Euro bedeutend preiswerter als in der Ersten Klasse. Doch vier Tage nach der Abfahrt aus England, am 15. April 1912, spielten diese Unterschiede keine Rolle – oder besser gesagt, fast keine. Für alle, ob arm oder reich, ging es jetzt um Leben und Tod: Südöstlich von Neufundland war die <em>Titanic</em> gegen 23 Uhr 40 auf ihrer Jungfernfahrt an einem Eisberg entlang geschrammt, der sieben Meter unterhalb der Wasserlinie mehrere kleine Lecks verursacht hatte. Nach zwanzig Minuten begann die <em>Titanic </em>zu sinken …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anhand der Opferstatistik wird deutlich, dass das Überleben wohl auch von der Klassenzugehörigkeit abhing. 81 Prozent der insgesamt 1514 Opfer gehörten der Dritten Klasse oder der Besatzung an, 11 Prozent der Zweiten Klasse und 8 Prozent der Ersten Klasse. Nur 710 der 2224 Personen konnten von der zwei Stunden später eintreffenden <em>Carpathia</em> aus den Rettungsbooten aufgenommen werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie konnte es zum Untergang der <em>Titanic</em> kommen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Eigentlich hätte das Unglück nicht passieren dürfen“, hieß es damals. (Mit den gleichen Worten wurde 26 Jahre später der Absturz des Zeppelins <em>Hindenburg</em> in Lakehurst kommentiert.) Doch unsinkbare Schiffe gibt es nicht; jede Konstruktion ist ein Kompromiss von Sicherheit und Funktion. Und so wurde wohl die Tragödie durch das unwahrscheinliche Zusammentreffen von Umständen verursacht, mit denen Schiffbauer, Kapitän und Mannschaft damals kaum rechnen konnten und auf die sie nicht vorbereitet waren. Zu niedrige Schottenwände? Zu wenig Rettungsboote? Eisbergwarnungen, die den Kapitän nicht erreichten? Der Funker, der sich zum Schlafen gelegt hat? Zu spätes Ausweichmanöver? Erklärungsversuche gibt es genug; hinterher ist man bekanntlich immer klüger. So führten die Erkenntnisse aus der Analyse der Katastrophe in der Folgezeit auch zu einer Vielzahl neuer Vorschriften, die den Schiffsverkehr sicherer machten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Mythos lebt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur die Dramatik ihres Untergangs hat dafür gesorgt, dass die <em>Titanic</em> im Gedächtnis der Menschheit verankert ist, sondern es ist auch das Design des Schiffes. Der langgestreckte, relativ niedrige Rumpf, der scharfe, nahezu senkrecht stehende Bug, das flach auslaufende Heck, die vier mächtigen Schornsteine und die zwei 46 m hohen Mastbäume verliehen der <em>Titanic</em> trotz ihrer Größe ein elegantes Aussehen, das sie erheblich von den heutigen klotzigen Passagierschiffen unterscheidet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hunderte von Büchern, drei Dutzend Filme und unzählige Produkte, Memorabilien und Werbeartikel tragen den Namen, der noch heute wie kaum ein anderer geeignet ist, Emotionen zu wecken und die Phantasie zu beflügeln. Die Titanic wird für immer ein Mythos bleiben, ein Symbol für die Unkontrollierbarkeit der Natur trotz des technischen Fortschritts.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic2.jpg" alt="Historische Seifendose mit Motiv der Titaic" class="wp-image-2083" width="435" height="374" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic2.jpg 307w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic2-300x258.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Titanic-Seifendose</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Walnusspaneele, vergoldete Geländer, Buntglasfenster, Kamine</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Suiten bestehen aus zwei Schlafzimmern im französischen Stil und einem Wohnzimmer. Dazwischen befinden sich ein Badezimmer und ein Ankleideraum. Das Wohnzimmer ist mit einem blauen Teppich ausgelegt und verfügt über eine elektrische Heizung.“</em> (Aus der Auftragsbeschreibung für die Innenausstattung der <em>Titanic</em>.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Ersten Klasse gehörten unter anderem Rauchsalon, Bibliothek, Speisesaal, ein „À la Carte“-Restaurant („Ritz“), zwei Cafés („Parisien“ und „Veranda-Café“), ein beheiztes Schwimmbecken, Gymnastikraum, Squashanlage, ein großes Promenadendeck und die durch den Spielfilm <em>Titanic</em> von 1997 berühmt gewordene Freitreppe mit der ovalen Glaskuppel. Gleich daneben gab es drei Aufzüge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Speisesaal und Aufenthaltsräume der Dritten Klasse in den unteren der sechs Decks waren kleiner und spartanischer eingerichtet, dennoch übertraf die Ausstattung der Dritten Klasse, in der bislang ausschließlich große Schlafsäle statt Kabinen üblich gewesen waren, alle bisher gebauten Schiffe. Auch hier gab es einen offenen Deckbereich. Die Zweite Klasse entsprach ungefähr dem Komfort der Ersten Klasse älterer Passagierschiffe.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="638" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic3-1024x638.jpg" alt="Treppe im Inneren der Titanic" class="wp-image-2084" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic3-1024x638.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic3-300x187.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic3-768x478.jpg 768w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic3.jpg 1354w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die große Freitreppe</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen dem Speiseaal und dem großen Treppenhaus lag der große Empfangssaal, der als gesellschaftlicher Treffpunkt diente und in dem die Bordkapelle die Passagiere der Ersten Klasse mit heiteren Stücken unterhielt. (Ob die Musiker in der Nacht des Untergangs wirklich so lange spielten, bis sie mit den Füßen im eiskalten Atlantikwasser standen? Möglich, aber bewiesen ist das nicht. Keiner der Musiker überlebte das Unglück.)</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="814" height="572" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic4.jpg" alt="Kabine in der Titanic" class="wp-image-2085" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic4.jpg 814w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic4-300x211.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic4-768x540.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 814px) 100vw, 814px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Luxuskabine in der Ersten Klasse</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="814" height="535" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic5.jpg" alt="Fitnessraum in der Titanic" class="wp-image-2073" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic5.jpg 814w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic5-300x197.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic5-768x505.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 814px) 100vw, 814px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Fitnessraum für die Erste Klasse
</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="814" height="552" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic6.jpg" alt="Salon in der Titanic" class="wp-image-2074" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic6.jpg 814w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic6-300x203.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic6-768x521.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 814px) 100vw, 814px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Salon in der Ersten Klasse</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Tafeln auf der <em>Titanic</em></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jungfernfahrt der Titanic sollte auch in kulinarischer Hinsicht ein Jahrhundertereignis werden. Achtzig Mann versorgten in den drei Bordküchen die über 1.500 Passagiere mit 6.000 Gerichten, von Hummer Thermidor (Erste Klasse, sechs bis neun Gänge) über Filet Mignon (Zweite Klasse, vier Gänge) bis zu Spanferkel und Plumpudding (Dritte Klasse, drei Gänge).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„In der letzten Nacht speisten wir im Ritz-Restaurant. Etwas Luxuriöseres kann man sich nicht vorstellen. Die Tische waren übersät mit blassroten Rosen und weißen Gänseblümchen, die Frauen in wunderschön schimmernde Satin- und Seidenroben gehüllt, die Männer elegant und gepflegt, das Streichorchester spielte Puccini und Tschaikowsky. Das Essen war vorzüglich: Es gab Kaviar, Hummer, Wachteln aus Ägypten, Kiebitzeier, Weintrauben aus dem Gewächshaus und frische Pfirsiche. Die Nacht war kalt und klar, das Meer wie ein Spiegel.“ </em>(Walter Douglas, Überlebender aus der Ersten Klasse.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Quelle: R. Archibald &amp; D. McCauley, Das letzte Dinner auf der Titanic, Heyne Verlag, München 1997</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die drei Schiffe der <em>Olympic</em>-Klasse</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Titanic</em> war nicht der einzige große Luxusdampfer der <em>White Star Line</em>. Schon fast ein Jahr vor der verhängnisvollen Fahrt der <em>Titanic </em>hatte die nahezu baugleiche <em>Olympic</em> ihre Jungfernfahrt von Southampton nach New York erfolgreich absolviert. Dass die <em>Titanic</em> beim Stapellauf als „größtes Schiff der Welt“ gefeiert wurde, lag an ihren etwas größeren Deckaufbauten. Der umbaute Raum der <em>Titanic</em> betrug dadurch 46.328 BRT, die der <em>Olympic</em> 45.324 BRT. Im Ersten Weltkrieg wurde die <em>Olympic</em> für den Truppentransport eingesetzt, 1919 auf Ölfeuerung umgestellt und wieder zum Linienschiff umgebaut. In den 1920er Jahren war sie sehr beliebt und hatte viele reiche und berühmte Gäste an Bord, darunter Hollywoodstars wie Charlie Chaplin, Mary Pickford und Douglas Fairbanks. Bis zu ihrer Außerdienststellung im April 1935 hatte die <em>Olympic</em> 257-mal im kommerziellen Liniendienst den Atlantik überquert und dabei 430.000 Passagiere befördert.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic7-1024x683.jpg" alt="Plakat mit der Titanic in New York" class="wp-image-2075" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic7-1024x683.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic7-300x200.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic7-768x512.jpg 768w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic7.jpg 1043w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Plakat White Star Line</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Olympic</em> befand sich auf der Rückreise nach Europa, als sie den Notruf der <em>Titanic</em> erhielt. Aufgrund der Entfernung von ca. 1000 km konnte sie aber das sinkende Schiff nicht mehr rechtzeitig erreichen. Nach der <em>Titanic</em>-Katastrophe wurde die <em>Olympic</em> mit zusätzlichen Rettungsbooten, verstärkten Schotten und einer doppelten Außenhaut ausgestattet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das etwas später gebaute zweite Schwesterschiff der <em>Titanic</em>, die <em>Britannic</em>, war zwar auch für den Passagierdienst vorgesehen, kam aber im Liniendienst wegen des beginnenden Ersten Weltkriegs nicht zum Einsatz. Als Hospitalschiff lief sie 1916 in der Ägäis auf eine deutsche Seemine und sank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>White Star Line</em> hatte nicht den Ehrgeiz, mit ihren Schiffen das sogenannte Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung zu erobern. Die Schiffe waren nicht gebaut, um Geschwindigkeitsrekorde brechen zu können, vielmehr wollte man den Passagieren heftige Vibrationen und Rütteleien ersparen. So musste die <em>Titanic</em> entgegen späteren Vermutungen auch nicht unter Volldampf fahren. Wichtiger war es der Reederei, ihren Gästen höchstmöglichen Komfort zu bieten.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic8.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="941" height="558" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic8.jpg" alt="Gemälde Rauchersalon in der Titanic" class="wp-image-2076" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic8.jpg 941w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic8-300x178.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic8-768x455.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 941px) 100vw, 941px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Rauchersalon in der Ersten Klasse (Titanic und Olympic)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic9.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="941" height="556" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic9.jpg" alt="Bibliothek in der Titanic" class="wp-image-2077" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic9.jpg 941w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic9-300x177.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic9-768x454.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 941px) 100vw, 941px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Bibliothek in der Zweiten Klasse (Titanic und Olympic)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic10.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="615" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic10-1024x615.jpg" alt="Gemälde des Speisesaals der Titanic" class="wp-image-2078" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic10-1024x615.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic10-300x180.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic10-768x461.jpg 768w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic10.jpg 1401w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Speisesaal in der Dritten Klasse (Titanic und Olympic)</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic11.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="661" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic11-1024x661.jpg" alt="Foto der Titanic" class="wp-image-2079" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic11-1024x661.jpg 1024w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic11-300x194.jpg 300w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic11-768x496.jpg 768w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic11.jpg 1401w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Kolorierte Fotografie der Titanic bei der Abfahrt aus Southampton</figcaption></figure>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Reisen damals</em>-Tipp: <em>Titanic</em>- Dauerausstellungen</strong>

<strong>Das <em>Titanic</em>-Museum in Belfast</strong>
Das <em>Titanic Belfast Museum</em> ist eine im Jahr 2012 eröffnete Besucherattraktion, die dem Gedenken an das 1912 gesunkene Passagierschiff <em>RMS Titanic</em> gewidmet ist. Das Herzstück des achtstöckigen Gebäudes bildet eine Reihe von Galerien, in denen Aspekte der Konstruktion, des Baus, des Untergangs und des Vermächtnisses der&nbsp;<em>Titanic</em>&nbsp;dargestellt werden. Das Museum liegt auf dem Gelände der Bauwerft des Schiffes, Harland &amp; Wolff, im sogenannten Titanic-Viertel der Stadt.
<a href="http://www.titanicbelfast.com" target="_blank" rel="noopener">www.titanicbelfast.com</a>

<strong><em>Titanic. The Artifact Exhibition</em> in Orlando, Florida</strong>
Hier können Sie eine Sammlung von 400 einzigartigen Erinnerungsstücken und 300 Artefakten aus dem Wrack der <em>Titanic</em> bewundern. Auf einer Tour durch 17 Ausstellungsräume erfahren Sie Details über die dramatischen Ereignisse im April&nbsp;1912.&nbsp;
<a href="https://titanicorlando.com/" target="_blank" rel="noopener">www.titanicorlando.com</a>

<strong><em>Titanic Experience</em> in Cobh</strong>
Von Cobh, das damals Queenstown hieß, trat die <em>Titanic </em>ihre letzte Fahrt an. Die Ausstellung im irischen Cobh (deutsch Cork) befindet sich im ehemaligen Ticket Office der White Star Line. Die Besucher checken sich mit einer „Bordkarte“ ein und erfahren auf einer virtuellen Reise Details über die Bedingungen in der Ersten und in der Dritten Klasse, über den Untergang und über das Schicksal der 123 Passagiere, die hier an Bord gegangen waren. Der Besuch ist mit einer Stadtführung (<em>The Titanic Trail</em>) kombinierbar.
<a href="http://www.titanicexperiencecobh.ie" target="_blank" rel="noopener">www.titanicexperiencecobh.ie</a></pre>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full is-resized"><a href="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic12.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic12.jpg" alt="Historisch gekleidete Frauen" class="wp-image-2091" width="781" height="363" srcset="https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic12.jpg 605w, https://reisen-damals.de/wp-content/uploads/2023/02/Titanic12-300x139.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 781px) 100vw, 781px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Stilvoll gekleidete Titanic-Fans vor dem Museum in Cobh (2018). Foto: Kleinert</figcaption></figure>
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